Wirtschaftsminister Brüderle und Verkehrsminister Ramsauer sind sauer auf die Ölindustrie. Grund dafür ist die vorösterliche Preispolitik der Konzerne.
Alle Jahre wieder steigen vor Ostern plötzlich die Benzinpreise, doch Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle ist das ein Dorn im Auge. Der FDP-Politiker hat die Ölkonzerne daher davor gewarnt, bei den Benzinpreisen gerade vor den Feiertagen den Bogen zu überspannen.
Das Kartellamt untersucht derzeit, ob es bei den Benzinpreisen mit rechten Dingen zugeht. (© Foto: ddp)
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Der FDP-Politiker sagte der Bild-Zeitung, dass vor Feiertagen wie Ostern zu beobachten sei, wie die Preise an den Zapfsäulen auf breiter Front nach oben gingen. "Ob das mit rechten Dingen zugeht, untersucht ja gerade das Kartellamt. Es ist sicher richtig und notwendig, dass den Konzernen da noch genauer auf die Finger geguckt wird."
"Das ist schon happig"
Schon jetzt ärgere er sich mächtig über die Preise, sagte Brüderle. "1,44 pro Liter Super - das ist schon happig."
Auch Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) kritisiert die Preispolitik der Mineralölkonzerne. "Die Benzinpreise in Deutschland dürfen sich nicht nach den Ferienzeiten richten", sagte Ramsauer der Bild-Zeitung. Es sei unerträglich, dass die Ölkonzerne pünktlich zum Hauptreiseverkehr regelmäßig an der Preisschraube drehten. "Die Wut der Autofahrer kann ich gut verstehen", sagte Ramsauer.
Nach Einschätzung des ADAC müssen die Autofahrer pünktlich zu Ostern "damit rechnen, dass die Preise noch mal raufgehen könnten".
"Total überhöht"
ADAC-Sprecher Andreas Hölzel sagte, er befürchte, dass der Preis für den Liter Benzin nach einem Anstieg an diesem Wochenende zwar bis Ostern auf diesem Niveau bleibe, dann aber weiter steige.
Ob die Preise während der Osterferien weiter klettern, könne der ADAC noch nicht vorhersagen. Momentan liege der Benzinpreis im Schnitt bei 1,43 und der Preis für Diesel bei 1,21 Euro je Liter, sagte Hölzel.
Hölzel kritisierte: "Seit einigen Tagen sind die Preise total überhöht." Der Ölpreis könne nicht dafür verantwortlich gemacht werden, denn dieser sei in den vergangenen Tagen sogar leicht gefallen. "Es liegt auf der Hand: Die Mineralölkonzerne versuchen, einfach Kasse zu machen mit den Autofahrern."
Auf dem Weg in die Osterferien sollten Urlauber vor allem den Tankstopp an der Autobahn meiden. "In Ortschaften und an freien Tankstellen ist der Sprit deutlich billiger", sagte Hölzel.
Österreich derzeit billiger
Der ADAC empfiehlt Reisenden ins Ausland, sich vorher genau zu erkundigen, was der Liter Benzin oder Diesel dort kostet. "Das lohnt sich bei zehn Cent Preisunterschied auf jeden Fall", sagte Hölzel.
Bis zu 20 Cent niedriger sei aktuell der Benzinpreis in Österreich mit durchschnittlich 1,21 Euro pro Liter. Ebenso könnten Autofahrer in Polen, Italien oder in Tschechien billiger tanken. In Frankreich hingegen koste der Liter Sprit ähnlich viel wie in Deutschland. Mehr bezahlen müsse man in Dänemark, wo der Spritpreis rund 12 Cent pro Liter höher liege.
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(sueddeutsche.de/dpa/pak/tob)
Diskussion um Leinenpflicht für Hunde
Wenn die FDP den Sprit zu teuer findet, hat sie es in der Hand, daran umgehend was zu ändern - denn der setzt sich bekanntermaßen zu einem sehr großen Teil aus Steuern und Abgaben zusammen: 65,96 Cent (Benzin) beziehungsweise 47,43 Cent (Diesel) gehen allein auf das Konto von Mineralölsteuer, Ökosteuer und Erdölbevorratungsbeitrag, DAZU noch mal Mehrwertsteuer.
Resultat:
Von 1,40 Euro für Benzin gehen rund 88,3 Cent an den Staat.
Von 1,15 Euro für Diesel gehen rund 65,8 Cent an den Staat.
Wenn es Herrn Brüderle also um was anderes ginge als billigsten Populismus, könnten er und seine Berliner Kollegen die Preise dank Regierungsmehrheit im Handumdrehen auf deutlich unter 1 Liter drücken.
Er meint natürlich im Vergleich zu Autobahntankstellen.
Zitat: "Der FDP-Politiker sagte der Bild-Zeitung, dass vor Feiertagen wie Ostern zu beobachten sei, wie die Preise an den Zapfsäulen auf breiter Front nach oben gingen."
Herr Brüderle, wenn Sie etwas mehr operativen Sachverstand hätten, wäre für Sie die Prozeßstruktur, die das Wahlvolk schon lange kennt, nicht ungewohnt:
Feiertage - Nachfrage nach Benzin steigt - Benzinpreis reagiert - Politiker zeigen sich sowas von entrüstet - mit Kartellamt wird gedroht - Kartellamt findet natürlich nichts - Politiker interessierts nicht mehr, weil Wahl oder Sommerloch überwunden - Benzinpreise dümpeln weiter auf hohem Niveau - Politiker feiern mit Öllobby das alle etwas gemacht haben und wie toll doch das Kartellamt arbeitet.
Wow, das Kartellamt untersucht und untersucht und untersucht und untersucht ...
Da werden die Konzerne aber zittern ROFL
...die Politiker schimpfen und wettern gegen die hohen Spritkosten...und am ende muss ich tief in die tasche greifen!
Menschen gibt's, die können so rührend lügen, daß sie selbst dabei Tränen vergießen.
Otto Weiss
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