Wenn ich in Spanien am Strand liege, möchte ich von relativ wenigen Menschen angerufen werden.
Die Menschen meiner Kreditkartenfirma zählen nicht dazu. Sie haben trotzdem angerufen. Sie fragten: Haben Sie gestern mit Ihrer Karte in Spanien bezahlt? Ja. Haben Sie vorgestern in Istanbul bezahlt? Auf keinen Fall. Pause, es knackt in der Leitung, das Meer wird übertönt. Ich erfahre, dass Betrüger sich meine Kreditkartendaten besorgt haben. Jetzt die große Überraschung: Die Frage, ob ich mal in der Ukraine gewesen sei. Ja, antworte ich, vor zwei Jahren. Sehen Sie, sagt mein Gesprächspartner. Ein Rätsel, das ganze. Offenbar greifen sich gewisse Ukrainer Kreditkartendaten, lassen sie zwei Jahre herumliegen - und shoppen dann in Istanbul für viele hundert Euro. Und die Kartenfirma kennt diese Mechanismen. Ich werde das Gefühl nicht los, dass Betrüger und Kreditkartenfirmen viel mehr über die moderne Welt wissen, als ich es je tun werde.
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(SZ vom 26.11.2009)
65. Filmfestspiele Cannes
ist gar nicht mal so rätselhaft. banken kennen die kartengewohnheiten ihrer kunden relativ schnell. wenn dann man ein umsatz völlig aus der reihe fällt schlägt das system alarm. oder wenn umsätze in ländern getätigt werden, wo es sehr häufig zu betrügerischen karteneinsätzen kommt geht ebenfalls die warnleuchte an.
es gibt bestimmte muster, an denen ein betrügerischer karteneinsatz erkennbar ist. im zweifel wird erst noch beim karteninhaber nachgefragt, ansonsten wird die karte sofort automatisch gesperrt. hacker wissen das auch, daher sind geklaute daten nur maximal ein einziges mal nutzbar. dann aber im großen stil...