Unliebsames Geld: Als Helfer in der Not war der Staat gerne gesehen, jetzt planen mehrere US-Banken die Rückzahlung ihrer Finanzhilfen - um den Einfluss der Politik einzudämmen.
Etwa zwei Jahre nach dem Ausbruch der Finanzkrise ist die Rückzahlung staatlicher Milliardenhilfen für eine Reihe führender US-Banken in greifbare Nähe gerückt. Die US-Notenbank Federal Reserve will bereits kommende Woche zustimmen, dass erste Großbanken Staatsgeld zurückzahlen können.
J.P. Morgan Chase und Morgan Stanley wollen ihre Staatshilfen zurückzahlen. (© Foto: dpa)
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Gleich mehrere Finanzhäuser verschafften sich unterdessen durch die Ausgabe neuer Aktien am Finanzmarkt frisches Kapital in Milliardenhöhe. Mit diesem Schritt erfüllten sie eine der nun von der Notenbank geforderten Voraussetzungen für die Erstattung der Staatshilfen. Das letzte Wort allerdings hat das US-Finanzministerium.
Eine Reihe kleinere Banken gab bereits Hilfen zurück. Die neue Entwicklung gilt nach zuletzt auch über den Erwartungen ausgefallenen Bankenergebnissen als weiteres Signal einer allmählichen Entspannung. Analysten geben allerdings noch längst keine endgültige Entwarnung. Viele Banken hätten nach wie vor mit enormen Problemen und Risiken zu kämpfen.
Finanzlöcher aufgefüllt
Die größten Summen an frischem Geld kündigten J.P. Morgan Chase mit mindestens fünf Milliarden Dollar (3,5 Milliarden Euro) sowie die Investmentbank Morgan Stanley mit mehr als zwei Milliarden Dollar an. Sie wollen nun noch im Juni ihre Staatshilfen zurückgeben. Beim Kreditkartenriesen American Express waren es 575 Millionen Dollar.
Eine Reihe von Banken dringt seit längerem auf eine Chance zur Rückzahlung der Staatsgelder. Sie wollen den damit verbundenen Einfluss der Regierung etwa auf Managergehälter und Strategie abschütteln. Die Rückgabe der Hilfen soll sie zudem nach der Krise wieder deutlich gestärkt präsentieren.
Der sogenannte "Stress-Test" der US-Regierung zur Belastbarkeit der 19 größten amerikanischen Finanzhäuser hatte Anfang Mai eine Kapitallücke von insgesamt rund 75 Milliarden Dollar aufgedeckt. Die größte Finanzspritze benötigte demnach der Branchenriese Bank of America mit fast 34 Milliarden Dollar. Das angeschlagene Institut habe sein Kapitalziele weitgehend erreicht, hieß es am Dienstag. Verschiedene Kapitalmaßnahmen hätten bislang insgesamt 33 Milliarden Dollar erbracht, teilte die größte US-Bank mit.
Seither verschafften sich viele Häuser eilig über neue Aktien und den Verkauf von Sparten neues Geld. Auch die Bank of America verkündete nun, dass die enorme Lücke mehr als gestopft worden sei.
(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/tob/mel)
Eurovision Song Contest
... wieviele leichtsinnige Anleger es gibt, die Banken ihr Geld zur Verfügung stellen. Offensichtlich sind nicht genug auf die Nase gefallen, ein weiteres Indiz für die falsche Entscheidung Banken mit Staatshilfe zu retten. Man hätte gezielt die eine oder andere bank zusätzlich zu Lehman pleite gehen lassen sollen, um das Risikobewußtsein der Anleger zu schärfen.
Eine gute Nachricht für den Steuerzahler. Je weniger Unternehmen der Allgemeinheit zur Last fallen, um so besser.
Man weiß dort, dass der Staat immer der schlechtere Unternehmer ist!