SZ: Herr Ghizzoni, Sie haben die Probleme Ihres Vorgängers geerbt. Wie gehen Sie mit den Turbulenzen um?
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Ghizzoni: Unsere Pflicht ist es, gute Ergebnisse abzuliefern. Im Übrigen: Die angeblichen Turbulenzen sind eine meiner geringsten Sorgen.
SZ: Was ist denn Ihre größte Sorge?
Ghizzoni: Die Zeiten sind weiterhin nicht einfach, die Krise ist immer noch spürbar. Auch wenn ich inzwischen wieder deutlich besser schlafe als noch vor einem Jahr. Wir müssen unser Geschäft an die neuen Gegebenheiten anpassen.
SZ: Was bedeutet das?
Ghizzoni: Wir müssen noch näher an unsere Kunden heran. Es gibt eine neue Generation, die Bankgeschäfte anders angeht. Wir werden vor allem unsere Servicequalität verbessern.
SZ: Wenn Sie Ihre Strategie in einem Satz zusammenfassen müssten, wie würde der lauten?
Ghizzoni: Spontan gesagt: Less time in, more time out. Das heißt, wir sollten uns weniger mit internen Fragen als vielmehr mit unseren Kunden beschäftigen.
SZ: Einige Ihrer Aktionäre drängen auf höhere Gewinne und Dividenden.
Ghizzoni: Das halte ich für eine selbstverständliche Forderung nicht nur von einigen, sondern von allen Aktionären . . .
Rampl: . . . und auch der Verwaltungsrat fordert das. Die Profitabilität ist schwach, keine Frage. Darauf wird sich das Management konzentrieren.
SZ: Was ist denn das Ziel? Eine Rendite von 25 Prozent, wie Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann sie anstrebt?
Rampl: Nach der Krise muss man sich an andere Zahlen gewöhnen. Konkrete Vorgaben will ich nicht machen.
SZ: Sind Sie mit der Aktionärsstruktur glücklich?
Rampl: Ja, wir haben internationale und langfristig interessierte Investoren, diese brauchen wir auch als europäische Großbank.
SZ: Ist Libyen auch willkommen?
Rampl: Libyen ist ein verlässlicher Aktionär. Wir prüfen jetzt, ob die beiden libyschen Fonds als eine oder zwei Einheiten zu bewerten sind. Sollte es sich um einen Aktionär handeln, wäre sein Stimmrecht auf fünf Prozent beschränkt.
SZ: Herr Ghizzoni, wann kommen sie nach Deutschland, um sich vorzustellen?
Ghizzoni: Ich plane einen baldigen Besuch, sicherlich noch in diesem Monat, aber es gibt noch keinen konkreten Termin. Leider klappt es nicht mehr zum Oktoberfest.
Rampl: Nächstes Jahr gehen wir jedenfalls gemeinsam auf die Wiesn.
SZ: Herr Ghizzoni, Herr Profumo fährt gerne Motorrad. Was machen Sie in Ihrer Freizeit?
Ghizzoni: Ich fahre lieber Fahrrad.
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(SZ vom 02.10.2010/hgn)
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