Eine US-Bank hat unverschlüsselte Daten von 4,5 Millionen Kunden verloren. Aus einem Transporter verschwanden einige Bänder, der Rest blieb unversehrt. Die Betroffenen erfuhren erst nach drei Monaten von dem Skandal - die Empörung ist groß.

Die Bank of New York Mellon (BNY) hat Datenträger mit unverschlüsselten persönlichen Daten von rund 4,5 Millionen Kunden verloren. Verantwortliche des Kreditinstituts bestätigten den Verlust.

Bankdaten weg - und die Kunden erfahren erst Wochen später davon. (© Foto: AP)

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Vor drei Monaten sollte ein Dienstleister die Bänder zu einer Außenstelle der Bank transportieren. Bei diesem Transport verschwanden die Datenträger, wie das Magazin Computerworld berichtet.

Nur einige Bänder verschwanden

Auf den Bändern sind Namen, Geburtsdaten, Sozialversicherungsnummern und andere Informationen über Kunden von BNY Mellon und der People's United Bank of Bridgeport gespeichert. Die Bank hat bereits damit begonnen, betroffene Kunden zu informieren. Bislang sollen die unverschlüsselten Daten noch von niemandem verwendet worden sein.

"Wir würden die Betroffenen gerne mit mehr aktuellen Informationen des Vorfalls versorgen, doch das ist uns momentan noch nicht möglich," sagte BNY-Sprecher Ron Sommer.

Der Generalstaatsanwalt von Connecticut, Richard Blumenthal, warf der Bank zudem vor, die Kunden nicht über die Sicherheitslücke informiert zu haben.

Klage gegen die Bank

"Der Verlust dieser Bänder - die bis jetzt nicht gefunden wurden - ist unerklärlich und inakzeptabel. Besonders besorgniserregend ist, dass die Kunden so spät informiert wurden. Das hat das Risiko für die Betroffenen noch erhöht."

Blumenthal will den Vorfall untersuchen. Er verlangt Erklärungen von BNY, warum einige Bänder verschwanden, andere, die im selben Fahrzeug transportiert wurden, jedoch unversehrt an der Außenstelle abgeliefert wurden.

Ein Anwalt, der 40 Betroffene vertritt, leitete juristische Schritte gegen die New Yorker Bank ein. Der Jurist Michael Stratton warf der Bank vor, dass die Daten unverschlüsselt transportiert wurden. Er bezeichnete als unvorstellbar, dass kein technisch ausgefeiltes Verschlüsselungsprogramm verwendet wurde, um die Informationen zu schützen.

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(sueddeutsche.de/jkr/mel)