Büro- und Wohntürme dienen Städten als Symbole der Macht. Doch Kritik an den Energiefressern gab es schon immer. Jetzt sollen Solarenergie und Erdwärme-Nutzung den Ökofaktor erhöhen.
Hochhäuser sind Symbole für den technischen Fortschritt, der seit Ende des 19. Jahrhunderts Gebäude möglich machte, von der man zuvor nur träumen konnte. 1892 übertrumpfte das Pulitzer Building in New York mit 105 Metern erstmals die höchste Kirche der Stadt. Für die einen ein Meilenstein auf dem Weg zu immer neuen Höhenrekorden - Ende des Jahres soll mit dem Burj Dubai ein mehr als 800 Meter hohes Gebäude mit 155 Stockwerken fertiggestellt sein -, für die anderen ein gefährlicher Weg, auf dem der Mensch die Auswirkungen seines Tuns aus den Augen verliert.
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So hohe Büro- und Wohntürme gibt es in Deutschland (noch) nicht: Der Dubai-Turm "Burj Dubai" ist mit 512 Metern das höchste Gebäude der Welt. (© Foto: dpa)
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Das bekannteste Hochhaus existiert in der Realität nicht, von ihm berichtet die Bibel: der Turm zu Babel. Er verkörpert wie kein anderer Wolkenkratzer das Bedrohliche, das ein solches Gebäude implizieren kann. In Genesis elf heißt es: "Dann sagten sie: Auf, bauen wir uns eine Stadt und einen Turm mit einer Spitze bis zum Himmel, und machen wir uns damit einen Namen, dann werden wir uns nicht über die ganze Erde verstreuen.
Da stieg der Herr herab, um sich Stadt und Turm anzusehen, die die Menschenkinder bauten. Er sprach: Seht nur, ein Volk sind sie, und eine Sprache haben sie alle. Und das ist erst der Anfang ihres Tuns. Jetzt wird ihnen nichts mehr unerreichbar sein, was sie sich auch vornehmen." Das wollte Gott nach der Bibelüberlieferung nicht dulden - plötzlich konnten die Menschen einander nicht mehr verstehen und mussten das Bauprojekt stoppen. Darum wurde jene Stadt "Babel" - zu deutsch "Wirrsal" genannt.
Nicht religiös, sondern kulturkritisch geprägt ist der 1926 entstandene und bis heute berühmteste Film über das Leben in gigantischen Bauten und Städten: "Metropolis" von Fritz Lang. Ein Film aus Deutschland als Gegenpol zu dem in den USA verbreiteten Fortschrittsglauben. 600 Wolkenkratzer zu je 70 Etagen als Miniatur-Nachbauten liefern die monströse Kulisse für den nie abreißenden Verkehrsstrom aus Autos, Bussen und Zügen. Menschliche Individuen sind in dieser gewaltigen Stadtlandschaft nur schwer auszumachen, obgleich 36 000 Komparsen mitspielen.
"Mainhattan"
Der Fredersen-Tower ist das zentrale Gebäude in "Metropolis", das an den Turm zu Babel erinnert. Für den Wohlstand der in Hochhäusern lebenden Oberschicht schuftet in der Unterwelt ein gewaltiges Heer von Arbeitern. Dem Fredersen-Tower steht die Kathedrale gegenüber, auf deren Dach am Filmende der Kampf zwischen den beiden Protagonisten stattfindet. Ein Kampf um die Lufthoheit über die Stadt zwischen den gottlosen, skrupellosen Erneuerern und denjenigen, die sich für einen Ausgleich zwischen Alt und Neu sowie eine gerechtere Gesellschaftsordnung einsetzen.
Zum Zeitpunkt des Films deutete noch nichts daraufhin, dass Frankfurt einmal den Beinamen "Mainhattan" tragen würde. Mit 33 Metern war das IG Farben-Haus das höchste in der Zwischenkriegszeit errichtete Gebäude, gefolgt vom 31 Meter hohen DGB-Haus. Sowohl Industrie als auch Gewerkschaft nutzten das Hochhaus zur Präsentation ihrer Macht und zum Bekenntnis zu einem modernen Baustil.
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