Das US-Finanzsystem am Abgrund: Die angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers beantragt Insolvenz, die Bank of America übernimmt Merrill Lynch - und die US-Notenbank kündigt ein milliardenschweres Notprogramm an.
Die US-Finanzbranche hat sich auf einen Schlag dramatisch verändert: Die schwer angeschlagene Investmentbank Lehman Brothers steht definitiv vor dem Aus und beantragte am Montagmorgen Gläubigerschutz. Die Bank of America übernimmt die ebenfalls angeschlagene US-Investmentbank Merrill Lynch - für rund 50 Milliarden Dollar.
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Nicht mehr zu retten: Die legendäre US-Investmentbank Lehman Brothers. (© Foto: AP)
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Gekämpft - und doch verloren
Bis zuletzt hatte Lehman Brothers ums Überleben gekämpft, doch auch mehrere Krisensitzungen am Wochenende brachten keine Rettung für das fast 160 Jahre alte Institut. Die verzweifelten Rettungsbemühungen für Lehman Brothers scheiterten letztlich daran, dass die US-Regierung in anderen Fällen geleistete Staatshilfen vehement ausschloss und die Branche nicht bereit war, die milliardenschweren Risiken zu übernehmen.
Die bis dato viertgrößte US-Investmentbank war durch Milliardenverluste im Zuge der Hypothekenkrise ins Schlingern geraten. Am vergangenen Mittwoch hatte das Institut einen Verlust von 3,9 Milliarden Dollar (2,8 Milliarden Euro) im dritten Quartal bekanntgeben müssen. Seit Wochenbeginn verlor die Aktie der Investmentbank mehr als drei Viertel ihres Werts, allein am Donnerstag büßte das Papier 40 Prozent an Wert ein. Seit Februar verlor die Lehman-Aktie 88 Prozent ihres Wertes. Das Institut ist eine der prominentesten Wall-Street-Banken. Bereits im Vorquartal verzeichnete sie ein Minus von 2,8 Milliarden Dollar.
Angst vor weltweiten Schockwellen
Die Lehman-Insolvenz schürt nun Ängste vor neuen weltweiten Schockwellen an den Finanzmärkten. "An der Wall Street ist nichts mehr so, wie es am vergangenen Freitag noch war", sagte ein Börsenberichterstatter auf n-tv.
Die Bank of America - nahezu bis zuletzt als Interessent für Lehman im Gespräch - übernimmt ihre Rivalin Merrill Lynch. Die Übernahme im Wert von 50 Milliarden Dollar solle in Aktien gezahlt werden, teilte die Bank of America in der Nacht auf Montag mit.
Durch den Kauf werde ein einzigartiger Finanzdienstleister geschaffen, hieß es. Bank of America bietet 0,8595 Stammaktien für jede Merrill-Lynch-Stammaktie. Die Transaktion soll im ersten Quartal 2009 abgeschlossen werden. Die Bank of America rechnet mit Kosteneinsparungen von sieben Milliarden Dollar vor Steuern bis 2012.
Die Bank of America gehört zu den führenden US-Banken. Merrill Lynch war zuletzt wegen Milliardenverlusten und einem drastischen Kursverfall immer stärker unter Druck geraten.
Mit der Pleite von Lehman verschwindet binnen sechs Monaten die zweite US-Investmentbank als eigentständiges Institut vom Markt. Erst im März hatte die Investmentbank Bear Stearns wegen der Kreditkrise ihrem Zwangsverkauf an den Finanzkonzern JP Morgan Chase zustimmen müssen. Damit gibt es jetzt nur noch zwei unabhängige Investmentbanken an der Wall Street statt fünf wie zu Jahresbeginn.
Die US-Notenbank (Fed) kündigte Maßnahmen zur Stützung der Finanzmärkte an. Mit einem Kreditprogramm in Höhe von 70 Milliarden Dollar wollen überdies zehn Banken die seit Monaten anhaltende Finanzmarktkrise entschärfen. Jedes Finanzinstitut werde sieben Milliarden Dollar beisteuern, teilte die Gruppe in New York mit, darunter JP Morgan Chase und Goldman Sachs.
Weitere Finanzhäuser könnten beitreten und die verfügbare Summe erhöhen. Die Kredite sollen teilnehmenden Banken zugutekommen, die jeweils maximal ein Drittel der Gesamtsumme erhalten können.
Notenbankchef Ben Bernanke sagte in Washington, vorausgegangen seien Gespräche unter anderem mit Vertretern des Finanzministeriums am Wochenende.
Ziel sei gewesen, "potentielle Schwachstellen des Marktes als Folge einer Abwicklung einer bedeutenden Finanzinstitution" zu identifizieren und über "geeignete Reaktionen des öffentlichen und privaten Sektors" nachzudenken.
- Schwarzer Montag der Wirtschaft Down auf der Wall Street 15.09.2008
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- Banken am Abgrund Gezockt und verloren - die Opfer der Finanzkrise 06.02.2008
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/AFP/mel/hgn)
Christopher Lee zum 90.
@Dagobert1:
Die Zahlen vom Statistischen Bundesamt zeigen in vielen Warengruppen, dass wir über zehn Jahre nur 20 bis 30 % Preiserhöhung gehabt haben. Das bedeutet weniger als 2-3% im Jahr. Also drastisch weniger als in den siebziger Jahren:
www.destatis.de/jetspeed/portal/cms/Sites/destatis/Internet/DE/Content/Statistiken/Zeitreihen/WirtschaftAktuell/Preismonitor/Uebersicht/Preismonitor,templateId=renderPrint.psml
Wenn man diese Zahlen als stark hedonisch untertrieben bezeichnet, dann zeigt das, dass man mit ihnen hedonistisch Schnabernack betreibt und von einer seriösen Analyse meilenweit entfernt ist.
Das gleiche hat man von der Sowjetunion anfang der 90 Jahren befürchtet und ist nichts passiert, aber bei den Amerikaner sollte man lieber aufpassen. Ich nehme an, dass sie genug mit ihren eigen Wunden haben werden. Kriege kosten Geld und die amerikanische Bürgen werden erstmal ihre eigene Zukunft und Überleben sichern, als die ganze Welt wie cowboys retten. Aber sie sind im Pakistan, könnten Iran angreifen und führen ein bedecktes aber reelles Krieg mit China (wirtschafltlich, strategisch -siehe Afrika usw.- und militärisch haben die Chinesen auch ihre Möglichkeiten mit Systeme die die elektronik in Umkreise von bis 100 km lahm legen können) und wenn Mc Cain kommt werden sie auch Russland in Visier haben (ich glaube aber nicht, dass er gewinnt).
Ich bin nicht der Einzige in den USA (auch einige Volkswirte dort sind der Meinung) so zu denken. Ich nehme an, das der US $ bis Ende des jahres stürtzen wird und Gold und Silber steigern werden. Ich habe es ja in diesem Formum mehrmals gesagt. Geld durch Geld oder durch eine Inflation bestimmter Aktivposten geht auf die Dauer schlecht. Und immer mindestens ein 20% Rendite durch Vermögensverwalter z. B. zu suchen geht nur für die wenigsten.
Merrill Lynch ist eingekauft worden, war dann wahrscheinlich so engeschlagen wie Lehman Brothers oder sogar mehr. Das Problem ist folgendes. Die Regierung ist Pleite. Die Blase allein von Freddie Mac und Fannie Mae beläuft sich in Wirklichkeit mit ihrem 6 Billionen an Verbindlichkeiten und ein 25 % Abstieg des Immobilienwertes wahrscheinlich auf 1,5 Billionen, weit weg von den 200 Milliarden $, die die Regierung zur Verfügung gestellt hat, wahrscheinlich um nur die sofortige Liquiditätspanne zu verhindern und Zeit zu gewinnen. Ein Defizit (kumuliert) in seinem Budget von 1,2 billionen $, in diesem Jahr werden sie eine halbe Billionen in Bonds nicht zahlen können, jeder Amerikaner schuldet ca. 120.000 , die Druckmaschine drückt mehr $ als was die Wirtschaft schafft, die sowie so ein chronischer Handelsdefizit von ca. 700 Milliarden/Jahr hat. Nur ein 11% der Wirtschaft ist produktiv, der Rest sind Dienstleistungen und ein 73% der Wirtschaft basiert auf Konsum und auf Kredit. Greenspan hatte mit seinem 1%-2% Zinsen die Banken zu sehr großen Risiken geführt (China, Immobilienblase, CDOs usw.). Jetzt bricht der Kreislauf (China, Asien i.a., Europa außer Deutschland etwas weniger), und es entstehen neue Märkte und Währungen?
Die Golfstaaten und Russland wollen ein neues System (auf Gold unterstützt), Mercosur will der $ aus seinen internen Transaktionen ausschließend (die Versicherungskosten sind zu hoch) und Europa wird wahrscheinlich in der Zukunft seine Investitionen und Exporte wo anders orientieren. Es hat keinen Sinn Geld aufs leer zu pumpen oder jemandem etwas zu verkaufen, wenn er Insolvent ist und nur durch neue Schulden sein Standard hält. Die gute Sache dabei ist, dass sowohl in Asien als in Europa eine Überproduktion und nicht das Gegenteil wie in den USA gibt. Das Geld muss in Europa bleiben, die Kredite müssen in Europa bleiben, unser Standard muss wachsen (Standard= Produktion) und nicht der von den Amerikanern, die mit seinen kriegerischen und aggressives Verhalten für genug Unruhen in der Welt sorgen. Wir müssen uns neue Regeln für das Banksystem überlegen (zurzeit überdimensioniert). Die Krise/Blase ist durch die Banken verursacht worden. Die Blase ist für mich auch entstanden, weil man die Mittelklasse zu sehr mit Kredite Weltweit gepumpt hat und der Grund war für mich eine schlechte Verteilung des Wohlstandes. Es kann nicht sein, dass in den USA 340 Familien so viel Einkommen wie ein 40% der Bevölkerung haben. Ich bin nicht der Einzi
@hannibal-karthago:
Zwischen hedonistisch und hedonisch gibts einen kleinen, aber feinen Unterschied ;-)
Zum Thema: Dachte immer, die Realität wird verdrängt wenn man sie nur mehr ausschnittweise wahrnimmt und nicht als ganzes (Stichwort Warenkorb).
So kann man sich irren :-)
Paging