Von D. Deckstein, C. Mayer, N. Richter und U. Schäfer

Einer der reichsten Deutschen, Robert Schuler-Voith, soll Geld in der Karibik versteckt haben. Das jedenfalls vermuten die Ermittler. Er selber bestreitet die Vorwürfe.

Die Frage geistert seit zwei Jahren durch das Internet, Medien und Bücher. Doch bislang hatte niemand eine Antwort darauf: Wer, bitte schön, ist "Dr. Robert Schuler"?

Cayman Islands, Reuters

Wer ist der geheimnisvolle Mann, der einen Teil seines Vermögens in einem Trust auf den Cayman Islands versteckt und dem Fiskus Millionen vorenthalten hat? (© Foto: Reuters)

Anzeige

Wer ist der geheimnisvolle Mann, der einen Teil seines Vermögens in einem Trust auf den Cayman Islands versteckt und dem Fiskus Millionen vorenthalten hat? Rudolf Elmer, der bis 2002 in leitender Stellung für die Niederlassung der Schweizer Bank Julius Bär auf den Caymans gearbeitet hat, machte den Fall im Mai 2008 publik. Doch selbst er konnte nicht sagen, um wen es sich bei "Dr. Robert Schuler" handelte, dessen Bank-Akten er sich teilweise kopiert hatte. Kein Wunder, denn Trusts dienen ja dazu, die Identität des Eigentümers zu verschleiern.

Es gibt viele "Robert Schulers" auf dieser Welt. Man findet Menschen diesen Namens in Luxemburg, Österreich und den USA. Nicht alle tragen einen Doktor-Titel, aber vielleicht dient ja auch dieser Zusatz, der sich in den Unterlagen über den "Moonstone Trust" findet, der Verschleierung.

"Interesse an rascher Aufklärung"

Nun aber hegen deutsche Ermittler den Verdacht, dass es sich bei dem Mann aus Elmers Unterlagen um den Münchner Unternehmer und Multi-Millionär Robert Schuler-Voith handelt, einen der reichsten Deutschen. Bereits im Dezember sollen die Ermittler, wie die Financial Times Deutschland jetzt meldet, die Villa von Schuler-Voith in Bogenhausen durchsucht haben. Sie stützten sich dem Bericht zufolge dabei auf Elmers Akten. Zweifelsfrei geklärt sei aber noch nicht, ob es sich bei dem Mann aus dessen Unterlagen tatsächlich um Schuler-Voith handelt.

Der Rechtsanwalt von Schuler-Voith erklärte dazu, sein Mandant arbeite "mit den Ermittlungsbehörden konstruktiv zusammen und hat Interesse an rascher Aufklärung". Es handele sich um einen "lange zurückliegenden Vorgang, der in keinerlei Zusammenhang mit den aktuellen Berichterstattungen über eine CD mit Daten von Schweizer Bankkunden steht". Schuler-Voith weise die gegen ihn in der Öffentlichkeit erhobenen Vorwürfe "nachdrücklich zurück".

Tatsächlich handelt es sich um einen vertrackten Fall, dessen Anfänge zwölf Jahre zurückreichen. Anfang 1998 soll sich ein Schweizer Anwalt an die Niederlassung von Julius Bär auf den Caymans gewandt haben, um einen Trust namens "Moonstone" zu gründen. Der Anwalt handelte angeblich im Namen eines "Dr. Robert Schuler", über dessen Identität die Banker von Julius Bär in der Karibik allerdings wenig erfuhren. Er sei, so erfuhren sie später, in der Schweizer Kanzlei aber persönlich bekannt.

Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite

  1. Sie lesen jetzt Dr. Schuler - bitte melden!
  2. "Von Beruf Erbe"
Leser empfehlen