Menschen, die im Büro arbeiten, verleben meist viele Stunden ihres Alltags in Räumen, die mit Klimaanlagen temperiert werden. Viele Freunde haben die Geräte allerdings nicht.
Sie verschlingen wertvolle Energie und verursachen häufig eine unangenehme Zugluft.
Bild vergrößern
Im Winter warm, im Sommer kühl: Ein dichtes Röhrensystem in den Wänden sorgt in der Berufsschule Biberach für angenehme Temperaturen. (© Foto: oh)
Anzeige
Einer wachsenden Minderheit derer, die in Deutschlands Büros tätig sind, geht es da mittlerweile deutlich besser. Die Alternative zur Klimaanlage hat den etwas sperrigen Namen "thermische Bauteilaktivierung": Das Gebäude reguliert die Temperatur selbst.
Ergänzt mit einem System zur Frischluftzufuhr, schafft sie ein behagliches Raumklima. Zudem ist die Technologie auch energieeffizient. Etwa ein Drittel der Bürofläche, die in Deutschland neu entsteht, wird mit thermoaktiven Bauteilsystemen versehen.
Nachtaktiv
"Bei der thermischen Bauteilaktivierung wird die nächtliche Abkühlung genutzt, um Büroräumen tagsüber Wärme zu entziehen", sagt Joachim Plate, Geschäftsführer des Bundesverbands Flächenheizungen und Flächenkühlungen. Das System eignet sich auch zum Heizen: "Durch den Menschen und elektronische Geräte erzeugte Strahlungswärme wird gespeichert und zeitversetzt an den Raum wieder abgegeben."
Decken und Wände mit wasserdurchströmten Rohren entziehen in der Nacht dem Bauteil die vorhandene Wärme, indem kaltes Wasser durch das System geleitet wird. Die gespeicherte Wärme wird am nächsten Tag an die Raumluft wieder abgegeben.
Dies geschieht nicht durch ein Gebläse, sondern durch bloße Abstrahlung der Gebäudeteile. Wird nicht nur die Oberfläche, sondern die ganze Decke als Regulator genutzt, spricht man auch von Betonkerntemperierung.
Bautechnische Voraussetzung für den Einbau einer Heizung mit thermischer Bauteilaktivierung sind massive Decken und Wände, die als Speicher dienen können. Mit dieser Technologie wird die Raumtemperatur das ganze Jahr über auf einem relativ konstanten Niveau gehalten.
Die Betonkerntemperierung kann als selbstständige oder ergänzende Heizung und Kühlung verwendet werden. "Da aufgrund der großen Heizflächen in Wänden und Decken viel geringere Wassertemperaturen erzeugt werden müssen, empfiehlt sich bei der Nutzung als Zusatzheizung die Wahl alternativer Umweltenergien", sagt Plate.
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
- Energie-Contracting Wärme von außen 06.02.2008
- Pendler-Körperwärme heizt Bürogebäude Der Mensch als Heizung 04.01.2008
- Geothermie Ozapft is! 02.08.2007
- Einsparmaßnahme Kraftwerk im Keller 24.04.2007
- Interview mit Energieexperten Grenzenlos 03.08.2007
Venizelos kritisiert IWF-Chefin
Die beschriebenen Effekte sind einfacher und kostengünstiger nicht nur in Bürogebäuden realisierbar, was aber die Baulobby nur ungern eingestehen wird.
Allein die Kombination aus ausreichend speicherfähigen Wänden und Decken und einer Strahlungsheizung auf den Wänden bringt mehr als die im Artikel so hoch gelobte Bauweise.
Die Bauhaus-Epigonen unter den Architekten mit ihrem Beton-Fetischismus fühlen sich dadurch sicher beschnitten. Doch was macht's?