Die Mehrheit der Deutschen würde wegen einer neuen beruflichen Herausforderung umziehen. Aber es gibt auch gute Gründe dagegen.
Die Mehrheit der Deutschen wäre einer Umfrage zufolge bereit, für einen neuen Job umzuziehen. Neun von zehn Arbeitnehmern würden für eine neue Stelle den Wohnort wechseln, teilte das Internetunternehmen Immobilienscout24 unter Berufung auf eine selbst erstellte Umfrage am Montag in Berlin mit. Jedoch knüpften sie den Umzug auch an bestimmte Voraussetzungen.
Anzeige
Der Studie zufolge würden 79,2 Prozent der Deutschen für einen Job umziehen, wenn dieser besser vergütet ist als die aktuelle Stelle und ihnen Karrierechancen bietet. Berufliche Freiräume, flexiblere Arbeitszeiten und Home-Office sind demnach für 41 Prozent der Befragten wichtige Argumente, die für einen Ortswechsel sprechen. Weiterhin erklärten 61 Prozent, dass der neue Wohnort ihrer Familie eine Perspektive bieten müsste.
Nicht jeder will weg
Immerhin 17,9 Prozent der Umfrageteilnehmer sagten, dass sie auch ins Ausland ziehen würden. Für knapp 61,7 Prozent der Deutschen sei ein Auslandseinsatz denkbar, aber abhängig von der Stelle und Vergütung oder nur für eine begrenzte Zeit. Lediglich jeder siebte Deutsche würde seinem Heimatland auf keinen Fall den Rücken kehren.
Als Gründe, die gegen einen beruflichen Umzug sprechen, ermittelte die Studie vor allem Familie und Freunde. Aber auch eine eigene Immobilie und der Job des Partners können am Wohnortwechsel hindern. Nur sieben Prozent der Deutschen würden unter keinen Umständen für einen neuen Job ihren Wohnort verlassen.
An der Umfrage beteiligten sich laut ImmobilienScout24 im Mai rund 900 Teilnehmer.
- Berufsbedingter Umzug Viel Arbeit vor dem neuen Job 03.07.2008
- Beruflicher Umzug Schnell weg 29.04.2008
- Preisvergleich Stadt oder Land? 15.07.2008
- Umzug mit Haustieren Wildwechsel 18.09.2008
(sueddeutsche.de / ddp /als)
Debatte über Urheberrecht
Zitat: "Wenn Sie freitags oder sonntags immer mal in Fernzügen oder auf Autobahnen unterwegs wären, dann wüssten Sie, welche Mengen an Pendlern es in Deutschland gibt. "
Und das nennst Du repräsentativ - Deine eigenen Beobachtungen im Zug? Und die anderen Autofahrer auf der Autobahn - das siehst Du von außen - sind alles Pendler? Interessant. Im Übrigen unterstellst Du, dass ich nicht an Wochenenden unterwegs bin - wieso?
Ich vergleiche meinen Bekanntenkreis eben nicht mit anderen, dafür ist er viel zu speziell. Wie ich schrieb, war ich selbst oft und viel unterwegs - gleich und gleich gesellt sich eben gern.
Letztlich, aber das wirst Du anders einordnen, bekommt man vor allem (!) örtliche Flexibilität bezahlt. Wenn der (zukünftige) Vorgesetzte weiß, dass Du Dich deutschlandweit bewirbst, ist Dein Gehalt stets um eine Komm- und eine Bleibeprämie höher.
Die Argumente "zu alt, zu jung usw" sind unerheblich, da man sich üblicherweise zuerst bewirbt und dann umzieht. Und eben von diesen Situationen sprach ich: Man hat jemanden im Gespräch sitzen, er weiß dass er umziehen müsste für den neuen Job, man macht Termine...und den Vertrag unterschreibt er nicht weil die Frau doch nicht will und der Kegelclub und die Kinder...
Dein letzter Absatz ist der wichtigste: "...ein soziales Umfeld haben, auf das die nicht verzichten wollen". Das bestätigt genau meine Aussage: In der Umfrage zu sagen "Klar würde ich umziehen" und "Ich ziehe mit Kind und Kegel um" sind zwei Paar Schuhe.
(Von "kein soziales Umfeld haben" fühle ich mich im Übrigen nicht angesprochen, mein soziales Umfeld ist halt einfach verstreuter.)
Ihre Beispiele mögen in einigen Fällen zutreffen, repräsentativ für Deutschland sind sie nicht.
Wenn Sie freitags oder sonntags immer mal in Fernzügen oder auf Autobahnen unterwegs wären, dann wüssten Sie, welche Mengen an Pendlern es in Deutschland gibt.
Sie brauchen sich auch nur mal in Ihrem Unternehmen und Freundeskreis umschauen, von wo die Leute überall herstammen und wo sie schon überall gewohnt haben.
Ja, es gibt auch ein paar, die lieber arbeitslos daheim sitzen als umzuziehen. Das sind aber wenige.
Vielen Arbeitslosen würde auch ein Umzug nichts bringen, einfach weil sie zu alt, zu jung, zu unterqualifiziert, zu überqualifiziert sind, das falsche Profil haben usw. Deutsche Unternehmen sind recht einfallsreich, warum sie Leute, die eigentlich auf eine Stelle passen, doch nicht einstellen.
Und auswandern irgendwohin setzt im Normalfall voraus, dass sie jung genug sind oder (k)ein soziales Umfeld haben, auf das sie verzichten können/wollen.
das Kirchturmdenken ist bei Deutschen, sogar bei Akademikern, weit verbreitet - und es fängt schon bei Studenten an. Viele machen eine Promotion, um erst mal nicht umziehen zu müssen. Selbst bei höheren Positionen zucken die meisten, wenn sie umziehen müssen. Ich war selbst einige Jahre im Ausland und bin sicher 10mal umgezogen - jedesmal eine Qual, trotz Umzugsunternehmen. Dass viele das nicht wollen, verstehe ich. Die angegebenen Zahlen jedoch verstehe ich nicht - dann gäbe es nämlich kein (!) Gefälle bei den Arbeitslosenzahlen. Oder um es formal auszudrücken: In der Umfrage wurde gefragt "Würden Sie umziehen, wenn....". Wenn das mal nicht hypothetisch ist...
Wie kommen Sie zu dieser Aussage??
Diese Aussagen sind doch rein hypothetisch. Die Deutschen sind saturiert und reichlich unflexibel. Schon ein Umzug in Deutschland gilt allgemein als unzumutbar, Arbeit im Ausland ist für viele Arbeitnehmer kaum vorstellbar.
Der Artikel hätte ein paar Zahlen zur wirklichen Situation bringen sollen. So ist das alles nur Gewäsch.