Elmer hatte der Süddeutschen Zeitung in einem Gespräch Anfang 2008 erläutert, dass er seine Datensammlung tatsächlich auch den deutschen Steuerbehörden angeboten hatte. So hatte ihn das Finanzamt Frankfurt am Main sogar zu einem Gespräch geladen. Elmer berichtete allerdings, er sei von der deutschen Behörde enttäuscht gewesen.

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Großer Anteil am Weltmarkt

Er habe den Eindruck gewonnen, dass die Finanzverwaltung nicht bereit sei, ihn als Informanten ausreichend zu schützen. Deswegen habe er keine Daten herausgegeben. Nun hat er es sich aber offenbar anders überlegt. Und damit die Ermittlungen der Düsseldorfer Steuerfahnder gegen Schuler-Voith ins Rollen gebracht.

"Von Beruf Erbe", hatte der Spiegel den Münchner Unternehmer einst genannt. Das war in den frühen neunziger Jahren, als der erbitterte Erbfamilienstreit um den Heidenheimer Maschinenbauer Voith ausgebrochen war. Damals stritt Robert Schuler-Voith, der zu dieser Zeit 37-jährige Sprecher des Clans um den Firmenmitgründer Hermann Voith, mit den Nachfahren des Hanns Voith, um die Macht im Unternehmen. Das Ganze endete mit der Auszahlung beider Familien, die sich aus den Voith-Geschäften fortan heraushielten.

Schuler-Voith konnte seine unternehmerische Ader fortan nur noch bei einer anderen Erbschaft zur Geltung kommen lassen: der 1839 von Louis Schuler gegründeten Schuler AG. Das Unternehmen aus Göppingen ist mittlerweile zum Weltmarktführer für Umformtechnik aufgestiegen.

Vermögen: 400 Millionen Euro

Wo immer Bleche gebogen werden, sei es für Autokarosserien oder für Bierdosen, ist die Wahrscheinlichkeit hoch, dass es auf Schuler-Pressen passiert. Das Unternehmen deckt 35 Prozent des Weltmarkts ab. Schuler-Voith führt den Aufsichtsrat. An der Schuler AG hält der Erbe über seine Schuler-Beteiligungen GmbH 60 Prozent des gesamten Aktienkapitals. Als sich die Schuler AG am Freitag ins Zentrum eines angeblichen Steuerskandals gerückt sah, geriet der Firmensprecher angesichts der vielen Anfragen in Verzweiflung. Hier gehe es doch um Ermittlungen gegen Robert Schuler-Voith als Privatmann: "Was da passiert, hat keinerlei Verbindungen zur Firma", stöhnte er.

Insgesamt wurde das Vermögen der Familie Schuler-Voith zuletzt auf 400 Millionen Euro geschätzt. So ist Robert Schuler-Voith auch am Haushaltswarenhersteller Leifheit beteiligt. Das 1959 von Ingeborg und Günther Leifheit gegründete Unternehmen zählt heute mit den Marken Leifheit, Soehnle und Dr. Oetker Backgeräte sowie den französischen Tochterfirmen Birambeau und Herby zu den führenden europäischen Anbietern von Haushaltsprodukten. Über seine Münchner Home-Beteiligungen hält Schuler-Voith 47,34 Prozent an Leifheit. Den Aufsichtsrat führt Helmut Zahn, der Geschäftsführer der Schuler Beteiligungs GmbH, als Stellvertreter fungiert Robert Schuler-Voith.

Weitaus öfter als in der Wirtschaftspresse tauchte das Bild von Schuler-Voith allerdings in den letzten Jahren in den Klatschspalten auf. Meist sah man ihn dabei in Begleitung seiner Frau Biggi, einer bekannten Kunstsammlerin und Mäzenatin, die nach bisherigen Erkenntnissen von den Steuerermittlungen nicht betroffen ist. Schuler-Voith bewegt sich dabei in einer exklusiven Gesellschaft, in der Partys okay sind, aber bitte mit kulturellem Touch und reichlich Prominenz: Salzburger Festspiele, Galeriebesuche in London und Berlin, die ein oder andere Charity-Gala oder die Biennale in Venedig: Das sind Veranstaltungen, bei denen man den Unternehmer und seine Frau sah. Und wo sie auch häufig abgelichtet wurden.

Gern gesehen war Schuler-Voith auch bei den deutsch-amerikanischen Abenden am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz, die der Anwalt Wolfgang Seybold seit vielen Jahren organisiert. Vier-Sterne-Generäle und US-Senatoren wie John McCain treffen auf deutsche Unternehmer mit klingenden Namen und ausgewählte Gesellschaftsdamen aus Bogenhausen. Als die Kanzlerin Angela Merkel einmal die fröhliche Runde in der Käfer-Schänke beehrte, saß Schuler-Voith gut positioniert mitten bei den Mächtigen.

Nun aber muss er sich mit den Ermittlern der Düsseldorfer Steuerfahndung auseinandersetzen. Es wird dabei vor allem um die Frage gehen, ob er tatsächlich der "Dr. Robert Schuler" aus Elmers Akten ist. Seine Anwälte, berichtet die FTD, argumentierten damit, dass es sich um eine Verwechslung handele.

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  1. Dr. Schuler - bitte melden!
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(SZ vom 08.02.2010/hgn)