In Europa profitiert vor allem die bayerische Landeshauptstadt vom wiedererwachten Interesse der internationalen Investoren.
In diesen wirtschaftlichen Krisenzeiten sind positive Nachrichten viel wert. Der deutsche Immobilienmarkt stehe vor einem Boomjahr, heißt es in einer neuen Marktanalyse des Wirtschaftsprüfungsinstituts Pricewaterhouse Coopers (PwC) und der Forschungsorganisation Urban Land Institut. Und es kommt noch besser: In Europa profitierten vor allem München - aber auch Hamburg - vom wiedererwachten Interesse der internationalen Investoren. Die Metropolen im Süden und im Norden Deutschlands zählen nach Ansicht von 500 befragten Immobilienexperten zu den attraktivsten Standorten. Beide Städte locken mit überdurchschnittlichen Erträgen bei vergleichsweise niedrigen Risiken.
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Nach Ansicht von 500 Experten ist München der attraktivste Immobilienstandort Europas. (© Foto: SZ-Graphik)
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Hinsichtlich der Renditeerwartungen als auch der Risikobeurteilung nimmt München nun auf der europäischen Rangliste die Spitzenposition ein. Als sehr attraktiv gilt hier vor allem der private Wohnungsmarkt, für den 50 Prozent der Immobilienexperten eine Kaufempfehlung aussprechen. Im Vorjahr lag die Bayern-Metropole noch auf Platz vier.
Hamburg verbesserte sich vom dritten auf den zweiten Platz. Auf Rang drei folgt Istanbul. Zürich stieg mit seinem jetzigen Platz vier von Rang 17 auf. Dann kommt London auf Nummer fünf. Die Stadt an der Themse verbesserte sich damit von Platz 15 im Jahr 2008. Deutlicher Verlierer ist Moskau. Das heißt, die Investitionsrisiken werden jetzt für die russische Hauptstadt im europäischen Vergleich als besonders hoch angesehen. Moskau stand im Vorjahresranking noch an der Spitze, jetzt reicht es nur für Position sechs. Auf sieben ist Helsinki, auf acht Paris. Berlin konnte seinen neunten Platz halten. Frankfurt rutschte vom siebten auf den zehnten Platz ab. Die Bankenstadt bekomme die Finanzkrise eben besonders deutlich zu spüren, sagen die Fachleute von PwC.
Keine Insel der Seligen
München ist keineswegs eine Insel der Seligen. Auch hier schwächelt im Zuge der Wirtschafts- und Finanzkrise der Markt für Büroimmobilien. Aber nicht so stark wie in anderen vergleichbaren Großstädten. Nach sehr erfolgreichen Jahren ist das Transaktionsvolumen bei Immobiliengeschäften deutlich nach unten gegangen. Noch bis zum Herbst vergangenen Jahres hat auch München noch relativ gut von der stabilen wirtschaftlichen Lage und der guten Beschäftigungsentwicklung profitiert. Danach sei aber dann mit dem einbrechenden Büromarkt auch die letzte Bastion im Rezessionskampf gefallen, hieß es in einer Analyse des Beratungsunternehmens Jones Lang LaSalle. Auch in diesem Jahr habe München gute Chancen wieder den höchsten Umsatz aller deutschen Bürostandorte zu erzielen - wenn auch auf niedrigerem Niveau, sagen Immobilienexperten in der bayerischen Landeshauptstadt.
Werthaltig und krisenfest
"Es passt gut in die Landschaft, dass in wirtschaftlich schwierigen Zeiten in Standorte wie München investiert wird", kommentiert Kurt Kapp vom städtischen Wirtschaftsreferat die Ergebnisse der PwC-Studie. Kapp ist in der Behörde für den Bereich Wirtschaftsförderung zuständig. München gelte mit seiner breit angelegten Branchenstruktur als werthaltig und krisenfest. Wenn es einem Zweig schlecht gehe, breche nicht gleich die ganze Stadt zusammen. Dabei bekommt man in München gute Immobilien keineswegs zu Schnäppchenpreisen. Doch die Investoren würden immer auch den hohen und beständigen Wert der Immobilien im Auge haben, meint Kapp: "Wir gehen fest davon aus, dass München aus schweren Zeiten auch als erster wieder gestärkt hervorgehen wird." Der Münchner Markt habe nie solche Preis-Exzesse wie in London oder Moskau erlebt, urteilen die PwC-Experten. Das bedeute: Wo man nicht nach oben schieße, könne man auch nicht hysterisch wieder nach unten fallen.
(SZ vom 3.2.2009/jw)
...vollkommen richtig dargestellt.
Der normale Bürger darf sich angesichts dieser "positiven" Meldung über steigende Mieten freuen und ein Eigenheim rückt für Ottonormalverbraucher dank steigender Immobilienpreise in weite ferne (kann man auch wörtlich verstehen). Aber scheinbar finden die Leute es toll wenn das ganze Promigschwerl und lauter Neureiche zunehmend die Innenstadt bevölkern. Wohin so etwas führt braucht man sich nur in London anzusehen. Zwar sind dort die Preise momentan im Keller doch das ist auch nur eine Frage der Zeit bis die wieder steigen. Dem gemeinen Londoner bringt das gar nichts den der wohnt weit weit ausserhalb der Stadt bzw. Region.
Wen so eine positive Stadtentwicklung aussieht, dass für Familien und Normalsterbliche kein Platz mehr ist, sollte sich Herr Ude mal seine Worte nochmals genau überdenken. Scheinbar ist es noch nicht im Rathaus angekommen das München die Singlehauptstadt in Deutschland ist. "Aber wir machen Familienfreundliche Politik!!!"
Gruß
..wie das erwachte Investoreninteresse in der Praxis ausschaut, haben wir in unserem Viertel erfahren. Der Altbau gegenüber wurde im letzten Jahr "entmietet" und soll jetzt in luxuriöse "Lofts" umgewandelt werden. Unser Haus wurde ebenfalls aufgekauft, jetzt soll
über "Modernisierungen" (Aussenlift, Anbaubalkone) schnell die bisher günstige Miete nach oben getrieben werden.
Für die Stadtentwicklung bedeutet das die verschärfte Verdrängung der "normalen" mittelschichtigen Bevölkerung in die Randgebiete, die Innenstadt besteht dann nur noch aus Luxus pur. Ich könnte k..., wenn ich diese Leute sehe.
"Deutschland ist ein relativ unterentwickelter Immobilienmarkt"
Soso. Was mit weiterentwickelten Immobilienmärkten, z. B. in den USA, so passieren kann, haben wir im letzten Jahr gesehen.
Guenstig(er) einkaufen und auf steigendes Mieteinkommen bauen, scheint dann der Antrieb zu sein. Ich kann mir schon gut vorstellen, dass der Artikel ein gutes Stueck Wahrheit enthaelt. Am Ende schauen sich all jene Investoren dieser Welt, die noch Geld uebrig haben, nach guten Investitionsmoeglichkeiten um. Deutschland ist ein relativ unterentwickelter Immobilienmarkt. Sofern man der Theorie Glauben schenkt, dass sich der Markt in Deutschland beleben wird, dann schaut man selbstverstaendlich zuerst auf die grossen Metropolen, die gleichzeitig Lebensgefuehl und Wirtschaftskraft bieten - in der Zukunft. Selbst wenn es in der Gegenwart ein wenig "mau" aussieht.
Natürlich ist auch der Zusammenhang zum Mietniveau völlig richtig, allerdings sinken derzeit die Gewerbemieten (vgl. z.B. die aktuellen Office Reports der großen Maklerhäuser) und die Wohnungsmieten stagnieren (in München und anderen Metropolen wg. nach wie vor stabiler Mietnachfrage auf hohem Niveau).
Dieser Teil der Story liefert - zumindest gegenwärtig - also keine Erklärung für steigende Yields.
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