Gute Laune am Ende einer turbulenten Woche: Der Dax hat im Plus geschlossen, die US-Börsen haben mit kräftigen Kurssprüngen auf die US-Rettungspläne reagiert.

Die US-Börse reagierte mit kräftigen Kurssprüngen auf die Regierungspläne. Der Dow Jones Industrial ging am Freitag mit einem Plus von 3,35 Prozent auf 11 388,44 Zähler aus dem Handel. Der marktbreite S&P-500-Index kletterte sogar um 4,02 Prozent auf 1254,99 Zähler.

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An der Nasdaq gewann der Composite-Index 3,40 Prozent auf 2273,90 Punkte. Der Nasdaq 100 legte um 2,81 Prozent auf 1745,06 Punkte zu. Zuvor hatten bereits in London, Paris und Hongkong die Kurse um fast zehn Prozent zugelegt. Der Deutsche Aktienindex Dax stieg um 5,56 Prozent auf 6189,53 Punkte.

Auch die Börsen in São Paulo und Mexiko-Stadt schlossen mit deutlichen Gewinnen. Der Handelsplatz in São Paulo, die größte Börse Südamerikas, verzeichnete ein Plus von 9,57 Prozent. In Mexiko-Stadt endete der Handel mit einem Plus von 4,57 Prozent.

Zwölfte US-Bank in die Pleite gerissen

Doch während am Ende der turbulenten Woche an der Börse gute Laune herrschte, ist in den USA infolge der Finanz- und Immobilienkrise die zwölfte US-Bank in diesem Jahr geschlossen worden.

Das Institut mit fünf Filialen im US-Bundesstaat West Virginia und weiteren drei in Ohio hatte nach Angaben des US-Einlagensicherungsfonds FDIC (Federal Deposit Insurance Corporation) Ende Juni 115 Millionen Dollar an Vermögenswerten und 102 Millionen Dollar an Einlagen. Der Zusammenbruch der Bank, deren Konten nun von der Pioneer Community Bank und die Citizens Savings Bank fortgeführt werden sollen, dürfte den Sicherungsfonds geschätzte 42 Millionen Dollar kosten.

Die US-Notenbank Federal Reserve pumpte unterdessen weitere 20 Milliarden Dollar in das notleidende Bankensystem. Die strauchelnden Banken hatten nach Angaben der Fed sogar mehr als 55 Milliarden Dollar an frischem Geld angefragt. Insgesamt stellte die US-Notenbank in dieser Woche bereits 240 Milliarden Dollar zur Verfügung.

McCain kritisiert Eingreifen der Fed

Der republikanische US-Präsidentschaftskandidat John McCain hatte zuvor die Fed für die Rettung von in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen scharf kritisiert und einen eigenen Lösungsvorschlag für die Finanzkrise präsentiert. "Die Federal Reserve sollte sich wieder um ihr eigentliches Geschäft kümmern, das darin besteht, verantwortungsvoll unseren Geldbedarf und die Inflation zu lenken", sagte McCain auf Wahlkampftour im US-Bundesstaat Wisconsin.

Wichtig sei es, dass die Fed die Kaufkraft des Dollars absichere. Ein starker Dollar werde Energie- und Lebensmittelpreise verringern, nachhaltiges Wirtschaftswachstum fördern und die Wirtschaft wieder in Schwung bringen. Der Senator aus Arizona kritisierte die US-Regierung zudem, scheinbar wahllos einige Unternehmen wie etwa die Hypothekenfinanzierer Fannie Mae und Freddie Mac zu retten und andere ihrem Ruin zu überlassen.

McCains Lager gab am Freitag zudem die Grundzüge eines Plans zur Reform der US-Finanzmärkte bekannt. Dieser sieht die Gründung eines Treuhandfonds für Hypothekenbanken und Finanzinstitutionen (MFI) vor, der gemeinsam mit Behörden und Privatwirtschaft schwächelnde Finanzinstitutionen stärken soll, bevor sie zahlungsunfähig sind.

Der Fonds wäre den Angaben nach unter den Fittichen des Finanzministeriums und würde von einem Direktorium geleitet, dem auch der Fed-Chef und der Finanzminister angehörten. Unternehmen, die auf Hilfe zurückgriffen, würden nicht verstaatlicht und könnten "Liquiditätsdarlehen" zu angemessenen Zinssätzen in Anspruch nehmen. Der Trust könne außerdem eine Kontrollmehrheit in den in Schwierigkeiten geratenen Unternehmen ausüben.

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(dpa/Reuters/hai)