Dreister Diebstahl: Betrüger stehlen über Computer Verschmutzungsrechte von Unternehmen - und erbeuten so offenbar Millionen Euro.

Dreister Diebstahl in europäischen Dimensionen: Ein großangelegter Datenklau verursacht helle Aufregung im internationalen Emissionshandel.

Emission, ddp

Kurios: Die Hacker sollen eine betrügerische Mail verschickt haben - in der vor Hackerangriffen gewarnt wurde. (© Foto: ddp)

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Demnach wurden offenbar 2000 Handelsteilnehmer per Mail im Namen der Deutschen Emissionshandelsstelle (DEHSt) angeschrieben und aufgefordert, zur Abwehr drohender Hackerangriffe sich neu zu registrieren - so wie es Betrüger auch immer wieder im Online-Banking machen.

Wie jetzt ein Sprecher des Umweltbundesamtes bestätigte, haben sieben Teilnehmer auf das Schreiben geantwortet und ihre Daten preisgegeben.

Die Kriminellen stahlen danach offenbar Verschmutzungsrechte und verkauften sie weiter.

"Man weiß, wo sie hingegangen sind, wir wissen aber noch nicht, was juristisch drin ist", sagte der Sprecher weiter. "Es kann sein, dass andere die Zertifikate in gutem Glauben erworben haben."

Das sogenannte Zertifikateregister sei sicher gewesen - "die Badware war der Mensch".

"Hochprofessioneller Angriff"

"Der Angriff war hochprofessionell", sagte ein DEHSt-Mitarbeiter der Financial Times Deutschland. Das Bundeskriminalamt sei eingeschaltet worden. Den Rechtehandel über Broker oder die Energiebörse EEX habe der Hackerangriff zwar nicht beeinträchtigt.

Die dabei notwendigen Eintragungen in amtliche Datenbanken seien derzeit aber nicht möglich. Die Stelle in Potsdam habe am Freitag den Betrieb eingestellt. "Dabei bleibt es mindestens für den Rest dieser Woche", sagte eine Sprecherin der FTD.

Am Dienstag seien auch Schwesterbehörden in Belgien, Dänemark, Spanien, Ungarn, Italien, Griechenland, Rumänien und Bulgarien geschlossen worden, berichtete die Zeitung. Die laufenden Transaktionen sollten später in die Register nachgetragen werden.

Die Schadenshöhe habe sich noch nicht eingrenzen lassen. Allein in Deutschland habe die Überprüfung von einigen Dutzend Transaktionen bereits neun Betrugsfälle ergeben. Wenn sich die Täter nicht ermitteln ließen, blieben die Betroffenen auf den Schäden sitzen.

Allein ein mittelständischer Industriebetrieb habe nach FTD-Informationen Rechte im Wert von 1,5 Millionen Euro verloren.

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(sueddeutsche.de/AFP/miba/hgn/mel)