US-Rapper 50 Cent: Twitter Lukrativer Tipp vom Gangsterrapper

Den Fans sei Dank: Der US-Rapper 50 Cent verdiente an einem Tag fast neun Millionen Dollar - weil er einen Aktientipp via Twitter veröffentlichte. Doch vielleicht ist er zu weit gegangen.

Von Hannah Wilhelm

Rund 8,7 Millionen Dollar. Verdient an einem einzigen Tag. 50 Cent, US-amerikanischer Rapper, Unternehmer, Millionär, dürfte recht zufrieden mit seinem Jahresstart sein. 8,7 Millionen Dollar sind auch für ihn ein guter Verdienst. Die Arbeit dafür hielt sich in Grenzen. Am vergangenen Wochenende verschickte der Rapper ein paar Nachrichten mit einem Aktientipp über Twitter, dem Kurznachrichtendienst im Internet, bei dem er 3,8 Millionen Fans hat. Man solle Papiere des Unternehmens H&H Imports Inc. kaufen, so sein Rat. Das berichtet die Tageszeitung New York Post.

50 Cent, mit bürgerlichem Namen Curtis James Jackson, besitzt selbst fast 13 Prozent der Anteile an diesem Unternehmen. Man könne da sein Geld verdoppeln, soll 50 Cent seinen Lesern geraten haben. Und er behielt recht: Der Kurs stieg nach seinen Twitter-Nachrichten tatsächlich um mehr als das Doppelte. Offensichtlich glaubten seine 3,8 Millionen Fans ihm, dass es da etwas zu verdienen gibt, und kauften die Wertpapiere.

Ja, "BIG MONEY", wie der 35-Jährige getwittert haben soll. Und für ihn war auf jeden Fall großes Geld drin, denn seine Beteiligung an dem Unternehmen ist nun wesentlich mehr wert als am Tag zuvor. Ja, das große Geld ist sein Ding. Es scheint ihn magisch anzuziehen, ihn anzutreiben. Er wuchs in Queens auf, einem Stadtteil von New York, ärmlich, heruntergekommen, hart. Er träumte von einem besseren Leben. Mit Geld. Ohne Not. Seinen Künstlernamen 50 Cent klaute er einem Gangsterboss. Mit zwölf begann er zu dealen. Mit 16 verdiente er mit dem Verkauf von Crack 5000 Dollar am Tag.

Mit Ende 20 veröffentlichte er seine erste Platte, die sich in den ersten vier Tagen fast 900.000-mal verkaufte. Ihr Name: "Get Rich Or Die Tryin'", zu Deutsch: Werde reich oder stirb bei dem Versuch dabei. Ja, 50 Cent liebt das Geld. Durch die Musik wurde sein Name bekannt, reich wurde er durch andere Dinge: Er hat eine eigene Modelinie, schauspielert, vermarktet Computerspiele, Handy-Klingeltöne und ein Vitamin-Mineralwasser. An dessen Hersteller hielt er zehn Prozent - als Coca-Cola das Unternehmen übernahm, brachte dem Rapper das 400 Millionen Dollar Gewinn.

Von ganz unten nach ganz oben

Das ist das Leben, von dem er geträumt hat. Mit Geld. Ohne Not. Er gibt gerne den großen Unternehmer, den, der es geschafft hat von ganz unten nach ganz oben. 2008 veröffentlicht er ein Buch: "Geld Macht Freiheit. 10 Gesetze für den täglichen Businesskampf". In der vergangenen Woche tauchte 50 Cent gar im angesehenen Dealbook auf, einem Finanz-Blog der New York Times. Er plauderte über sein soziales Netzwerk ThisIs50.com und darüber, was Facebook denn nun so wert sei. Am Freitag stellte er auf einer Konsummesse drahtlose Kopfhörer vor, die seinen Namen tragen.

Den Vertrieb der Teile übernimmt die Firma H&H Imports, also eben jene, deren Aktien 50 Cent dann seinen Fans empfahl. Übrigens: Seine Aktientipps wurden nachträglich gelöscht. Dem britischen Guardian zufolge könnte das nun ein Fall für die US-Börsenaufsicht SEC werden. Vielleicht ist 50 Cent zu weit gegangen. Bei seiner Jagd nach dem großen Geld.