Nervosität an der Wall Street: Banken versuchen, der amerikanischen Immobilienkrise in letzter Minute noch Herr zu werden.
Mehrere große Kreditinstitute verlangen von bedrängten Hypothekengesellschaften ihr Geld zurück. Sowohl die Aktienkurse als auch der Dollar waren am Dienstag, wie schon am Tag zuvor, wegen der Auswirkungen der Krise unter Druck.
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New Century, einer der größten Hypotheken-Verkäufer der USA, kündigte an, seinen Zahlungsverpflichtungen nicht mehr nachkommen zu können.
Ob die Firma Gläubigerschutz nach Artikel elf des amerikanischen Konkursrechts beantragen wird, war am Dienstagabend noch offen. An der New Yorker Börse war der Handel mit den Aktien den zweiten Tag in Folge ausgesetzt. Das Papier hatte seit Jahresbeginn 90 Prozent seines Wertes verloren.
Hohes Risiko - hohe Zinsen
New Century ist der zweitgrößte Anbieter so genannter Subprime Loans, also von Hypotheken-Krediten an Hauseigentümer mit schlechter Bonität. Bei diesen Krediten verlangt die Bank nur wenige Auskünfte über das Einkommen des Schuldners und prüft auch nicht, ob dieser jemals Chancen hat, seinen Kredit zurückzuzahlen.
Das hohe Risiko lässt sich die Bank mit hohen Zinsen entgelten. Ein weiterer wichtiger Anbieter von Subprime Loans, die Firma Accredited Homelenders, meldete am Dienstag dringenden Kapitalbedarf an. Dessen Aktienkurs halbierte sich daraufhin bei Börsenöffnung. Mehrere kleinere, nicht börsennotierte Hypotheken-Anbieter haben bereits schließen müssen.
Die Preise für Wohnimmobilien sind in den vergangenen Monaten deutlich gesunken. Deshalb schrumpft der Beleihungswert der Objekte, und viele Besitzer müssen automatisch ihre Kredite zuirückzahlen. Auch waren manche Kredite so unseriös, dass die Schuldner nicht einmal die erste Rate bedienen konnten. Generell kommen immer mehr Hauseigentümer mit geringem Einkommen in Zahlungsverzug und bringen damit auch die Hypothekenbanken in Schwierigkeiten.
Jedes zehnte entsprechende Darlehen sind inzwischen notleidend. Brisant für die Wall Street ist diese Entwicklung vor allem deshalb, weil viele große Banken den Hypothekenhändlern große Summen zur Verfügung gestellt haben, um selbst an dem Geschäft mit seinen hohen Margen teilhaben zu können. Sie kauften die Hypotheken, bündelten sie und brachten sie zum Teil als Wertpapiere, so genannte Mortgage Backed Securities, in den Handel.
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Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Geschichte wiederholt sich selten identisch.
Aber die Ereignisse des Jahres 1929 sind schlicht Fakten. Derzeit gibt es einfach wieder zu viele Fakten, die zu viel negatives Potential in sich bergen, z.B. eine kleine Schießerei im saudischen Königshaus. Mit dem freien Markt allein, ist da nichts zu gewinnen.
Puh, die bisherigen Kommentare muffeln ja wie die Webstuben im Marx'schen Manchester ... alles voller Untergangspropheten.
Wie wär's denn damit: jeder hat die Freiheit Kredite aufzunehmen oder auch nicht, jeder hat die Freiheit Risiken einzugehen und Chancen zu nutzen oder auch nicht.
Wer Stillstand will, soll ihn gerne für sich persönlich haben. Man hat aber anscheinend die Lehren des Experiments Kommunismus/ Sozialismus nach 17 Jahren schon wieder vergessen. Was aber richtig nervt, sind Kommentare a la die bösen Großbanken - wie weltfremd muss man sein ...
In diesem Sinne
Zu tomandcherry's Kommentar: Wow, was sollen wir nun machen wenn Ihr Doomsday Szenario eintritt?
Die Realität ist doch, dass die Refinanzierung des Subprime Mortgage Segments primär über die Kapitalmärkte erfolgt mit einer sehr breiten Diversifizierung. Insofern ist der SZ Artikel irreführend - man hat wieder einmal seine Hausaufgaben nicht gemacht - typisch bei der SZ im Bereich Finanzen. Es wird nämlich hier unterstellt, dass die Refinanzierung ausschliesslich über Banken erfolgt. Die Refinanzierung erfolgt jedoch im Kapitalmarkt über sog. Mortgage Backed Securities (MBS). Die Banken geben i.d.R. nur Liquiditätslinien für einen Teil der MBS (den weniger risikoreichen Senior Tranchen) und sind erstrangig besichert - die Immobilien werden ja irgendeinen Wert haben, oder? Unwahrscheinlich, dass sie gar nichts mehr Wert sind. Die wirklich risikoreichen subordinierten MBS Refinanzierungstranchen liegen primär bei Nichtbanken: Fonds, Hedge Fonds, Pensionskassen und CDO Investoren - unter anderem wahrscheinlich auch bei einigen deutschen Investoren. Die werden schwitzen und bluten.
Diese Korrektur im amerikanischen Immobilienmarkt ist lange überfällig, wird viel Geld kosten und am Ende Historie sein, wie so manche andere Krise. Also nicht den Mut verlieren!
Das ist erst der Anfang eines wirtschaftlichen Niedergangs, der weltweit einsetzen wird.
Da sämtliche Kapitalmärkte miteinander "vernetzt" sind, wird es noch viel stärkere Auswirkungen haben, als wir bisher glauben.
Das Großkapital wird die von ihr gesteuerten Regierungen zwingen, noch mehr Anstrengungen zu unternehmen, um "global players" die Bedingungen zu schaffen, die sie im Rennen um immer größere Profite benötigen.
Gewinnsprünge im zweistelligen Bereich, künstliches pushen der Aktienkurse, jeden Tag von früh bis spät wird man über die Aktienmärkte informiert. Ein Tanz um das goldene Kalb...
Alles wird auf dem Rücken der Menschen ausgetragen, ob in Europa, Amerika oder den Entwicklungsländern. Wer nicht pariert, wird "entsorgt". Was interessieren uns die Klimaprobleme? Tsunamis gibt's doch nur in Asien, das ist weit weg.
Immer weiter, immer weiter - kein Stillstand. Wir müssen noch profitabler werden! Und das nächste Unternehmen steht zur übernahme bereit. Milliarden haben wir dafür angespart, jetzt kaufen wir auch noch den letzten Konkurrenten.
Und dann fällt mir wieder der berühmte Spruch der Cree-Indianer (?) ein:
"Erst wenn der letzte Baum gefällt, der letzte Fisch gefangen und der letzte Fluss vergiftet ist, werdet Ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann."
In diesem Sinne...
trägt den Keim des Untergangs bereits in sich, denn er sägt sich die Beine ab auf dem er steht:
Die Menschen!
Paging