Tipps zur Altersvorsorge Ist rürupen besser als riestern?

Wohlhabende profitieren am meisten von der Rürup-Rente - aber auch Durchschnitts- und Geringverdiener können Verträge abschließen. Doch das Angebot eignet sich nicht für jeden Sparer gleichermaßen. Finanztest zieht Bilanz und hilft bei der Wahl des passenden Renten-Vertrages.

Die Rürup-Rente ist eine Rente für Wohlhabende: Wer viel verdient und viel Steuern zahlt, profitiert viel stärker von den Steuervorteilen dieser Altersvorsorge als Durchschnitts- oder Geringverdiener. Das Angebot richtet sich in erster Linie an Selbstständige, weil sie meist keine Riester-Rente und Betriebsrente haben können. Doch auch Angestellte und Beamte können einen Rürup-Vertrag abschließen.

Die Rürup-Rente: Besonders Wohlhabende profitieren.

(Foto: Robert Kneschke - Fotolia)

Das Finanzamt erkennt pro Jahr Beiträge bis zu 20.000 Euro von Alleinstehenden und 40 000 Euro von Verheirateten an. Davon zieht die Behörde in diesem Jahr 72 Prozent als Sonderausgaben ab. 2012 sind es schon 74 Prozent. Stufenweise steigt dieser Prozentsatz bis zum Jahr 2025 auf 100 Prozent an.

Drei Varianten

Diese Altersvorsorge heißt nach ihrem Erfinder, dem Ökonomen Bert Rürup. Sie wird aber auch Basisrente genannt. Es gibt sie in drei Varianten: als fondsgebundene Versicherung (Fondspolice), Fondssparplan und klassische Rentenversicherung. Klassisch heißt: die Versicherer investieren die Beiträge der Kunden sicherheitsorientiert. Finanztest hat klassische Rürup-Renten­versicherungen getestet. Von 62 Angeboten für Männern und Frauen waren jeweils fünf Angebote gut.

Garantierte Rente

Die Höhe der garantierten Rente, auch Rentenzusage genannt, ging mit 40 Prozent in das Qualitätsurteil ein. Je niedriger die garantierte Rente ist, desto mehr zieht der Versicherer für Kosten oder auch für Zusatzleistungen ab. Diese sind oft nicht sinnvoll - wie zum Beispiel ein Hinterbliebenenschutz. Die bessere Alternative dazu ist eine Risikolebens-Versicherung. Der Kunde muss die Zusatzleistungen aber bei einigen Anbietern dennoch abschließen. Die 40-jährige Modellkundin im Test erhält je nach Anbieter eine garantierte Rente zwischen 633 und 724 Euro im Monat. Dafür zahlt sie 25 Jahre lang jährlich einen Beitrag von 6000 Euro. Männer erhalten wegen ihrer kürzeren Lebenserwartung mehr. Der ebenfalls 40-jährige Finanztest-Modellkunde bekommt garantiert zwischen 716 und 787 Euro im Monat.

Rentenanteil aus Überschüssen

Wichtig ist auch der zusätzliche Rentenanteil aus Überschüssen. Versicherer, die das Geld ihrer Kunden gut angelegt haben, können sie auch ordentlich an den erwirtschaften Überschüssen beteiligen. Den Anlageerfolg hat Finanztest ebenfalls mit 40 Prozent in das Qualitätsurteil einbezogen.

Selbstständige brauchen Flexibilität

Gerade für Selbstständige ist ein flexibler Vertrag wichtig. Oft schwankt ihr Einkommen und sie können die Beiträge nicht regelmäßig zahlen. Dann hilft es dem Sparer, wenn der Versicherer die Beiträge zinslos stundet. Nur neun Versicherer im Test ermöglichen dies. Wenn die Auftragslage gut ist, möchte ein Selbstständiger auch die Möglichkeit haben, von diesem Extraverdienst etwas zusätzlich in seine Altersvorsorge zu stecken. Dies ist bei den meisten Anbietern möglich. Kunden, die nicht weiter einzahlen können oder wollen, können ihren Vertrag beitragsfrei stellen.

Neue Abschlusskosten bei Wechsel

Fangen sie bei einem anderen Versicherer einen neuen Vertrag an, zahlen Kunden erneut Abschlusskosten. Diese werden auch fällig, wenn Kunden mit dem bisher angesparten Geld zu einem anderen Versicherer wechseln. Der Wechsel muss im Vertrag geregelt sein. Nur sechs Anbieter im Test ermöglichen dies: CosmosDirekt, Hannoversche, mamax, neue leben, PB Leben und Zurich Deutscher Herold. Die anderen lassen ihre Kunden nicht aus dem Vertrag.

Förderung nur mit Zertifikat

Für die Rürup-Rente gelten strenge gesetzliche Vorgaben. Nur Tarife, die sie erfüllen, bekommen vom Bundeszentralamt für Steuern ein Zertifikat. Dies ist die Voraussetzung für die steuerliche Förderung. Als die Rürup-Rente 2005 auf den Markt kam, war dies noch anders. Doch nach und nach kam heraus, dass Anbieter mit ihren Kunden Verträge abgeschlossen haben, die gar nicht die Voraussetzungen für die Förderung erfüllen.

Etliche mussten nachbessern. Und in 19 Fällen nahmen Anbieter den Antrag auf Zertifizierung ganz zurück, "um einer Ablehnung des Antrags durch das Bundeszentralamt für Steuern zuvorzukommen", so das Bundesfinanzministe­rium. Wichtig: Versicherer, die nachbessern mussten, haben ihren Kunden die neuen Bedingungen zugeschickt. Diese sollen sie mit ihrer Unterschrift bestätigen. Zunächst galt dafür eine Frist bis zum 30. Juni 2011. Im Oktober wurde sie verlängert bis zum 31. Dezember 2011. Unterschreiben die Kunden nicht, verlieren sie die steuerliche Förderung - auch rückwirkend.

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