Umfrage Junge Deutsche fürchten Altersarmut

Wie sollen sie sich das Altwerden noch leisten? Gut die Hälfte der 25- bis 35-Jährigen glaubt, dass sie von ihrer Rente nicht leben können wird, ergibt eine Umfrage des Gewerkschaftsbundes. Dessen Vorstand wirft der Bundesregierung vor, mit ihrer Beitragssenkung alles noch schlimmer zu machen.

Die Furcht, im Alter arm zu sein, ist vor allem unter jungen Menschen in Deutschland weit verbreitet. Das ist das Ergebnis der Umfrage "Index Gute Arbeit" des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB). Mehr als die Hälfte der 25- bis 35-Jährigen geht davon aus, dass ihre Rente nicht zum Leben reichen wird - im Schnitt aller Altersgruppen sind es 38 Prozent.

Je niedriger Berufsabschluss oder Einkommen sind, umso weiter verbreitet ist die Angst vor Altersarmut. Vor allem Angestellte im Einzelhandel und bei Reinigungskräften sind pessimistisch. Fast ein Drittel bekommen keine betriebliche Altersvorsorge angeboten.

DGB-Vorstandsmitglied Annelie Buntenbach nahm die Zahlen zum Anlass, die Bundesregierung anzugreifen: "Die Zahlen sind ein deutliches Alarmsignal, dass das Vertrauen in die gesetzliche Rentenversicherung massiv erschüttert wird, obwohl sie mitten in der Finanzkrise so gut da steht, wie lange nicht mehr. Wir sind davon überzeugt, dass die geplante Beitragssatzsenkung auf 18,9 Prozent erheblich zu diesem Vertrauensverlust beiträgt."

Schwarz-Gelb hat die "Lebensleistungsrente" vereinbart. Damit soll der Staat die Pension von Geringverdienern auf die Höhe der Grundsicherung aufstocken, wenn sie 40 Jahre Rentenbeiträge gezahlt und privat vorgesorgt haben. Die Grundsicherung ist regional unterschiedlich.