Glatte Straßen sind teuer: In diesem Winter hat es 55.000 Autounfälle mehr gegeben als im Vorjahr. Auch viele Fußgänger rutschen aus - die Versicherer sehnen sich jetzt nach dem Frühling.
Bei Reisenden hat dieser Winter jede Menge Verdruss gestiftet. Immer wieder sitzen Menschen am Flughafen fest, weil Flüge verschoben oder abgesagt werden angesichts der Schneemassen. Autofahrer brauchen für den Weg zur Arbeit doppelt so lange wie üblich, was auch daran liegt, dass das Streusalz immer noch knapp ist. Doch nicht nur Pendler und Geschäftsreisende, auch die Versicherer sähen es gerne, wenn der Winter allmählich ein Ende nähme.
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Der Winter sorgt mit Eis und Schnee für erhöhte Unfallgefahr: Für die Versicherungsunternehmen wird das teuer. (© Foto: dpa)
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Je länger die Straßen glatt bleiben, umso teurer wird es für die Versicherungsunternehmen. Tag für Tag erreichen sie neue Unfallmeldungen. Menschen stürzen auf ungestreuten Gehwegen und müssen ins Krankenhaus. Eis und Schnee machen Autofahrten zur Rutschpartie.
Der Gesamtverband der deutschen Versicherungswirtschaft (GDV)schätzt, dass es von Dezember bis Ende Februar 55.000 Blechschäden mehr geben wird als im vergangenen Winter. Nach Angaben des Verbandes sind es vor allem kleinere Schäden, etwa Auffahrunfälle mit geringer Geschwindigkeit. Wer mit dem Auto einen Unfall verursacht, meldet ihn im Normalfall der Autoversicherung. Falls diese den Schaden übernimmt, wird der Versicherte in eine höhere Schadenfreiheitsklasse gestuft.
Er muss also mehr für seine Versicherung bezahlen. Verbraucherschützer raten deshalb, genau zu prüfen, ob es nicht günstiger ist, den Schaden selbst zu begleichen. Der GDV rechnet jedenfalls damit, dass auf die Autoversicherer wegen des relativ harten Winters etwa 230 Millionen Euro an Zusatzkosten zukommen. Dass deswegen die Versicherungsprämien steigen, glauben Branchenexperten allerdings nicht.
"Aus unserer Sicht ist die Tarifschlacht der Kfz-Versicherer nicht zu Ende", sagt Christoph Schmitt, Analyst bei Fitch Ratings. Es herrsche ein massiver Verdrängungswettbewerb unter den Anbietern. Die Preise der Policen dürften für Autobesitzer niedrig bleiben - es sei denn, man verursacht einen kostspieligen Unfall.
Teuer werden Eis und Schnee auch für die gesetzliche Unfallversicherung. Etwa 75 Millionen Arbeitnehmer, Schüler, Studenten und einige Gruppen von Freiberuflern sind bei ihr versichert. Rutschen sie auf dem Weg zur Arbeit aus und müssen zum Arzt oder ins Krankenhaus, übernimmt die Unfallversicherung die Behandlungskosten.
Bei bleibenden Schäden zahlt sie eine Rente. Die Unfallkasse der Verwaltungsberufe (VBG) registrierte im Januar knapp 15 Prozent mehr Unfälle als im gleichen Monat des Vorjahres. Die Zahl der sogenannten Wegeunfälle von Fußgängern und Radfahrern, die auf dem direkten Weg zur Arbeitsstelle passierten, stieg um fast 500 auf 3794. "Im Februar erwarten wir noch einen stärkeren Anstieg", sagt eine VBG-Sprecherin.
Wie sehr der Winter die Unfall- und Krankenkassen belastet, wird sich im Herbst zeigen. Erst dann sind die meisten Behandlungen abgeschlossen und die Kosten berechnet. Eines lässt sich bereits absehen: "Die Zahl der Stürze und der damit verbundenen Verletzungen hat deutlich zugenommen, vor allem die Knochenbrüche", sagt Joachim Breuer, Hauptgeschäftsführer der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung. In den Kliniken seien die Operationssäle voll.
Um Kosten einzudämmen, werden die Kranken- und Unfallkassen prüfen, ob sie überhaupt für ärztliche Behandlungen aufkommen müssen. Sollte nämlich ein Hausbesitzer den Weg vor seiner Tür tagsüber nicht gestreut haben, haftet er für einen Unfall.
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(SZ vom 19.02.2010)
Bruce Springsteen in Frankfurt
...auch das positive daran. immerhin dient dies auch zur ankurbelung der wirtschaft, egal ob autowerkstätten, medizinische einrichtungen, bestattungsinstitute oder so, es haben doch einige wirtschaftszweige vom unglück der anderen profitiert.
"was dem einen leid, das ist des anderen freud"
klingt zwar makaber ober objektiv gesehen, es ist so!
Ja? Und? Das liegt zum einen daran, dass die Generation Es-sind-keine-sommerlichen-Fahrbedingungen-die-Welt-geht-unter zu Zeitlupe stockt, sobald die Fahrbahn weiß ist, zum Anderen, weil sich scheinbar niemand auf veränderte Bedingungen einstellen kann. Am allerwenigsten liegt das am Streusalz. Leute, lasst doch die Kirche im Dorf! Es ist glatt im Januar? Wo ist das Interesasnte an dieser Meldung? Das ist n-o-r-m-a-l! Lediglich unser pervertiertes Verhalten die letzen Jahre sorgt doch dafür, dass Leute scheinbar normale Umweltbedingungen für unüberwindbar halten - hier haben auch die Medien Schuld ("Wahnsinn..", "Chaos...", "Mörder..."). Wenn heute jemand mit einem durchschnittlichen Auto (Frontantrieb, ABS, ESP, ASR und was weiss ich noch alles) mit angemessener Winterausrüstung (ich weiß, nicht cool...) im Winter nicht zurechtkommt, liegt das nicht am Winter. Wie so oft, sitzt das Problem am Steuer. Und "In den Kliniken seien die Operationssäle voll" wegen des Winters verbuche ich unter der Rubrik "hauptsache Sensation" - das ist ganz einfach Unsinn.
DW / den diese Vollkaskomentalität aufregt.
P.S. Mein erster Kommentar ist verschwunden, wie im Übrgen der Artikel auch. Ein Fall für die gelben Seiten?...