Eine Familie mit drei kleinen Kindern hat sich in Wuppertal erfolgreich gegen den Rauswurf aus ihrer Wohnung gewehrt. Nachbarn hatten sich über Lärm beschwert.
Der Vermieter hatte der Familie gekündigt, weil deren Kinder trotz Verbotsschilds im Garagenhof gespielt hatten.
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In erster Instanz hatte das Amtsgericht die Kündigung bestätigt.
In der Berufung wendete sich das Blatt vor dem Landgericht zugunsten der Familie. Das Spielen auf dem Garagenhof sei keine erhebliche Verletzung mietvertraglicher Pflichten, befand das Gericht und ließ keine Revision zu (Az.: 16 S 25/08).
Eine Kündigung komme erst dann in Betracht, wenn die Nachbarn so stark beeinträchtigt waren, dass eine Mietminderung berechtigt sei. Eine derart unzumutbare Beeinträchtigung habe aber nicht vorgelegen: Angesichts der vielen Kinder in der Wohnanlage und des angrenzenden Spielplatzes sei der Spiellärm nicht über das übliche Maß hinausgegangen und hinzunehmen.
Ältere Nachbarn hatten sich über den Lärm des fünfjährigen Sohnes und seiner Freunde beim Spielen beschwert.
Der Vermieter hatte daraufhin eine Räumungsklage eingereicht. Er argumentierte, dass die Familie den Mietvertrag verletzt habe, weil der Fünfjährige im Garagenhof gespielt habe. Direkt neben dem Garagenhof liegt ein Spielplatz. Der Hof muss überquert werden, wenn man den Spielplatz erreichen will.
- Kinderlärm Sieben Mal Irrglaube 09.10.2008
- Lärm Übermächtiger Feind 18.03.2008
- Lärm Abmahnung rechtlich wirkungslos 28.02.2008
- Recht auf Ruhe Lärm kann Miete mindern 28.06.2007
(sueddeutsche.de/dpa/als)
sind kaum Details zu den Begleitumständen, die zu diesem Urteil geführt haben, zu entnehmen. Was sollen also die ganzen Kommentare? Lärm ist zunächst einmal Lärm, egal aus welcher Quelle, Toleranz und Rücksicht sind für viele Menschen Fremdwörter.
Es gibt Fälle, wo Kinder zum Nachbarn geschickt werden, damit´s in der eigenen Wohnanlage ruhig ist und der Nachbar dann als Kinderfeind hingestellt wird, wenn er bittet, daß die Kinder doch daheim spielen sollen. Oder die vielgeliebten Straßenkreiden, ich hab was dagegen, wenn Kinder aus der Nachbarschaft hergeschickt werden, da drüben könnt ihr malen, bloß damit das eigene Pflaster nicht schmutzig wird. Das Benutzen von fremden Wänden und Garagentoren für die fußball- und basketballtrainierenden Kleinen, damit die eigene Wand sauber bleibt, ist auch so ein beliebter Elternvolkssport. Auch hier habe ich immer wieder die Möglichkeit mich bei den Eltern als Kinderfeind zu outen. Auf der anderen Seite gibt´s dann die Nachbarn, die Rabatz machen, wenn die Kinder außerhalb der Ruhezeiten bei mir spielen, weil die Abendsonne zu einem lauschigen Verweilen auf dem Bakon einlädt.
Lärm macht auf die Dauer krank.
Sagen viele Mediziner.
Wissen die meisten inzwischen auch.
Nur viele Eltern leider nicht.
Entschuldigen Sie, dass ich persönlich geworden bin.
dabei geht es weniger um die objektive Lautstärke sondern um das persönliche Empfinden. Deshalb ist es einfach Quatsch zu schreiben Kinderlärm ist schön. Er ist so schön wie Hundelärm, wie Motoradlärm, wie Musiklärm, usw.
Lärm stört das ist ja sein Definition. Auch Kinder können so laut sein das sie stören. Das war immer so und wird immer so. Dieser romantische Sozialkitsch, dass alles was Kinder tun und lassen wunderbar, unschuldig und ein Gottesgeschenk sei ist doch völlig daneben. Kinder können nerven, so wie Erwachsene auch.
Die Frage ist doch nur wo gegenseitige Rücksichtnahme einen dazu bringt sich oder seine Kinder zurückzunehmen um allen Anderen die Nerverei zu ersparen. Was in diesem Prozess auch immer der Hintergrund war wird hier nicht klar. Natürlich erscheint es unrecht einer Familie zu kündigen weil ein 5jähriger mal auf dem Hof spielt. Das wird wahrscheinlich ja auch nicht die alleinige Ursache gewesen sein. Jemand der so denkt, hätte seine Wohnun g schon gar nicht an eine Familie vermietet.
Das der Spielplatz direkt über den Hof zu erreichen ist spricht eher gegen die Famile aber wahrscheinlich ist auch das zu einfach. Es ist einfach ein Urteil. Dafür haben wir Gerichte. Kein Grund für unsinnige Grundsatzdiskussionen
Es tut mir außerordentlich leid, dass ihnen meine "Betroffenheitsrethorik" Übelkeit bereitet.
Sie sollten aber schon sachlich argumentieren und vor allem nicht mit Unterstellungen.
Ich bin Vater von 3 erwachsenen Kindern und habe damit sicher den Nachweis erbracht, kein Theoretiker zu sein. Trotz ihres doch sehr "simplen" Kommentares würde ich mir nie ein Urteil über sie erlauben.
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