Großaufgebot der Justiz: Die Staatsanwaltschaft Stuttgart hat sieben amtierende und ehemalige Vorstandsmitglieder der Landesbank Baden-Württemberg ins Visier genommen.
Wegen des Verdachts der Untreue in einem besonders schweren Fall ermittelt die Staatsanwaltschaft Stuttgart gegen sieben amtierende und ehemalige Vorstände der Landesbank Baden-Württemberg (LBBW). Ein LBBW-Sprecher bestätigte die Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft Stuttgart ermittelt wegen Untreue gegen sieben amtierende und ehemalige LBBW-Vorstandsmitglieder. (© Foto: dpa)
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Nach Informationen aus Finanzkreisen steht der amtierende LBBW-Chef Hans-Jörg Vetter aber nicht im Visier der Staatsanwaltschaft. Vetter hatte im Sommer den Vorsitz der größten deutschen Landesbank von Siegfried Jaschinski übernommen.
Staatsanwaltschaft und Landeskriminalamt teilten am Montag mit, seit dem Morgen seien die Hauptverwaltung eines großen Kreditinstituts in Stuttgart sowie zehn Privatwohnungen durchsucht worden.
Hoch riskante Finanzgeschäfte
Beteiligt daran seien neben den Staatsanwälten rund 240 Einsatzkräfte des Landeskriminalamts, des Landes- und der Bereitschaftspolizei. Die LBBW unterstütze das Ermittlungsverfahren vollumfänglich, um zu einer raschen Aufklärung des Sachverhalts beizutragen, sagte der Sprecher der Bank weiter.
Die Staatsanwaltschaft wirft den sieben Beschuldigten vor, "das Vermögen der Bank pflichtwidrig durch Geschäfte mit US-Hypothekenanleihen gefährdet oder geschädigt zu haben".
Es bestehe der Verdacht, dass die Manager seit Ende 2006 pflichtwidrig Investitionen in dreistelliger Millionenhöhe in hoch riskante Finanzgeschäfte getätigt oder nicht untersagt hätten, obwohl der Markt für Hypothekenanleihen damals unmittelbar vor dem Zusammenbruch gestanden habe.
Zum Ankauf der Finanzprodukte habe das Kreditinstitut auch mehrere Zweckgesellschaften im Ausland unterhalten. Der Schaden dürfte in Millionenhöhe liegen, erklärten Staatsanwaltschaft und LKA.
Die Stuttgarter Staatsanwaltschaft hatte vor rund einem Jahr mitgeteilt, es werde geprüft, ob gegen den seitdem abgelösten früheren LBBW-Chef Jaschinski und seine Vorstandskollegen der Verdacht der Untreue bestehe.
Strafanzeigen von Bürgern
Nach dem Milliardenverlust für 2008 waren den Angaben zufolge mehrere Strafanzeigen von Bürgern eingegangen. Im November 2009 leitete die Staatsanwaltschaft dann ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der besonders schweren Untreue gegen ein Kreditinstitut ein und beauftragte das LKA mit der Durchführung der weiteren Ermittlungen.
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(sueddeutsche.de/dpa/AP/mel/pak/mel)
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Bei welchem Staatsanwalt hat denn da der Wecker geklingelt? Diese rasanten Ermittlungen sind ja geradezu vorbildlich ... für jede Wanderdüne.
http://www.sueddeutsche.de/politik/466/496778/text/
zu sehen, wie schnell so ein Beitrag bei SZ-online nach unten verschwindet. Die Sex-Eskapaden von Tiger Woods sind allemal wichtiger.
Besten Dank für die Erläuterung!
"Der Verdacht der Untreue wird im Artikel meiner Meinung nach nicht aufgeführt. "
Doch, ganz am Ende:
"...das Vermögen der Bank pflichtwidrig durch Geschäfte mit US-Hypothekenanleihen gefährdet oder geschädigt zu haben". "
Untreue heisst nicht zwangsläufig, dass die Herrschaften das Geld selbst einschieben. Es reicht schon, wenn sie die gebotene Sorgfalt ausser Acht lassen und dem Arbeitgeber dadurch ein Vermögensnachteil entsteht (s. §266 StGB). Vorsatz oder eigene Bereicherung sind dafür nicht erforderlich.
Die Verletzung der gebotenen Sorgfalt sieht die StA wohl darin, dass die Herren bei ihren Spekulationsgeschäften überzogene Risiken eingegangen sind, die offenbar ihre Befugnisse überstiegen bzw. nicht von den zuständigen Gremien der Bank genehmigt wurden.
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