Anleihen gelten in normalen Zeiten als sichere Anlage - doch die Zeiten sind aufgrund der Finanzkrise alles andere als normal.
Das mussten Tausende Investoren erleben, die ihr Geld in Auction Rate Securities (ARS) gesteckt hatten. Diese Anleihen werden traditionell von amerikanischen Städten und von Studentenbanken begeben, die so ihre langfristige Geldnachfrage zu günstigen Konditionen decken. Investmentbanken wie Goldman Sachs, Lehman Brothers, Merrill Lynch, aber auch Citi und die Schweizer Bank UBS hatten die Produkte als Alternative zum Geldmarkt beworben, mithin als sehr sichere Investition. Im Februar brach der Markt jedoch komplett zusammen. Die Finanzkrise hatte die Nachfrage erstickt. Die Anleger kamen nicht mehr an ihr Geld.
Verunsicherte Wall Street: Die Finanzkrise hat die Verbraucher massiv verunsichert. (© Foto: AP)
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Jetzt haben sich die US-Banken Citi und Merrill Lynch dazu bereit erklärt, die umstrittenen Anleihen in Milliardenhöhe von Zehntausenden Kunden zurückzukaufen. Das war keine noble Geste, sondern nackte Angst vor Sanktionen durch die US-Finanzaufsicht SEC. Die Ermittler waren gerade dabei, gegen die Banken wegen irreführender Vermarktung und betrügerischen Verhaltens vorzugehen. Die Institute haben daher jetzt einem Vergleich zugestimmt.
Markt einfach so zusammengebrochen
ARS sind Anleihen mit Laufzeiten von 20 Jahren. Das Besondere dieser Konstrukte: Der Zinssatz ist variabel und wird alle sieben bis 49 Tage neu festgelegt, und zwar in einem Bieterverfahren. In der Vergangenheit war dieser 330 Milliarden Dollar schwere Markt sehr liquide. Anleger konnten zum Auktionstag ihre Anleihe problemlos verkaufen, sei es, weil sie das Bargeld brauchten; sei es, dass sie mit der Zinsentwicklung nicht zufrieden waren. Doch Mitte Februar kollabierte der Markt: Niemand machte mehr ein Angebot, alle horteten ihr Geld - ein Albtraum für jeden Auktionator.
Hintergrund des Käuferstreiks ist die bis heute andauernde Kreditkrise und der gewachsene Unwille der Investoren, überhaupt Geld abzugeben. Besonders pikant: Auch die vermittelnden Investmentbanken gaben im Februar im Rahmen der Auktionen keine Angebote mehr ab und ließen die Anleger hängen. Ein Milliardenmarkt stand plötzlich ohne Käufer da. Betroffen sind neben Unternehmen offenbar auch viele Kleinanleger, wie die SEC-Ermittler mitteilten.
Einigung ein Präzedenzfall
Nun haben die beiden amerikanischen Investmentbanken eingelenkt. Die Einigung ist ein Präzedenzfall, da Behörden landesweit gegen Banken und Brokerhäuser wegen der umstrittenen Praxis bei der Vermarktung von ARS ermitteln.
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Unverständlich ist, warum deutsche Medien so zögerlich im Umgang mit deutschen Großbanken wie HVB sind. Diese Bank mit dem Kürzel HVB dürfte viele tausend Bundesbürger in schiere Notlage gebracht haben und erhält bei Gericht weiterhin Vertrauensvorschuss und die Stellung eines unbeleckten Finanziers/Kreditgebers.
Liegt das an der lethargen Seite derf Betroffenen/Geschädigten oder haben die es schon aufgegeben, für Recht und Ordnung zu kämpfen?
r.kendel