Der Skandal um den Börsenguru Markus Frick zieht Kreise: Die Staatsanwaltschaft zog sicherheitshalber 80 Millionen Euro aus Fricks Umfeld ein.
Der selbsternannte Börsenexperte Markus Frick gerät immer stärker unter Druck. Die Staatsanwaltschaft Berlin hat im Rahmen des Verfahrens gegen Frick wegen des Verdachts auf Kursmanipulation 80 Millionen Euro eingezogen.
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Markus Frick: Der frühere Bäckermeister hatte mit seinen Empfehlungen an Anleger zunächst großen Erfolg. (© Foto: dpa)
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Anleger verloren Millionen
Dieser Arrest diene dazu, Gewinne von Beschuldigten abzuschöpfen und vorläufig sicherzustellen, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde. Ein Arrest wird dann erlassen, wenn die Gefahr besteht, dass diejenigen, die der Arrest trifft, Vermögen beiseiteschaffen.
Der frühere Bäckermeister Frick war im Sommer 2007 in die Kritik geraten, weil drei von ihm empfohlene Rohstoffwerte sich als wertlose Gesellschaften ohne erprobten Geschäftsbetrieb entpuppten. Dabei handelte es sich um die Firmen Stargold, Star Energy und Russoil, die Frick in seiner kostenpflichtigen E-Mail-Hotline empfohlen hatte. Mehrere tausend Anleger dürften mit den Papieren einen dreistelligen Millionenbetrag verloren haben, schätzt der Berliner Rechtsanwalt Walter Späth, dessen Kanzlei etwa 150 Frick-Anleger betreut.
Die Staatsanwaltschaft ließ am Dienstag offen, ob das arrestierte Geld von Frick direkt oder von Firmen stammt, die zu seinem Einflussbereich gehören. Details über Fricks Geschäfte sind einem Beschluss des Landgerichts Berlin vom Mai 2008 zu entnehmen, der der Süddeutschen Zeitung vorliegt.
Verdacht weitet sich aus
Darin heißt es: "Der Beschuldigte habe als Bevollmächtigter eines in Mauritius ansässigen Unternehmens bei einer deutschen Privatbank vor - und in der Zeit alsbald nach - Beginn der jeweiligen Empfehlung Aktien der von seinen Börseninformationsdiensten empfohlenen Gesellschaften eingeliefert und diese vor dem Zusammenbruch der Kurse verkaufen lassen."
Aus dem Beschluss geht weiter hervor, dass Richter Arreste nicht nur wegen dreier Aktientipps anordneten. Vielmehr wurde demnach die Arrestsumme erhöht, "wegen der Empfehlung von zehn weiteren Gesellschaften". Dies sei ein Indiz dafür, "dass Frick inzwischen nicht nur wegen der Firmen Stargold, Star Energy und Russoil im Visier der Staatsanwaltschaft ist", sagt Anwalt Späth. Das Landgericht Berlin spricht bei den eingefrorenen Beträgen von "Verkaufserlösen". Frick hatte dagegen stets bestritten, sich mit Aktien der von ihm empfohlenen Firmen eingedeckt zu haben.
Die Münchner Kanzlei CLLB Rechtsanwälte hat unterdessen für einen Anleger einen Arrestbefehl gegen Frick persönlich erwirkt. Die Anlegeranwälte werden sich nun darum bemühen, auf die von der Staatsanwaltschaft eingefrorenen 80 Millionen Euro Zugriff zu erhalten. "Frick ist einer der wenigen Fälle, in denen Anleger nicht nur gute Chancen haben, Schadensersatzprozesse zu gewinnen, sondern auch die erworbenen Ansprüche zu realisieren", sagt Rechtsanwalt István Cocron von der Kanzlei CLLB. "Es ist ja erhebliches Vermögen vorhanden."
- Münchner Kanzlei schließt Vergleich Frick-Anleger bekommen Geld zurück 17.07.2008
- Markus Frick Eher unglücklich 05.02.2008
- Investmentfonds Auf Experten vertrauen 01.08.2008
(SZ vom 03.09.2008/jkr)
67. Jahrestag der Bombardierung
dem die Anleger vertrauten.
So viel mal wieder zu der never ending Story "Verluste bei Wertpapiergeschäften".
Mein alter Berufsschullehrer hat immer gesagt:
"Traue keinem Börsenbrief."
Stimmt.
"Die Kanzlei Rotter, die bereits 300 Frick-Geschädigte vertritt, verlangt deshalb in ihrer ersten Klage für einen Mandanten gut 26.000 Euro von Frick zurück. "
Es waren doch wohl überwiegend eher "Kleinanleger" . . . aus dem Kreis der 250.000 Abbonenten seiner "Börsen-Info-Dienste" . . . Merke : viele Kleinbeträge ergeben auch einen Batzen
Turbo-Kapitalismus made in Germany...:-)
Da muss ich Ihnen recht geben, aber wie so oft denken halt viele nicht nach und hoffen schnell aufs große Geld und tja... gibt ja viele solche Beispiele die in die Richtung gehen. Es ist unglaublich wie leicht sich Leute reinlegen lassen, wenn ich nicht so ehrlich wäre, würde ich mir auch einen Job in der Betrugsbranche suchen...
Die betrogenen Anleger sind selber schuld. Wer bei einer 0190er Nummer anruft und auf grandiose Geldanlage-Tipps von einem Bäckermeister hofft, hats nicht anders verdient.
Im Umkehrschluss hätte wohl niemand aufbegehrt, wenn die ganzen tollen Anlagen wirklich gut gegangen wären.
Paging