Versicherung einigt sich mit Hotelerbin Brillanter Deal für Paris Hilton

Sie liebt den öffentlichen Auftritt, der im Gerichtssaal bleibt ihr allerdings erspart: Die Allianz wollte von Paris Hilton 60.000 Dollar Versicherungssumme für geliehenen Schmuck zurück. Der wurde erst gestohlen, dann wiedergefunden, dann wollte ihn Paris nicht mehr rausrücken. Jetzt einigten sich Versicherung und Hotelerbin.

Von Alina Fichter

Ach, wie soll man ihr nur böse sein? Zuckersüß das Unschuldslächeln, engelsgleich das gesenkte Haupt. Und herzerweichend, selbst für den gefühllosesten Erdenbewohner, sind diese Tränchen, die unter den langen Wimpern hervorkullern, sobald solche gemeinen Wörter wie "Gericht" oder "Strafe" in ihrer Gegenwart fallen - und sie an vergangen geglaubte Traumata erinnern.

Man kann ihr einfach nicht böse sein, dieser Paris Hilton, diese Erfahrung musste jetzt auch die Allianz machen. Und so hat der deutsche Versicherer seinen Streit mit der prominenten Hotelerbin um teuren Leih-Schmuck begraben, bevor er brenzlich werden konnte: "Der Fall wurde außergerichtlich gelöst", erklärte der Nordamerika-Chef der Allianz, Jay Ralph, der Nachrichtenagentur Reuters. Details zur Einigung wollte er nicht preisgeben, es sei zum Schutz der Privatsphäre Verschwiegenheit vereinbart worden. Noch im April dieses Jahres hatte sich das ganz anders angehört. Da hatte Europas größter Versicherer angekündigt, Paris Hilton zu verklagen, ohne Wenn und Aber - und trotz der dicken Tränen.

Allianz gegen Hilton also, gestritten wurde um Damiani-Schmuck im Wert von 60.000 Dollar, den die prominente Amerikanerin angeblich nicht mehr herausrücken wollte. Der Münchner Dax-Konzern warf ihr Vertragsbruch vor und Verletzung der Sorgfaltspflicht. Und das arme Engelchen? Bestritt das Vergehen, klar. Ob sie bei all den funkelnden Klunkern den Überblick verloren hatte?

Brillianten im Kleiderschrank

Vier Jahre ist es her, da hatte Hilton sich von Damiani Brillantketten und Ohrringe geliehenen, denn: zweimal derselbe Schmuck? Unmöglich für eine wie sie, deren größtes Kapital die Selbstinszenierung ist. In Glitzerkleidchen samt beachtlichem Ausschnitt mit den Hüften wackeln - das kann keine wie sie, finden die Fotografen dieser Welt.

Dumm nur, dass der erwähnte Damiani-Schmuck 2008 aus der Villa der Millionenerbin in Los Angeles gestohlen wurde, Hilton tobte sich gerade auf einer Party in Hollywood aus. Statt die Brillanten wie vereinbart in den Safe zu sperren, habe sie den Schmuck in einen unverschlossenen Kleiderschrank gepfeffert, hieß es in der Klageschrift. 60.000 Dollar - futsch, die Allianz musste Damiani den Schaden ersetzen. Derweil hatte die Berufsblondine Glück: Die Polizei brachte das Diebesgut zurück - aber Hilton weigerte sich, die Leihgabe rauszurücken.

Fast schien es, als müsse die Vorbestrafte deshalb wieder ins Frauengefängnis, wie damals, als sie betrunken am Steuer erwischt wurde und ohne Licht durch die Nacht raste. Hilton bat Gouverneur Arnold Schwarzenegger damals verzweifelt um Gnade, ohne Erfolg.

Ganz anders Allianz-Mann Ralph: Den scheinen die Tränen jetzt überzeugt zu haben.