"Viel Spaß mit meinem Geld" - nicht nur Kleinanleger, sondern auch die meisten Millionäre sind höchst unzufrieden mit ihren Bankberatern.
Es macht einen Unterschied, ob der Kunde 10.000 Euro, eine Million Euro oder 15 Millionen Euro zur Bank trägt. Mit zunehmender Höhe der Anlagesumme nimmt sich der Berater mehr Zeit und bietet besser zugeschnittene Lösungen.
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Kurzum: In den Abteilungen des Private Banking oder Wealth Management, wie es auch heißt, gibt es den Anspruch, sich dann mehr Mühe zu geben.
Eine Studie der Prüfungs- und Beratungsgesellschaft Deloitte zeigt nun allerdings, dass die Millionäre mit den für solche Dinge zuständigen Geldhäusern in Europa unzufrieden sind. "Es gibt ein Vertrauensdefizit", heißt es in dem Bericht "Reconnecting for Profit". Die Berater würden vor allem als Produktverkäufer wahrgenommen. "Ihren Empfehlungen wird oft mangelnde Objektivität und fehlende Expertise unterstellt", so das Ergebnis der ausführlichen Diskussionen mit 50 Bankkunden, von denen jeder ein Vermögen von mehr als 15 Millionen Dollar hat.
Fehlende Unabhängigkeit
Vor allem der Vorwurf des "Produktabverkaufs" wiegt schwer. Bislang sind solche Klagen hauptsächlich von kleineren Kunden mit deutlich weniger Vermögen gemacht worden. Offenbar geht es den Reichen nicht viel besser. Auch sie fühlen sich in Produkte reingeschwätzt. Das geht gut, solange die Märkte steigen. Doch seit die Finanzkrise die Renditen stutzt, achten natürlich auch Vermögende genauer auf das Kosten-Nutzen-Profil ihres Depots. Wer unzufrieden ist, geht weg. Wie die Studie aufzeigt, nehmen sich immer mehr Millionäre deshalb einen unabhängigen Chefverwalter, der die Angebote der einzelnen Banken gegeneinander ausspielt.
"Wir merken die zunehmende Unzufriedenheit ganz deutlich, immer mehr Kunden wechseln zu uns", sagt Andreas Grünewald, Vorstand der unabhängigen Vermögensverwaltung FIVV in München. "Die Renditen in vielen Kundendepots der Großbanken stimmen nicht. Es werden vor allem eigene Produkte verkauft, es fehlt damit die Unabhängigkeit", sagt Grünewald.
FIVV ist Mitglied im Verband unabhängiger Vermögensverwalter (VuV). Die 172 Mitglieder, meist geführt von Exbankern, verwalten Kundengelder in Höhe von insgesamt 35 Milliarden Euro. Sie werben damit, dass ihnen die Bankanbindung fehlt. Deshalb könnten sie unabhängiger arbeiten und müssten beispielsweise auf die Produktpalette des eigenen Instituts keine Rücksicht nehmen. Bei den VuV-Mitgliedern werden meist Vermögen ab 500000 Euro verwaltet. Für geringere Beträge bieten die Geldmanager auch Fondssparpläne an, bei denen dann für den Kunden in aller Regel keine Provisionskosten anfallen, sondern eine Fixgebühr - anders als bei den Banken.
Unabhängige Finanzberatung ist in den letzten Monaten ein großes Thema geworden. Mit Einführung der EU-Richtlinie Mifid im November 2007 müssen Finanzdienstleister ihre Gebühren offenlegen. Für viele Kunden wird damit erstmals sichtbar, dass eine Bankberatung nicht umsonst ist, sondern über die beim Verkauf anfallenden Provisionen bezahlt wird. Das sind bei Aktienfonds bis zu sechs Prozent der Anlagesumme.
Vermögende Kunden haben da schon immer besser verhandelt: Sie bezahlen im Private Banking eine Fixgebühr von etwa 1,3 Prozent auf das verwaltete Kapital. Doch offenbar stimmt die Leistung der Banker oft nicht, - bei so hohen Anlagesummen wird eben viel erwartet. "Die Befragten wünschen sich, dass ihr Finanzmanager aussteigt, bevor die Märkte kollabieren. Gleichzeitig wollen sie, dass ihr Geld frühzeitig in neue Markttrends investiert wird", heißt es deutlich in der Deloitte-Studie. Solche Wünsche haben natürlich alle Anleger. Bemerkenswert ist allerdings die Tatsache, dass selbst Multimillionäre Probleme haben, diese wenigen sehr talentierten Geldverwalter zu finden.
(SZ vom 08.05.2008/jkr)
Debatte über Urheberrecht
welcher Bankkunde hat den bisher aufgrund der Finanzkrise einen Nachteil ?
und welche Fondsmanager hätte diese vorhersehen können ? :-)
dann managen sie mal selber und schauen was rauskommt
wer kein Risiko eingehn will oder damit nicht zurechtkommt soll eben Sparbiefe kaufen aber amn läßt sich ja gernen von irngewelchen Traumrendite locken!
Zitat: "In den Abteilungen des Private Banking oder Wealth Management, wie es auch heißt, gibt es den Anspruch, sich dann mehr Mühe zu geben. "
Es bedarf Marktkenntnis, Erfahrung und Fachwissen, um hohe Ansprüche zu erfüllen. Spätestens seit der Hypothekenkrise müßte auch dem verschlafensten Bankkunden aufgegangen sein, daß diese Fähigkeiten wohl in einer Bank am wenigsten zu finden sind.
Wer die immensen Beträge kennt, die selbst unfähige Fonds-Manager ungerührt für ihr Versagen einstreichen, dem bleiben nur zwei Wege:
1.) Sein Vermögen selbst zu verwalten, was sehr zeitaufwendig ist, aber zu dem befriedigenden Erlebnis führt, für die eigenen Fehler zu bezahlen.
2.) Zähneknischend in einem wenigstens in der vergangenheit erfolgreichen Fonds zu investieren und sich damit zu trösten, daß so wenigstens einer reich wird, nämlich der Fondsmanager.
Ich denke nicht das man im Normalfall mit Berater schlecht beraten ist. Man muss nur eben einen finden zu dem man Vertrauen aufbauen kann und sowas geht meiner Meinung nach nur persönlich und nicht online.
Natürlich werden oder müssen Produkte verkauft werden aber für alle Produkte gibt es den passen Annehmner, der Auftrag des Berater ist es den passenden zu finden und nicht einfach dem nächstbesten das momentan von der Geschäftsleitung geforderte anzudrehen! Diese Berater gibt es zu Hauf also bitte nicht alle und alles über einen Kamm scheren und schlecht machen.
In vielen Fällen ist es auch die Gier des anlegers der das schnelle Geld erhofft und dann einen schuldigen sucht
...wer sich nicht selber um sein sauer verdientes Geld kümmert, sondern einen "Berater"zu Rate zieht ist fast immer schlecht beraten, da der Berater primär Eineninteressen und sekundär Kundeninteressen verfolgt.
Also liebe Mitbürger, lest Euch in das Thema ein - dauert zwar aber lässt Euch Nachts ruhig schlafen, dann kann Euch auch keiner mer erzählen, im Himmel sei Jahrmarkt und Ihr bekommt die Logenplätze...
Und es erscheint auch einigermaßen töricht etwas anderes zu erwarten.
Wenn ich mich bei BMW nach einem für mich sinnvollen Auto erkundige wird mir dort kaum ein Mercedes oder gar Toyota angeraten werden...
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