Die Bundesbürger werden 2008 mehr Geld für ihren Urlaub ausgeben als im Vorjahr - und somit wohl Reiseweltmeister bleiben. Immer beliebter werden Fernreisen.

Die Deutschen sparen auch in diesem Jahr nicht beim Urlaub, obwohl sie wegen gestiegener Lebensmittel- und Energiekosten weniger in der Haushaltskasse haben: Für 2008 erwartet die Dresdner Bank einen Anstieg der Reiseausgaben um etwa vier Prozent auf rund 63,5 Milliarden Euro. "Die Reiselust bleibt ungebrochen", so Volkswirt Hans-Peter Muntzke. Die Bundesbürger dürften ihren Titel als Reiseweltmeister verteidigen.

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Der Boom der Pauschalreisen ist Vergangenheit. (© Foto: ddp)

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Die Einnahmen aus dem Deutschlandbesuch ausländischer Gäste werden voraussichtlich um vier Prozent auf etwa 27,5 Milliarden Euro steigen. Im vergangenen Jahr stiegen die Ausgaben der Bundesbürger für Reisen um etwa vier Prozent auf 61 Milliarden Euro. Diese Zuwachsrate sei vor allem deshalb bemerkenswert, weil der private Verbrauch stagniert habe.

Ab in den Süden

Die beliebtesten Reiseziele seien Spanien, Österreich und Italien gewesen. "Neben den islamischen Ländern standen bei den Deutschen ungeachtet der Klimadiskussion einmal mehr Fernreisen hoch im Kurs", sagte Muntzke weiter. Zu den Gewinnern zählten 2007 die Türkei und Ägypten. Beide Länder hatten 2006 unter anderem durch Terroranschläge und den Ausbruch der Vogelgrippe drastische Einnahmerückgänge hinnehmen müssen.

Ein Jahr nach der Fußball-Weltmeisterschaft entwickelten sich die Reiseeinnahmen in Deutschland dagegen eher verhalten. Sie stiegen um etwa ein Prozent fast 26,5 Milliarden Euro. Damit rangiere Deutschland auf dem siebten Platz der beliebtesten Reiseziele.

Nach Deutschland brachten die Niederländer im vergangenen Jahr das meiste Geld: 3,2 Milliarden Euro. An zweiter Stelle folgten die Schweizer und dann die Urlauber aus Frankreich.

Pauschalreisen sind nicht gefragt

Die Touristik-Branche selbst verzeichnete im vergangenen Jahr ein Umsatzplus von rund 3 Prozent auf gut 20 Milliarden Euro. Damit habe die Branche erstmals nach sechs Jahren wieder an das Rekordniveau von 2001 anknüpfen können. Zuwächse verzeichneten vor allem Fernreisen, Kreuzfahrten, Städtereisen und Wellness-Angebote.

Die klassische Pauschalreise stagnierte dagegen, wie Muntzke sagte. Die Volkswirte der Dresdner Bank gehen davon aus, dass der Klimawandel die Branche auf mittlere und lange Sicht spürbar beeinflussen dürfte. "Dabei werden Auswirkungen eher auf die Reiseziele und Reisegewohnheiten als etwa auf die Reiseausgaben erwartet", schreiben sie.

So könnte es einen Rückgang der Reisen von Nordeuropäern zu den Sonnenzielen im Mittelmeer und in die Karibik geben, da dann milde klimatische Regionen nah der Heimat genutzt werden könnten. Zugleich erwarten die Experten, dass die Kosten für die Mobilität steigen werden. Muntzke verwies in diesem Zusammenhang auf Vorschläge, den Luftverkehr in Europa in den Emissionshandel miteinzubeziehen.

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(dpa/sth/woja)