Von Wieland Kramer

Erst seit Strom und Wärme richtig teuer sind, investieren Unternehmen und private Haushalte in neue Technologien. Endlich, denn Energiesparen zahlt sich aus.

Das Ziel ist klar, doch mühsam wird der Weg: Die Deutschen sollen bis zum Jahr 2020 rund 20 Prozent weniger Energie verbrauchen als heute. Die steigenden Preise für Strom, Öl und Gas könnten dazu beitragen, dass dieses Ziel erreicht wird. Und mit ihnen wachsen auch Nachfrage und Angebote rund ums Energiesparen.

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Noch Einsparpotential: Viele Häuslebauer nehmen zwar Energieberatungen in Anspruch - verzichten dann aber auf entsprechende Baumaßnahmen. (© Foto: dpa)

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Im Kleinen haben Privathaushalte, Gewerbe und Dienstleister schon damit begonnen: Einfache Verhaltensänderungen und ein bewussterer Umgang mit Strom und Wärme können den Energiebedarf um bis zu 15 Prozent senken. Geräte nicht auf Stand-by laufen lassen, Glühbirnen durch Energiesparleuchten ersetzen, die Temperatur in Wohn- und Nutzräumen sorgfältig kontrollieren: Das sind einige der vielen Möglichkeiten.

Renner Gebäude-Thermografie

Auffällig ist, dass sich Haus- und Wohnungseigentümer zwar in aufwändigen Energieberatungen ihr Einsparpotential vorrechnen lassen, dann aber trotzdem kaum investieren - oft abgeschreckt von den hohen Kosten für eine energetische Sanierung.

Ein Renner bei den Beratungen ist derzeit die Gebäude-Thermografie: Dabei werden in kühlen Nächten mit einer Infrarot-Kamera Fotos von Dach und Außenwänden gemacht. Die bunten Aufnahmen zeigen die Schwachstellen auf und erlauben eine gezielte Sanierung. Rund 150 Euro kostet eine fachmännische Gebäudethermografie. Allerdings erfasst sie nur die Energieverluste der Gebäudehülle und nicht die wichtigste Energiesparquelle: den Heizkessel. Bei dem hilft nur kühles Rechnen.

Die Gesamtrechnung für Deutschland fällt, was die zurückliegenden Jahre angeht, allerdings ernüchternd aus: Hierzulande werden pro Kopf jährlich 47.000 Kilowattstunden (kWh) Energie verbraucht. 1991 lag der Wert knapp über 50.000 kWh, innerhalb von 17 Jahren konnten damit nur acht Prozent eingespart werden. Der jährliche Pro-Kopf-Verbrauch von Strom hat sich im selben Zeitraum um rund zehn Prozent erhöht, auf aktuell 7507 kWh.

Diese Statistik, die Deutschland als eines der weltweit energieintensivsten Länder ausweist, verschweigt allerdings eines: Mehr als die Hälfte unseres Energieverbrauchs benötigen wir für die Produktion von Waren und Gütern. Und hier leisten die deutschen Betriebe mit weniger Energie immer mehr: Während 1991 noch mehr als 2300 kWh nötig waren, um Waren im Wert 1000 Euro zu produzieren, kommen die Unternehmen im Mittel heute mit etwas mehr als 1700 kWh aus. Die Energie-Effizienz der Wirtschaft hat sich also um gut ein Drittel verbessert. Deutschland ist kein Land von Energieverschwendern - mit jedem ausgeführten Auto und jeder verkauften Maschine exportieren wir auch die bei der Herstellung eingesetzte Energie.

Lesen Sie weiter, warum sich die deutsche Wirtschaft nicht auf ihren Effizienz-Lorbeeren ausruhen sollte.

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