Tipps für Eltern – Für das Kind sparen

Falls nun die Oma für den Enkel etwas zurücklegen möchte: Wunderbar, denn das Budget der Eltern ist jetzt meist angespannt, und sparen sollte nur, wer nach Fixkosten und Ausgaben für die notwendigen Versicherungen wirklich noch etwas übrig hat. Andererseits lohnt sich wegen des Zinseszinseffekts auch bei kleinen Beiträgen nichts so sehr, wie früh mit dem Sparen zu beginnen. Aber was kommt überhaupt in Frage? "Bitte keinen Bausparvertrag und keine Ausbildungsversicherung abschließen", sagt Finanzberater Peterreins. Eine Ausbildungspolice sei nichts anderes als eine Kapital-Lebensversicherung, "die kalkuliert immer einen Hinterbliebenenschutz ein - das ist für ein Kind unsinnig". Und Bausparen sei nur etwas für Leute, die später tatsächlich bauen wollten.

Peterreins rät zu Fondssparplänen. "Dabei sollte man aber nicht nur auf die Wertentwicklung, sondern unbedingt auf die Kosten achten - die Depotgebühren, die Ausgabeaufschläge und vor allem die Verwaltungskosten." Letztere beziffert die Total Expense Ratio (TER). "Die Rechnung ist einfach: Ein Fonds, der 2,5 Prozent administrative Kosten aufweist, muss mehr Gewinn machen und daher höhere Risiken eingehen, um auf die gleiche Rendite zu kommen wie ein Fonds mit Kosten von 1,5 Prozent", sagt Peterreins. Er empfiehlt kostengünstige Exchange Traded Funds (ETF), die an die Entwicklung eines europäischen oder amerikanischen Index' gekoppelt sind. Meist ist es am günstigsten, für den Nachwuchs ein Online-Konto nebst Depot zu eröffnen, denn hier fallen oft keine Depotgebühren an, und jede Direktbank bietet für Sparpläne einige Fonds günstig an - zum Teil ohne Ausgabeaufschlag.

Eine Alternative sind Tagesgeldkonten oder Banksparpläne, die allerdings gerade nur mäßige Zinsen bieten. Zudem können Sparer aus manchen Verträgen in eventuellen Notfällen nur schwer oder mit großen Verlusten wieder aussteigen, daher gilt auch hier: die Bedingungen sorgfältig studieren.

17. Mai 2011, 11:002011-05-17 11:00:59 © SZ vom 17.05.2011/bbr