Tipps für Verbraucher Es ist nicht alles "bio", was so gesund glänzt!

Es ist nicht alles "bio", was so gesund glänzt!

Gesünder will man essen, zur artgerechten Tierhaltung beitragen, und die Umwelt soll auch geschont werden. Seit Jahren boomt der Markt mit Bio-Lebensmitteln. Von 2001 bis 2011 verdreifachte sich in Deutschland der Umsatz von 2,1 auf rund sechs Milliarden Euro.

Längst sind Bio-Produkte, früher nur in Naturkostläden zu haben, in die Regale von Supermärkten und Discountern vorgedrungen. Kaum ein anderes Gütesiegel genießt dabei ein so hohes Vertrauen beim Verbraucher wie die Gruppe der Bio-Siegel für Lebensmittel.

Doch mit der Expansion in den Massenmarkt erodieren zunehmend auch die hohen Qualitätsstandards und Ansprüche an die Erzeuger von Bio-Lebensmitteln. Wer weiß etwa, dass auch Bio-Äpfel für ein gutes Aussehen mit dem Schwermetall Kupfer bespritzt werden? Oder dass Putenfleisch mit dem Bio-Siegel auch von hoffnungslos überzüchteten Puten stammen kann, die sich kaum noch "artgerecht" bewegen können?

Da der Bio-Markt inzwischen auch immer internationaler wird, kommen "Bio-Produkte" zunehmend auch aus dem fernen Ausland, wo kaum jemand die Einhaltung der deutschen Bio-Standards kontrollieren kann. Den deutschen Lebensmittelkontrolleuren fällt es daher immer schwerer, dem Etikettenschwindel mit Bio-Produkten auf die Schliche zu kommen.

Tipps:

[] Nur eingeführten und anerkannten Bio-Siegeln vertrauen.

[] Auf die Herkunft der Bio-Lebensmittel achten. Im Zweifel den Händler fragen.

[] Saisonales Obst und Gemüse kaufen. Das vermeidet lange Transportwege, spart Energie bei der Lagerung und Kühlung, ist gut für die Öko-Bilanz.

[] Weniger Fleisch essen.

[] Bio-Lebensmittel aus ökologischer Landwirtschaft und Tierhaltung findet man in Naturkostläden, Hofläden, Bio-Supermärkten, auf Wochenmärkten und selbst bei konventionellen Lebensmittelketten und Discountern. In vielen Regionen gibt es inzwischen auch die Möglichkeit, sich die Bio-Kiste mit Obst, Eiern und Gemüse ins Haus liefern zu lassen.

Lebensmittelverpackungen: außen hui - innen pfui

Jeder kennt das: Man läuft im Supermarkt am Joghurt-Regal vorbei, plötzlich lachen einen die Kirschen auf den Joghurtbechern an und schwupp - landet der Kirschjoghurt im Einkaufskorb. Wahlweise kann das einem auch passieren, wenn man in der kalten Jahreszeit Lust auf Hühnersuppe bekommt oder mal wieder etwas Asiatisches essen möchte.

Zum Beispiel Nudelsuppe mit leckerem Entenfleisch - das verspricht das Foto auf der Verpackung. Einfach Wasser hinzugeben, aufkochen, und fertig ist der Gaumenschmaus! Doch ist auch wirklich drin, was die Verpackung verspricht? Und wenn ja, wie viel Kirschen enthält der Joghurt, wie viel Huhn die Hühnersuppe und wie viel Ente kommt im Asia-Gericht tatsächlich vor?

Der NDR hat einen Praxis-Test gemacht: Wie viel von dem, was die Hochglanzfotos auf den Verpackungen zeigen, ist wirklich im Fertiggericht enthalten ist. Und so wurden allerlei Gerichte durch ein Sieb gespült.

Das Ergebnis ist niederschmetternd. Statt dicker Kirschen fand der Tester nur wenige Kirschfetzen, bei der Asiapfanne musste er tatsächlich die Pinzette zu Hilfe nehmen, um die winzigen Fleischstücke aufzuspüren, und besonders empörend: Ein Thai-Gericht "Ente" mit dicken abgebildeten Entenscheiben enthielt keine Zutat, die überhaupt etwas mit Ente zu tun hat.

Die Ausreden der Hersteller klingen mutig bis dreist: Die Abbildung der Kirschen auf dem Kirschjoghurt sei keine Mengenangabe, sondern solle anschaulich auf den Inhalt hinweisen, schreibt einer. Und ein anderer freut sich, dass das Produkt trotz des geringen Fleischanteils von nur zwei Prozent sehr erfolgreich sei. Ist also wirklich alles recht, solang es nur dem Verbraucher schmeckt?