Die Finanzkrise macht Angst: Die Deutschen halten an ihrem Sparbuch fest und investieren wieder in Rentenpapiere - eine Situationsbetrachtung.
Viele werden sich aus ihrer Grundschulzeit daran erinnern - ans Schulsparen. Da gab es einen kleinen Vortrag über Notwendigkeit und Sinn des Sparens, und dann wurde man stolzer Besitzer einer Spardose, deren Schlüssel die Sparkasse hatte. Dort konnten die Schüler die Spardose öffnen lassen und das Geld kam aufs Sparbuch.
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In Deutschland ist die Zahl der Aktionäre stark gefallen. Die Krise an den Finanzmärkten und die damit einhergehenden erlittenen Verluste haben die Menschen verunsichert. (© Foto: dpa)
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Möglicherweise ist es ja diese frühe Prägung, die dazu führt, dass das Sparbuch noch immer die meistgenutzte Geldanlage der Deutschen ist. Und dies trotz der bekannten Nachteile, wie die bedingte Verfügbarkeit des angesparten Kapitals und die mehr als maue Verzinsung. Auf der anderen Seite meint Vermögensaufbau schon lange nicht mehr nur das klassische Sparkonto oder den Bausparvertrag für die eigene Wohnung.
Von den rund 4,6 Billionen Euro, über die die Deutschen Ende 2007 als Geldvermögen verfügten, hatten sie rund 931 Milliarden in Wertpapieren, 716 Milliarden in Lebensversicherungen, 545 Milliarden in Fonds und weitere 345 Milliarden in längerfristigen Anlagen bei Banken investiert, berichtete die Deutsche Bundesbank. Damit nutzten viele Deutschen eine wesentlich größere Bandbreite an Anlageformen als noch vor wenigen Jahrzehnten.
Aktieneuphorie und Rentenreform
Zu den Auslösern dieser Entwicklung zählen zwei Faktoren: Der Aktienboom Ende der 90er Jahre des vergangenen Jahrhunderts und die politische Wende in der Rentenpolitik Anfang dieses Jahrhunderts. Ersteres machte Aktien für eine breitere Bevölkerungsschicht interessant. So entstand eine Zeitlang der Eindruck, mit Aktien - zumal am Neuen Markt - könne jeder in kürzester Zeit ein Vermögen machen. Der Börsengang der Deutschen Telekom 1996 trug mit der "Volksaktie" das Seine dazu bei, die Deutschen zunächst für Aktien zu begeistern.
Auf dem Höhepunkt dieser Aktieneuphorie kam mit der Rentenreform der damaligen Bundesregierung ein weiterer Anstoß, Vermögen zu bilden. Die Regierung formulierte erstmals klar, dass die gesetzliche Rente zukünftig nicht mehr ausreichen wird und zusätzliche Vorsorge nötig werde. Seit dieser Zeit ist das Thema "Private Altersvorsorge" in Politik und Medien dauerhaft präsent und hat sich auch allgemein in den Köpfen festgesetzt.
Lesen Sie weiter, welche Ziele die Deutschen bei der Geldanlage verfolgen.
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