Trotz anhaltender Finanzkrise haben an der Wall Street viele Spitzenkräfte im vergangenen Jahr blendend verdient - eine Entwicklung, die sich nur mit den Besonderheiten der Krise erklären lässt.
Trotz der anhaltenden Finanzkrise haben viele Spitzenkräfte an der Wall Street im vergangenen Jahr blendend verdient. Die Bonuszahlungen sind entgegen den Erwartungen bei vielen Investmentbanken sogar noch gestiegen. Die sieben größten Wall-Street-Banken gaben 2007 über 60 Prozent ihrer gesamten Einnahmen für die Vergütung ihrer Mitarbeiter aus. Im Jahr davor waren es noch 45 Prozent gewesen.
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Die Finanzkrise hält an - die Wall Street erfreut sich trotzdem eines Geldregens (© Foto: Reuters)
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Nach der neuesten Steuerstatistik des Staates New York ist die Gesamtsumme der Boni, also der leistungs- und erfolgsabhängigen Einmalzahlungen, 2007 zwar leicht um 2,0 Prozent gesunken. Der durchschnittliche Bonus pro Mitarbeiter ging um 4,7 Prozent auf 180420 Dollar zurück.
Die großen und entscheidenden Institute der Branche jedoch zahlen ihren Spitzenkräften zum Teil deutlich mehr als im Vorjahr, teilweise auch zu Lasten des Gewinns. Mehr als 50 Prozent gelten unter Aktionärsvertretern als bedenklich.
Goldman-Chef Blankfein verdient 70 Millionen Dollar
Wie der Branchendienst Trader Daily berichtet, hat etwa die Investmentbank Morgan Stanley ihren Bonus-Topf von 14 auf 16,5 Milliarden Dollar erhöht - trotz Abschreibungen aus der Hypothekenkrise von 9,4 Milliarden Dollar. Lehman Brothers zahlte 9,5 Milliarden Dollar gegenüber 8,7 Milliarden im Vorjahr.
Bereits im vergangenen Jahr hatte Goldman Sachs, der Star der Branche, angekündigt, dass die Boni von 16,5 auf 20,0 Milliarden Dollar steigen werden. Goldman-Chef Lloyd Blankfein dürfte im vergangenen Jahr 70 Millionen Dollar an Festgehalt, Bonus und Aktienoptionen verdient haben.
Boni machen für viele Angestellte an der Wall Street häufig zwei Drittel ihres Einkommens oder mehr aus. Der Rückgang der Durchschnittszahlen ist im historischen Vergleich ungewöhnlich gering. Im Krisenjahr 2001 gingen die Boni um nicht weniger als ein Drittel zurück.
Die Entwicklung lässt sich mit den Besonderheiten dieser Krise erklären: Die meisten Banken mussten wegen ihrer Fehlspekulationen mit faulen Hypothekenkrediten hohe Verluste hinnehmen, das eigentliche Investmentbanking jedoch, also das Geschäft mit Firmenkäufen und -fusionen, lief mindestens bis zur Jahresmitte hervorragend.
"Die Finanzwirtschaft belohnte jene Mitarbeiter, die gute Ergebnissen erzielen, selbst wenn die Gewinne zurückgingen," sagte Tomas DiNapoli, der oberste Finanzbeamte von New York. Die Wall Street liefert im Durchschnitt 20 Prozent der Steuereinnahmen des Staates New York und neun Prozent der Stadt.
"Das System funktioniert"
Die Tatsache, dass in New York trotz Krise so hohe Boni gezahlt werden, erklärt sich aus der Natur des Geschäftes in den Finanzinstituten. Wie viel ein Spitzen-Mitarbeiter verdient, hängt nicht vom Ergebnis des Gesamtunternehmens, sondern von dem seiner Abteilung ab. Lediglich bei den Chefs selbst bestimmen sich die Bezüge nach Gewinn und Aktienkurs der Firma.
"Das Bezahlungssystem an der Wall Street ist einzigartig, es ist der Inbegriff leistungsabhängiger Entlohnung, sagt John Lindner, Direktor bei "World at Wort", einem Forschungsinstitut amerikanischer Personalberater. Das System funktioniere und werde mehr oder weniger durch den Wettbewerb diktiert.
"Jeder weiß, dass ein Angestellter, der sich nicht angemessen bezahlt fühlt, nur über die Straße gehen muss, um bei einer anderen Firma anzufangen", meint Lindner. Selbst solche Investmentbanker, die im Zuge der Hypothekenkrise entlassen werden, haben auf dem Arbeitsmarkt an der Wall Street weiterhin sehr gute Chancen.
Die Schwere der Krise an den Finanzmärkten und die öffentliche Diskussion über deren Ursache in Amerika haben allerdings in ein paar Fällen auch schon Folgen für die Bezahlungsmuster in New York gehabt. So verzichtete der Vorstandschef der schwer angeschlagenen Investmentbank Bear Stearns, James Cayne, auf den ihm zustehenden Bonus - kurz ehe er im Januar auch seinen Job verlor.
Der neue Chef des ebenfalls von hohen Verlusten getroffenen Instituts Merrill Lynch, John Thain, kündigte öffentlich eine Revision des Bonus-Systems an. An erster Stelle müsse künftig der Erfolg der Bank stehen, nicht der einzelner Abteilungen.
Dieses Jahr dürfte für die Investmentbanker härter als 2007 werden. Die Krise hat inzwischen den Bereich der Hypotheken und des Handels mit festverzinslichen Wertpapieren verlassen und dies gesamte Finanzbranche infiziert. Neben deutlich niedrigeren Boni drohen den Mitarbeitern Massenentlassungen. Die größte Bank Amerikas, Citigroup, die von der Krise besonders hart getroffen wurde, will insgesamt 20000 Stellen streichen und dabei besonders das Investmentbanking abbauen.
(SZ vom 11.02.2008/aho)
Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
Jetzt hat eine Statistikamt die Daten veröffentlicht, wie der Gewinn des Aufschwungs in den letzten 3 Jahren verteilt wurde, insgesamt lag der Zuwachs laut diesem Amt bei ca. 128 Mrd. davvon bekamen die Bevölkerung 16 Mrd. 1/8 !! 7/8 also 112 Mrd. verdiente der Staat Deutschland. Wenn die Gehälter für Wedekind, Ackermann und co von den 18 Mrd. abgezogen sind bleibt dem Normalverdiener, also der der den Staat aufrecht erhält nichts übrig, gar nichts. Das gibt mir schon zu denken, wie unfrei der Mensch hier lebt, wie sehr er für diesen Staat arbeiten muß und selbst bei Aufschwüngen doch wieder leer ausgeht.
Es stimmt hier ganz und gar nicht mehr mit Einkommen für die Bürger und dem was der Staat einnimmt, man fühlt sich schon fast versklavt, es bleibt den meisten gerade noch so viel das sie überleben, versorgt sind um weiter für die Reichen und Beamten zu arbeiten..
dieser Berufsstand tut alles, wirklich alles, um sich rettungslos (und zu Recht!!!) für alle Zeiten in Verruf zu bringen.
Mit Rücksicht auf die Netiquette möchte ich nicht deutlicher werden.......