Verivox preist sich als das "größte unabhängige Verbraucherportal für Energie" an. Auf den Internetseiten können Nutzer Strom- und Gastarife vergleichen und "direkt zum besten Anbieter" wechseln. Jetzt steht steht der Betreiber im Verdacht, die Bewertungen manipuliert zu haben.
Mehr als 700.000 Menschen haben Geld verloren: Von keiner Insolvenz in Deutschland waren je so viele Kunden betroffen wie von der Teldafax-Pleite. Aber sie wirft ein Schlaglicht auf die windigen Geschäftsmodelle von Billigstromanbietern - aber auch auf die Machenschaften von Vergleichsportalen, die massenhaft Schnäppchenjäger mit dem Versprechen auf ihre Internetseiten locken, "mehrere hundert Euro" sparen zu können - und ohne die Teldafax wohl nie so viele Kunden gewonnen hätte.
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Viele Verbraucher informieren sich zunächt im Internet, bevor sie Verträge abschließen. (© dpa)
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Verivox preist sich selbst, das "größte unabhängige Verbraucherportal für Energie" zu sein, mit dessen Hilfe Tarife verglichen werden könnten, um "direkt zum besten Anbieter" zu wechseln. Zum besten Anbieter?
Wohl kaum. Verivox hat jetzt Strafanzeige gegen Unbekannt erstattet, weil ein anonymes Schreiben kursiert, das dem Portal vorwirft, Tausende Besucher in erster Linie zu dem Anbieter gelotst zu haben, der die höchsten Provisionen zahlte: Teldafax. Zwar weist eine Sprecherin von Verivox die Vorwürfe zurück. Dennoch stellt sich die Frage, wie verbraucherfreundlich sogenannte Verbraucherportale wirklich sind.
Zunehmende Macht
Unbestritten ist ihre zunehmende Macht als Vermittler zwischen Verbrauchern und Konzernen: So geben vier von fünf Befragten einer Studie des Versicherungsberaters Assekurata an, künftig keine Police mehr abzuschließen, ohne sich vorher auf Vergleichsportalen zu informieren; bei Stromanbietern oder DSL-Anschlüssen dürfte die Zahl ähnlich hoch sein.
Allein im Juni besuchten 4,1 Millionen Nutzer die Seite von Verivox. Kein Wunder, die Stiftung Warentest hatte das Portal mit der Bestnote ausgezeichnet. Verivox und Co. galten Verbraucherschützern als nützliches Instrument für Preisvergleiche, viele Kunden vertrauten den Internetseiten blind.
Damit könnte es nun vorbei sein. "Wenn die Vorwürfe zutreffen, dass Verivox aus Eigeninteresse seine Ratings manipuliert hat, ist das ist das ein harter Schlag für alle Anbieter: Ein erheblicher Vertrauensverlust wäre die Folge", sagt Holger Krawinkel vom Verbraucherzentrale Bundesverband (VZBV) - der Verbraucher könne sich nicht mehr auf die Objektivität der Informationen verlassen.
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Christopher Lee zum 90.
Sie haben Recht. "Powered by Bernie Madoff" wäre ganz sicher seriöser als "Stimme der Wahrheit".
berücksichtigen auch nicht die Tatsache, dass Anbieter wie Flexstrom, Umsteiger mit günstigen Preisen locken und 6 Monate später den Preis massiv erhöhen. Von Wettbewerb kann da kaum die Rede sein, die Methoden sind unseriös, da bleibe ich liebe bei meinem lokalen Anbieter.
Ich habe Verivox in einem Schreiben darauf aufmerksam gemacht, daß einer der supergünstigen Anbieter versteckte Kosten geltend macht. Das Interesse des Portals, andere Nutzer auf diese Kostenfalle hinzuweisen, war praktisch null.
Zuvor schon hatte ich mich gewundert, daß das Portal für die Anbieter (auch der mit den versteckten Kosten!) zugleich als Vermittler auftritt, mit hoher Wahrscheinlichkeit also Prämien kassiert.
Unabhängigkeit sieht anders aus.
Wenn sich ein kommerzielles Stromanbietervergleichsportal schon, nahe der Hybris, tatsächlich aber eher grenzdebil, 'Stimme der Wahrheit' nennt, dann sollt man vielleicht ohnehin vorsichtig sein.
Vermutlich erschiene selbst einer vatikanischen Namensfindungskommision auf der Suche nach einem Namen für eine neue Wochenzeitung so eine Bezeichnung als zu größenwahnsinnig. Für eine Internetseite, die nichts weiter tut, als Strompreise zu vergleichen, ist es einfach nur peinlich. Lache ich schon seit Jahren immer wieder gerne drüber.