Das krisengeschüttelte amerikanische Finanzsystem ist nach Ansicht des US-Präsidenten Obama und Finanzminister Geithner auf dem Weg der Erholung.
Knapp eineinhalb Jahre nach Beginn der schwersten Rezession seit Jahrzehnten sieht die US-Regierung zunehmend Licht am Ende des Konjunkturtunnels. Die größte Volkswirtschaft der Welt zeige bereits eine "gewisse Rückkehr zur Normalität", sagte Präsident Barack Obama.
Leiser Hoffnungsschimmer: Amerikas Volkswirtschaft zeige "eine gewisse Rückkehr zur Normalität", glaub Barack Obama. (© Foto: AP)
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Zugleich betonte sein Finanzminister Timothy Geithner, auch das krisengeschüttelte Finanzsystem sei auf dem Wege der Erholung. "Es gibt wichtige Anzeichen dafür, dass unser Finanzsystem zu gesunden beginnt", erläuterte er vor einem Senatsausschuss.
Vorsichtiger äußerte sich derweil die US-Notenbank im Protokoll ihrer jüngsten Sitzung, die allerdings schon rund drei Wochen zurückliegt. Darin bekräftigten die Mitglieder des Offenmarktausschusses, es gebe weiter "erhebliche Abwärtsrisiken" und das weltweite Finanzsystem sei nach wie vor "anfällig für weitere Schocks".
Bis Ende kommenden Jahres werde die US-Arbeitslosigkeit über neun Prozent liegen. Da sich die Schwierigkeiten des Bankensektors und der Kreditmärkte nur langsam verringerten, werde die erwartete Erholung 2010 nur verhalten ausfallen. Im Jahr darauf sei dann mit beschleunigtem Wachstum zu rechnen. Die Rezession in den USA begann offiziell im Dezember 2007.
Auch Obama äußerte die Erwartung, dass die Arbeitslosigkeit voraussichtlich einige Zeit hoch bleiben werde. "Wir erwarten, dass es zu einer gewisse Stabilisierung der Wirtschaft kommt", sagte er während der ersten Sitzung eines von ihm geschaffenen und von Ex-Notenbankchef Paul Volcker geleiteten Beratergremiums, das Ideen für Wege aus der Krise entwerfen soll. "Der Konjunkturmotor wird wieder laufen", unterstrich Obama, ohne aber einen Zeitrahmen zu nennen.
Geithner führte als Belege für eine Besserung der Lage gefallene Risikoaufschläge etwa für Unternehmens- und Kommunalanleihen an. Dank der Kreditprogramme der Notenbank kämen auch wieder Neuemissionen auf den Markt. Geithner nannte diese positiven Anzeichen "ermutigend", das "Ausbluten" der Wirtschaft habe sich verglichen mit dem Höhepunkt der Turbulenzen deutlich verlangsamt.
Ein schnelles Ende der Krise erwarte er allerdings nicht. "Der Erholungsprozess und die Reparatur des Finanzsystems wird seine Zeit brauchen." Man sei noch am Anfang.
Jedoch habe sich das Finanzsystem als Folge der Krise bereits deutlich verändert und angepasst. Geldinstitute finanzierten sich inzwischen konservativer, Schulden seien abgebaut worden und von den anfälligsten Teilen des Finanzwelt außerhalb der Banken gehe nicht mehr dieselbe Gefahr aus wie einst, betonte der Minister.
Laut Geithner sollen die staatlichen Programme, die Banken von Ramschpapieren befreien sollen, Anfang Juli an den Start gehen. Die US-Regierung will mit Unterstützung privater Investoren für bis zu eine Billion Dollar (735 Mrd Euro) faule Kredite und Problempapiere aufkaufen. Privatsektor und der Staat sollen demnach das Risiko gemeinsam schultern, sich aber auch mögliche Profite teilen.
Konjunkturdaten belasten US-Börsen
Die Börsen unterdessen teilten den Optimismus nicht: Neue Zweifel über eine schnelle Erholung der US-Wirtschaft haben die Aktienmärkte in New York am Donnerstag ins Minus gedrückt. Für schlechte Stimmung sorgten vor allem Daten vom Arbeitsmarkt.
Die Zahl der US-Bürger, die länger Arbeitslosenhilfe beziehen, stieg auf ein Rekordhoch. Auf dem Markt lastete aber auch die drohende Herabstufung der Bonitätsnote Großbritanniens. Dies sei ziemlich negativ aufgenommen worden, sagte Rick Meckler, Präsident der Investmentfirma LibertyView Capital Management.
Der Dow-Jones-Index der Standardwerte fiel in den ersten Handelsminuten um 1,5 Prozent auf 8297 Punkte. Der breiter gefasste S&P-500 verlor 1,2 Prozent auf 892 Zähler. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gab 1,1 Prozent auf 1708 Stellen ab.
Die Ratingagentur Standard & Poor's senkte den Ausblick für Großbritannien von "stabil" auf "negativ" - zum ersten Mal überhaupt seit den 80er Jahren. Viele Marktteilnehmer befürchteten, dass dies angesichts der hohen Ausgaben und niedrigen Steuereinnahmen der Regierungen noch weiteren Ländern passieren könnte. Auf ihre Stimmung drückten zudem noch immer die Aussagen der Fed vom Vorabend, die sich pessimistischer zur wirtschaftlichen Entwicklung in diesem Jahr zeigte. Dies versetzte Konjunkturoptimisten einen Dämpfer.
Im Blickpunkt stand erneut die Bank of America. Einem Zeitungsbericht zufolge will die größte Bank des Landes bis Jahresende 45 Milliarden Dollar an Staatshilfen zurückzahlen. Die Börse quittierte dies mit einem Aufschlag von 0,7 Prozent. Die Titel von General Motors notierten kurz nach Ablauf der Gebotsfrist für die deutsche Tochter Opel 3,5 Prozent im Plus.
(dpa/Reuters/hai)
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Der Tunnelausgang ist verschüttet , und das Licht kommt von der anderen Seite - ... Feuerwehr und Notärzte ;-))) !
Banken derzeit an die Lichter eines entgegenkommenden Zuges ...