Junge Familien mit Kindern? Schlecht. Beamte ohne Kinder in Westdeutschland? Viel besser. Eine Studie des DIW erläutert, wer sorgenfrei durchs Leben gehen kann.
In Deutschland gilt einer Studie zufolge nur ein Prozent der Bevölkerung als "sorgenfrei reich". Dazu zählen insbesondere ältere Paare, die ohne Kinder im Eigenheim leben, darunter viele leitende Beamte. Junge Familien mit Kindern müssen sich dagegen häufiger als andere Gedanken über ihr materielles Auskommen machen. Dies sind einige Ergebnisse der jüngsten Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). "Finanziell sorgenfrei wird man erst, wenn die Kinder aus dem Haus sind", kommentiert der Sozialforscher Olaf Groh-Samberg die Untersuchung.
Frei von finanziellen Sorgen - das sind heute nur noch wenige Menschen. Sorgenlos reich sind vermögende, ältere Paare ohne Kinder aus Westdeutschland. (© Foto: istock)
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In Deutschland gilt als reich, wer mehr als das Doppelte des mittleren Nettoeinkommens verdient. Damit ist ein allein lebender Mensch statistisch gesehen reich, wenn er mehr als 2600 Euro zur Verfügung hat. Bei einem kinderlosen Paar wird dieser Betrag nicht einfach verdoppelt. Das DIW hat ihn auf 3900 Euro festgesetzt. "Darin schlagen sich Einsparungen durch das gemeinsame Wirtschaften nieder", erklärt Groh-Samberg. Eine Familie mit zwei Kindern bis 14 Jahren gilt als reich, wenn ihr Haushaltseinkommen mehr als 5460 Euro netto beträgt.
Frei von materiellen Sorgen
Die DIW-Sozialforscher orientieren sich dabei an den Kriterien der OECD. Zum Nettoeinkommen zählen sie nicht nur das Gehalt, sondern etwa auch Mieteinnahmen und Gewinne aus Aktienbesitz. Der Anteil der Reichen an der Bevölkerung ist in den vergangenen zehn Jahren von fünf auf sieben Prozent gestiegen. Dennoch schrumpft die Zahl derer, die frei von materiellen Sorgen leben.
In seiner Studie hat das DIW deshalb den Reichtum mit den Sorgen über die persönliche und wirtschaftliche Lage verknüpft. "Wahrer Reichtum ist mehr als die Summe von Einkommen und Vermögen. Wer wirklich reich ist, sollte auch frei von materiellen Sorgen sein", sagt Groh-Samberg. Die Studie beschäftigt sich deshalb vor allem mit den Reichen, die dauerhaft viel verdienen und die keinen Stress haben bei dem Gedanken, sich und ihre Familie durch die eigene Arbeit finanzieren zu müssen. "Das sind die sorgenfrei Reichen", erklärt der Sozialforscher.
Die Untersuchung basiert auf den Daten des sozio-ökonomischen Panels, einer seit 25 Jahren laufenden Befragung von mehr als 20.000 Menschen. Danach ist in Deutschland laut DIW nur etwa ein Prozent der Bevölkerung dauerhaft sorgenfrei und reich. "Der sorgenfreie Reichtum bewegt sich offenbar jenseits der turbulenten Welt unmittelbarer Markteinflüsse und stellt ein sehr seltenes und konjunkturabhängiges Phänomen dar", sagt Groh-Samberg.
Privilegierte Beamten
Sorgenlos reich sind vermögende, ältere Paare ohne Kinder aus Westdeutschland. Meist sind sie hochgebildet und oft noch berufstätig. Es handele sich dabei um eine ökonomische Elite, wie auch deren Vermögen zeige, so DIW-Forscher Groh-Samberg. Diese Gruppe hatte 2002 ein durchschnittliches Vermögen von fast 400.000 Euro. Der gesamtdeutsche Mittelwert lag bei 60.000 Euro.
Von den "sorgenlos Reichen" sind 53 Prozent Beamte oder arbeiten im öffentlichen Dienst, meist in leitender Funktion. "Es handelt sich also um eine sozio-ökonomisch hochprivilegierte Gruppe, die sich von den besorgten Reichen durch ihre bevorzugte berufliche Stellung unterscheidet", sagt Groh-Samberg. Dank der Privilegien, die der Beamtenstatus ihnen verleihe, würden sie die Wirtschaftskrise nahezu unbesorgt überstehen.
Dass sich immer mehr Reiche Gedanken über ihre materielle Zukunft machen, hänge stark mit der Krise zusammen. "Die Ergebnisse spiegeln die steigende Unsicherheit auf dem Arbeitsmarkt und auf dem Kapitalmarkt sowie gegenüber der sozialstaatlichen Absicherung wider", betont Soziologe Groh-Samberg.
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(SZ vom 27.08.2009/tob)
65. Filmfestspiele Cannes
nicht Äpfel mit Birnen vergleichen !
Manager, die bei vergleichbarem Arbeitsaufwand weniger (netto) nach Hause tragen, als Beamte haben sich entweder den falschen Arbeitgeber ausgesucht, oder sie sind schlicht keine Manager. Zeit ist zudem kein Kriterium, schon garnicht für Manager, dort wird nicht in Zeit gemessen, sondern in Leistungserbringung.
Das einzig wahre, was in den Kommentaren zu finden ist, ist die seit Jahren boykottierte Anregung, auch für Beamte eine leistungsgerechte Bezahlung einzuführen. Woran mag die wohl gescheitert sein ? An den beamteten Führungskräften, die mangels anderer Qualifikation ihre Kraft und Zeit ausschließlich darauf verwendet haben, weit über die Stufe ihrer Unfähigkeit hinauszuschießen. Das führt naturgemäß zu Frust (und Beförderungsstau) unter den Leistungsträgern. Ja, auch die gibt es unter Beamten.
Allerdings führt diese Diskussion weit weg vom eigentlichen Thema des Artikels.
@wokkel
Risiko für Manager im gehobenen Segment?*lach*
Wenn man Sie zu Verallgemeinerungen neigt, könnte man jetzt auf die vielen goldenen Handschläge für Bankrottmanager verweisen, deren einzige Leistung in der eigenen Kontoauffüllung bestand.
Ein Manager in der freien Wirtschaft würde sich übrigens auch nicht mit einem Polizistengehalt abspeisen lassen und das Risiko entlassen zu werden, wird normalerweise angemessen vergütet. Auch im Mittelstand.
Sie werden auf Führungsebene niemanden finden, der mit dem Gehalt oder Status eines Beamten tauschen würde.
Oder halten sie schon den Mitarbeiter in einer Dreimannklitsche für einen Manager?
ZITAT:
Mein Schwager ist Beamter im gehobenen Dienst beim BGS, und leistet locker auch mal im Schnitt 50 Wochenstunden
ZITAT ENDE
nicht mehr?, dass sind dann nur 10 Überstunden in der Woche? dass sind pro Tag nur 2 Stunden ?
Fragen sie mal einen Manager in der freier Marktwirtschaft was der für Überstunden macht, (+ Risiko entlassen zu werden!!!!!) dann bleibt der Beamte in hohe Funktion richtig Blass dabei, und hat ein Ferienjob dabei verglichen...MIT JOBGARANTIE.!
Noch Fragen?
diese Privilegien die die Beamten haben ist längst überholt, und nicht mehr bezahlbar durch der Steuerzahler!
Jeder in der Wirtschaft muss sich anpassen, wieso die Beamten nicht?
Beamten sind doch Menschen, die sehen nicht mehr als ich, essen nicht Kartoffeln als ich, und riechen doch nicht mehr als ich?
Beamten sollten bezahlt und bewertet werden wie es seit Jahren praktiziert wird in der freie Marktwirstschaft!
Ich bin sehr dafür den Beamtenstatus abzuschaffen, an Schulen, in der Justiz und in Verwaltungen nur noch mit Zeitverträgen zu arbeiten, die von Kinsey und Berger zertifiziert werden und deutlich zu machen, dass 3300 netto in diesen Zeiten eine Unverschämtheit sind. Die Beamten haben sich natürlich den Gegebenheiten des Marktes anzupassen und das Nettogehalt darf 1500 nicht übersteigen.
Ankur, zufrieden?
Wie kann man nur so kurzsichtig sein. Statt die offensichtlichen Schweinereien des TvöD anzukreiden, will man andere Berufsgruppen auf das gleiche Niveau ziehen. Wer im Bereich des TvöD arbeiten muss, ist eindeutig unterbezahlt und daran sollte man etwas ändern.
Im Übrigen bin ich froh darüber, dass es noch Beamte gibt, die unabhängige Entscheidungen treffen. Meine Cousine ist an einer Privatschule, wo sich angestellte Lehrer abbuckeln, die gute Noten verschenken und den Kindern nur Duckmäusertum beibringen. Ein weiteres gutes Beispiel ist die Post. Was hat sich denn so positiv verändert? Oh, ich kann mich dank der globalisierten Flexibilisierung nicht einmal mehr auf Öffnungszeiten verlassen.
Wenn Sie sich übrigens über Gehälter aufregen wollen, kommen Sie nach FFM. Über ein A13 Gehalt würde man nur müde lächeln.
Paging