Nach heftiger Kritik reagieren führende Manager des angeschlagenen US-Versicherungsriesen AIG: Sie zahlen Boni zurück, insgesamt 50 Millionen Dollar.
Neun der zehn Manager mit den höchsten Zulagen hätten sich zur Rückzahlung bereit erklärt, von den Top 20 wollten 15 ihre Boni nicht behalten, teilte der New Yorker Staatsanwalt Andrew Cuomo mit. Nach seinen Schätzungen entspricht dies einem Betrag von 50 Millionen Dollar.
Bild vergrößern
Überraschung beim angeschlagen Versicherungsriesen AIG: Neun von zehn Managern mit den höchsten Zulagen erklären sich zur Rückzahlung ihrer Boni bereit. (© Foto: AP)
Anzeige
Cuomo bedankte sich bei den rückzahlungswilligen Managern für ihre Einsicht. Diese hätten richtig gehandelt und "dem Land gegeben, was es braucht". AIG hatte Anfang März bekanntgegeben, am Ende des vergangenen Jahres den größten Verlust der US-Wirtschaftsgeschichte gemacht zu haben. Das Unternehmen verlor im vierten Quartal 2008 rund 61,7 Milliarden Dollar (rund 49 Milliarden Euro). Für das gesamte vergangene Jahr beläuft sich der Verlust auf knapp 100 Milliarden Dollar.
Laut New York Times flossen nach Worten des New Yorker Generalstaatsanwalts Andrew Cuomo rund 47 Prozent der Prämien an Amerikaner.
Die Zeitung hatte zuvor berichtet, vor allem Manager aus der Sparte für Finanzprodukte wollten auf umstrittene Boni in Höhe von 30 Millionen Euro verzichten. Die Sparte gilt als hauptverantwortlich für die hohen Verluste des einstmals weltgrößten Versicherungskonzerns, den die Regierung mit Steuergeldern in Höhe von etwa 180 Milliarden Dollar vor der Pleite bewahrte.
Dass von den Geldern Mitte März noch mindestens 165 Millionen Dollar an Manager-Boni ausgezahlt wurden, hatte in den USA einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Das Repräsentantenhaus erließ in der vergangenen Woche eine 90-prozentige Strafsteuer für Manager von Unternehmen, die Staatshilfe erhalten. Die Zustimmung des US-Senats zu der Gesetzesvorlage gilt allerdings als fraglich.
US-Finanzminister Timothy Geithner muss an diesem Dienstag in der Affäre um Bonus-Zahlungen bei AIG im US-Repräsentantenhaus Rede und Antwort stehen. Kritiker halten Geithner unter anderem vor, er hätte die Zahlungen verhindern müssen. Der Staat hält immerhin inzwischen 80 Prozent der AIG-Anteile.
Appell an die Staatengemeinschaft
US-Präsident Barack Obama rief unterdessen andere Länder vor dem Weltfinanzgipfel mit einem eindringlichen Appell zum vereinten Kampf gegen die Weltwirtschaftskrise auf. Der Wohlstand einer jeden Nation sei in Gefahr und in Entwicklungsländern stünden Menschenleben auf dem Spiel, warnte Obama in einem am Dienstag veröffentlichten Beitrag in der Zeitung Die Welt.
Mit Blick auf den Londoner Gipfel am 2. April schrieb Obama, die Führer der G20 müssten nun mit mutigen und umfassenden Schritten eine Erholung anstoßen und eine "neue Ära ökonomischen Engagements einleiten, damit sich eine Krise wie diese niemals wiederholen kann".
"Auf unserem Weg voran sollten wir eine gemeinsame Verpflichtung begrüßen, freien Handel und Investitionen zu fördern und zugleich dem Protektionismus zu widerstehen", schrieb Obama. Alle Finanzinstitutionen bräuchten eine strenge Aufsicht und vernünftige Regeln. Es dürfe keinen Weg zurück zur Lage vor der Krise geben.
"Wenn wir weiterhin zulassen, dass Finanzinstitutionen überall auf der Welt rücksichts- und verantwortungslos handeln, bleiben wir im Kreislauf von Blase und Platzen gefangen", warnte der Präsident. "Zusammen können wir ein gemeinsames Rahmenwerk schaffen, das auf Transparenz und Rechenschaft besteht und den Fokus auf die Wiederherstellung des Kreditflusses legt, den Lebensnerv einer wachsenden globalen Wirtschaft." Nur internationale Maßnahmen könnten das Eingehen unverantwortlicher Risiken verhindern.
Zunächst gehe es darum, das Kreditwesen wiederherzustellen, sagte Obama. Dazu gehöre die ehrliche Bewertung der Bankenbilanzen. "Alle Märkte sollten Stabilitätsstandards und Mechanismen zur Offenlegung haben." Strenge Rahmenbedingungen für den Kapitalbedarf sollten künftig vor Krisen schützen. "Wir müssen hart gegen Steueroasen und Geldwäsche durchgreifen."
Rigorose Transparenz und Rechenschaftspflicht sollten Missbrauch verhindern. Auch mit "außer Kontrolle geratenen Abfindungen" müsse Schluss sein.
Obama fordert Anreize für Wirtschaftswachstum
Um die Konjunktur anzukurbeln, muss aus Sicht des US-Präsidenten rasch das Wirtschaftswachstum stimuliert werden. "Diese Anstrengungen sollten robust und nachhaltig sein, bis die Nachfrage wiederhergestellt ist."
Obama trat auch dafür ein, dass die Staatengemeinschaft der G-20 zusammen mit multinationalen Institutionen Außenhandelsfinanzierungen bereitstellen. Außerdem forderte Obama neue Mittel zur Stabilisierung von Schwellenländern. Die Notfall-Kapazitäten des Internationalen Währungsfonds (IWF) will er substanziell erhöhen. Amerika wolle Investitionen in die Ernährungssicherung unterstützen, "die den Ärmsten helfen können, die bevorstehenden schweren Zeiten zu überstehen".
"Ich weiß, dass Amerika seinen Anteil hat an dem Chaos, mit dem wir uns konfrontiert sehen", räumte Obama ein. Es gehe jetzt nicht darum, zwischen einem erbarmungslosen Kapitalismus und einer repressiven staatlich gelenkten Wirtschaft zu wählen. Das G-20-Treffen biete ein Forum für eine neuartige globale wirtschaftliche Zusammenarbeit.
"Jetzt ist es Zeit, zusammenarbeiten, um das nachhaltige Wachstum wiederherzustellen, das nur aus offenen und stabilen Märkten kommen kann, die sich Innovationen zunutze machen, Unternehmergeist fördern und Chancen vergrößern."
(AFP/Reuters/dpa/akh/pak)
Verkehrssünderdatei in Flensburg
Sie haben meinen Beitrag nicht verstanden? Liegt es an einem einzelnen Punkt, oder haben sie insgesammt zu diesem Thema keinerlei Wissen?
Das ist bekannt. Und jetzt?
auf den Zusammenhang unseres ( EU ) Tuns und dem darauf folgenden Ergebnis in West Afrika am Beispiel in Sachen Fischfang hingewiesen.
Einfaches Beispiel mit weitreichenden negativen Folgen für Alle Beteiligten !
"da gibt es viele Punkte, die gegen ewiges Wachstum sprechen: "
Seit wann geben sie solch leeren Versprechen? 1929 hatten wir eine Luftblase. Die ist geplatzt. Aber die Wirtschaft ist heute größer als Damals. Womit ihr 1. Punkt offenbar völlig falsch ist.
Die Erde war bisher immer begrenzt. Trotzdem ist die Wirtschaft gewachsen. Offenbar ist an ihrem 2. Punkt auch nichts dran.
Und ihr dritter Punkt ist ja völlig absurd: Durch die Vernunft kammen die Menschen zu neuen Ideen und neuer Technologie, also Wirtschaftswachstum. Sie bringen da einen Beweis, der gegen ihre Theorie spricht um ihre Theorie zu belegen?
"die sind reich, weil wir arm sind"
es existiert kein kausalzusammenhang zwischen unserem wohlstand und den wenigern wohlhabenden in unserem land bzw. anderen ländern. vielmehr kommt eine geistige fähigkeit dazu, sich auf einen strukturwandel entsprechend einzustellen - und wenn es mit hilfe von beratern geschieht, die man dann auch entlohnen kann.
in den afrikanischen ländern kommt eine korruption hinzu, die man wiederum nur schwer mit westlichen tätigkeiten begründen kann. vielmehr wollte tinus darauf hinweisen, dass es um einen chancengleichheit gehen sollte und nicht um eine gleichverteilung von vermögen!
j.
Paging