Die EU will, dass es bald nur noch 22-stellige Kontonummern gibt. Deutschland möchte das verhindern. Denn die lange Nummer ist nicht nur umständlich. Sie birgt große Risiken.
DE47344800123000379800 - wer will sich eine solche 22-stellige Folge von Buchstaben und Zahlen merken? Und dazu noch eine weitere elfstellige Kombination? Niemand. Und deshalb stellt sich die Bundesregierung jetzt gegen entsprechende Pläne aus Brüssel.
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22 Stellen hat die Iban, die International Bank Account Number. Das Risiko, sich dabei zu verschreiben, ist groß. (© dpa)
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Die EU-Kommission will erreichen, dass spätestens von 2013 an Überweisungen von Konten innerhalb der EU nur noch mit dem europäischen Zahlungssystem Sepa erfolgen. Wer Geld transferieren möchte, müsste künftig in die Felder auf dem Überweisungsformular eine 22-stellige Iban (International Bank Account Number) sowie einen elfstelligen Bic (Bank Identification Code) eintragen. Von ihrer vertrauten, deutlich kürzeren Kontonummer und Bankleitzahl müssten die deutschen Verbraucher sich also verabschieden.
Doch die Bundesregierung will das verhindern. Das geht aus der Antwort des Bundesfinanzministeriums auf eine Anfrage des CSU-Abgeordneten Herbert Frankenhauser hervor. In dem Schreiben betont Finanzstaatssekretär Steffen Kampeter (CDU) zwar, wie wichtig ein "harmonisierter Euro-Zahlungsverkehrsraum" sei, aber: "Die Bundesregierung ist der Auffassung, dass zur Abwicklung rein nationaler Zahlungsvorgänge neben Iban und Bic auch die Verwendung von Kontonummer und Bankleitzahl weiterhin möglich bleiben muss." Nähere Gründe nennt Kampeter nicht.
"Gefahr von Fehlüberweisungen steigt"
"Wir wollen, dass die Interessen der Verbraucher nicht zu kurz kommen", sagt eine Sprecherin des Finanzministeriums. "Für die Kunden sind die langen Zahlen kompliziert und verlangen deutlich mehr Aufwand und Konzentration beim Ausfüllen einer Überweisung."
Laut Verbraucherschützern kommen zwei Punkte erschwerend hinzu: "Seit Oktober 2009 müssen Banken bei Überweisungen nicht mehr prüfen, ob die Kontonummer zum Empfängernamen passt", sagt Frank-Christian Pauli vom Bundesverband der Verbraucherzentralen. Wohin die Überweisung gehe, richte sich allein nach der Kontonummer. "Je länger diese aber ist, umso leichter verschreibt man sich mal." Zwar verhindere eine Prüfziffer, dass jeder Zahlendreher gleich einem anderen Konto zugeordnet werden kann, "aber natürlich steigt die Gefahr von Fehlüberweisungen".
Warten, bis das Geld beim falschen Empfänger ist
Hinzukommt ein zweiter Punkt: "Ist eine Überweisung erst einmal abgeschickt, also etwa per Onlinebanking, ist sie nicht mehr widerrufbar", sagt Pauli. Der Kunde muss in dem Fall warten, bis das Geld beim falschen Empfänger eingegangen ist, und sich dann an diesen wenden. "Das Problem ist nur: Den Empfänger kenne ich ja gar nicht", erklärt der Verbraucherschützer. "Und die Bank darf mir auch nicht sagen, zu wem die Kontonummer gehört." Der Kunde habe also keine andere Wahl, als die Bank um Unterstützung bei der Rückbuchung zu bitten. "Das aber geschieht auf eigenes Risiko und eigene Kosten."
Für die Bevölkerung seien die längeren Kontonummern ein reines Ärgernis, sagt Frankenhauser. "Vor allem ältere Kunden werden damit Probleme haben." Die Regierung will sich nun für eine verbraucherfreundlichere Lösung einsetzen. "Es wäre denkbar, dass die Kunden auch in Zukunft ihre vertrauten Zahlen verwenden, die Banken diese aber automatisch in Iban und Bic umrechnen", sagt die Ministeriumssprecherin. "Technisch ist das möglich."
(SZ vom 02.01.2011/sukl)
Jeder, der ueber das kleine Dorf Deutschland hinaus unterwegs ist, der mit Freunden, Bekannten und Geschaeftspartnern in Europa zu tun hat, weiss die IBAN zu schaetzen.
Und laenger als BLZ & Kontonummer ist die IBAN auch nicht. Also, was soll der deutsche Sonderweg?
Jeder, der mal in den USA versucht hat, Geld zu transferieren, der weiss, was wir in Europa mit einem einheitlichen(!) System Gutes haben.
Und die anderen Probleme mit Falschueberweisungen? Die haben wir mit oder ohne IBAN. Das sind keine Argumente, das sind Nebelkerzen, die von der eigentlichen Sache ablenken sollen...
Es wird nichts verkompliziert es wird vereinheitlicht und in Europa leben halt mehr als die 82.000.000 Deutschen, da reichen die "kurzen Nummern" nicht...
Ein deutscher Sonderweg super Argument für Deutsche Bank & CO die Gebühren zu erhöhen, siehe auch EC Card, Bankautomaten etc....
Ehrlich gesagt verstehe ich den ganzen Trubel nicht. Wir hier in Spanien operieren mit dem IBAN seit 4 Jahren ohne Probleme, die Überweisungen nach Deutschland und vice versa wurden dadurch z.B. von durchschnittlich 12 Euro auf 3 Euro gedrückt.(wird wie eine Inlandüberweisung behandelt) Seine alte Kontonummer (die Bestandteil des IBAN ist) kann man in Klammern z.B. in seine Onlinekonten wie auch die Umrechnung in die geliebte Pesete sehen.
Ich denke, die paar zusätzlichen Ziffern sind weniger das Problem. Manche deutschen Kontonummern sind heute schon 10-stellig, BLZ sind 7-stellig. Es werden Nullen aufgefüllt und 2 Prüfziffern ergänzt, die Fehlüberweisungen reduzieren. Die letzte Ziffer der deutschen Kontonummer ist auch schon eine Prüfziffer. Wenn die IBAN nicht nicht als strukturloses Zahlenmonster, sondern mit Leerstellen wie bei Kreditkartennummern angegeben würden, könnte wohl jeder gut damit leben. Dann müssten die Online-Banking-Webserver-Programme und lokale Banking-Programme so flexibel sein, sich nicht an den Leerstellen zu stören (das tun sie nämlich bisweilen).
Bei meiner letzten innerdeutschen eBay-Überweisung fand ich es praktisch, nur noch eine Nummer, die IBAN kopieren und ins Onlinebanking einfügen zu müssen, bei der DKB werden dann Bankname und BLZ im nächsten Schritt automatisch angezeigt, nach der BIC wird nicht gefragt.
Wozu die BIC gut sein soll, ist mir allerdings ohnehin ein Rätsel, da die vollständigen Informationen wie Land, Bank und Kontonummer in der IBAN enthalten, sind.
An alle, die hier mal wieder auf die EU dreschen, weil's ja en vogue ist: Ich kann mich noch gut an horrende Überweisungsgebühren ins europäische Ausland erinnern: Auch wenn der Preis der Postbank mit 3 DM noch moderat war - andere Banken langten da deutlich kräftiger hin, kamen beim Empfänger 40 000 ITL = 40 DM weniger an, da dazwischen geschaltete Banken und die Empfängerbank ordentlich abkassierten. Ohne die EU wären die Banken wahrscheinlich bis heute nicht auf die Idee gekommen, internationale Überweisungen von Brief auf vernetzte Computer umzustellen und zu vereinheitlichen und die Ersparnis an die Kunden weiter zu geben. Heutzutage sind wenigstens Euro-Überweisungen in die EU/EWR und in die Schweiz (SEPA) nicht teurer als eine Inlandsüberweisung, also in den meisten Fällen kostenlos.
Ich zum Beispiel. Die Iban ist nämlich nichts anderes als eine Kombination aus Kontonummer und Bankleitzahl und bisschen was dazu.
Alle Europäer können sich das merken, nur die Deutschen nicht? Ich empfehle den regelmäßigen Genuss von Fisch, Nüssen und Blaubeeren - ist gut fürs Gehirn.
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