An dramatischen Worten fehlt es nicht: Der Ölpreis wird weiter steigen, warnen Experten. Noch in diesem Sommer könnte der Preis auf 170 Dollar je Barrel klettern.
Am Donnerstag ist wieder eine Marke gefallen: Erstmals in der Geschichte wurden in London für ein Fass Rohöl mehr als 145 Dollar bezahlt. Vor einem Jahr noch hätte so ein Preis als undenkbar gegolten. Damals kostete das 159-Liter-Fass noch knapp 70 Dollar, und das galt schon als extrem teuer. Und jetzt?Anfang dieser Woche sagte Nobua Tanaka, Direktor der Internationalen Energie-Agentur (IEA), auf der Weltenergie-Konferenz in Madrid den magischen Satz: Die Welt befinde sich "klar in einem dritten Ölschock". Der Präsident der Organisation erdölexportierender Staaten (Opec), Chakib Khelil, meinte, ein Preis von 170 Dollar "noch am Ende dieses Sommers" sei möglich.
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Das Geschäft mit dem Öl - Raffinerie in Saudi-Arabien. (© Foto: dpa)
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Die dramatischen Worte zeigen, dass die derzeitige Ölpreisteuerung einen epochalen Einschnitt markiert, möglicherweise fundamentaler noch als die beiden ersten Ölschocks der siebziger Jahre. Diese wurden durch einen politisch motivierten Rückgang des Ölangebots ausgelöst. Die Ursache des jetzigen Schocks ist ökonomischer Natur: Eine stürmisch wachsende Nachfrage aus ehemaligen Entwicklungsländern trifft auf ein kaum noch steigerbares Angebot.
Die erste Ölkrise begann am 6. Oktober 1973, als ägyptische und syrische Truppen Israel angriffen. Die Opec drosselte daraufhin ihre Produktion, um den Westen zu einer israel-feindlichen Politik zu zwingen. Der Ölpreis stieg binnen weniger Tage von drei auf fünf Dollar und im folgenden Jahr auf zwölf Dollar - Zahlen, die aus heutiger Sicht fast komisch wirken, damals aber eine Katastrophe für die Weltwirtschaft bedeuteten. Der zweite Schock folgte nach der islamischen Revolution im Iran. Am 22. September 1980 griff Iraks Diktator Saddam Hussein, damals ein Verbündeter des Westens, das geschwächte Nachbarland an. Das führte zu Förderausfällen, die den Ölpreis auf 38 Dollar steigen ließen.
Lehren aus den 70er Jahren
Die beiden Schocks waren so schlimm, weil sie die Industrieländer unvorbereitet trafen, was schwere Fehler in der Wirtschaftspolitik auslöste. In der Bundesrepublik versuchten die Gewerkschaften, den Kaufkraftverlust durch Lohnforderungen auszugleichen. Im Krisenwinter 1974 setzte die Gewerkschaft ÖTV (die Vorgängerorganisation von Verdi) in einem spektakulären Streik Lohnerhöhungen von elf Prozent durch. Um den Inflationsschub zu bremsen, erhöhte die Deutsche Bundesbank die Zinsen, wodurch sich die Krise verschlimmerte.
In der gesamten entwickelten Welt mündete die Krise in der "Stagflation": Das Wachstum war in den siebziger Jahren niedrig, dies paarte sich mit einer hohen Inflation und steigender Arbeitslosigkeit. Erst nach dem zweiten Ölschock gelang es, unter großen Opfern, den Anstieg der Preise zu brechen.
Wegen der Erfahrung mit der Stagflation sind die Notenbanken heute sensibel. Die Zinserhöhung der Europäischen Zentralbank vom Donnerstag ist so zu erklären: Die Notenbanker haben festgestellt, dass die Gewerkschaften, besonders in Deutschland, damit beginnen, die hohen Energiepreise in ihre Lohnforderungen einzubauen, was eine Lohn-Preis-Spirale wie in den siebziger Jahren auslösen könnte. Dem will die EZB vorbeugen.
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Christopher Lee zum 90.
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Leute, lest mal die erste SZ-Wissen (wo auch immer man die noch bekommen kann). Dort steht genau beschrieben, was mit dem Öl-Preis passiert, wenn man in die jetzt aktuell vorhandene Situation kommt (Angebot Nachfrage). Dort stehen auch Zahlen aus den '60er Jahren, als die USA erstmals weniger Öl förden konnten, als sie verbrauchten. Der Preis (damals vor der "Globalisierung") expoldierte regelrecht.
Aber meine Meinung zu dem ganzen Theater : Energie ist immer noch _viel_ zu billig. Wenn es sich lohnt, eine Flasche Wein von Chile hierher zu schippern (Verpackungsgewicht = fast Inhaltsgewicht) und die für den gleichen Preis im Laden stehen kann wie eine hiesige Flasche, dann stimmt was nicht. Und das wird sich wieder ändern müssen
Ich bin begeistert. Es ist doch immer wieder schön festzustellen, wie sich die Menschen schrittweise der Wirklichkeit nähern. Also, nachdem unsere weisen "Experten" endlich eingeräumt haben, dass Öl eine endliche Resource ist, haben viele "Experten" für die jetzige Situation Spekulanten und die Staaten als Preistreiber beschimpft. Diese Theorie hat aber nicht wirklich lange gehalten. Jetzt sind wir auf einmal beim 3. Ölschock angekommen, mit der Begründung, eine wild steigende Nachfrage trifft auf eine, ich zitiere:"trifft auf ein kaum noch steigerbares Angebot".Das hättet ihr wohl gerne. Nach dem Motto, wenn wir jetzt nicht mehr weiter steigern, bleibt alles beim Alten und wir können so weiter machen wie bisher. Pustekuchen, das Problem ist viel giftiger. Die Ölproduktion ist nicht nur nicht mehr zu steigern, sondern sie wird um ca. 6-8% pro Jahr fallen. Rechnet euch selbst aus, wann Schluß mit der Massenverfügbarkeit ist. Und den Optimisten sei gesagt, für jede Umstellung auf andere Energieträger brauchen wir massenhaft Energie zur Erzeugung der neuen Technologie. Leider kann ich hier nicht jedes optimistische realitätsverleugnende Programm auseinandernehmen. Stellt euch der Wirklichkeit. Wir sind langsam aufgestiegen und werden jetzt rasant absteigen, mit allen unschönen Nebenwirkungen.
P.S. das Problem Peak Oil ist seit 50 Jahren bekannt. Jetzt, wo es da ist, hat es sich die Politik immer noch nicht zu eigen gemacht. Da liegt die wahre Katastrophe.
03.07.2003 1Euro = 1,12Dollar
03.07.2003 Barrel Rohöl = 30Dollar = 27Euro
Deine Infos sind nicht ganz richt. Es hat schon alles seinen Grund:
03.07.2008 1Euro = 1,57Dollar
03.07.2008 Barrell Rohöl = 145Dollar = 93Euro
Also das war also vor 5 Jahren als der Sprit bei uns an der Tanke noch günstig war und das wohl zurecht.
Und oben sieht man auch sehr schön. Bei uns ist der Sprit ca. 3 mal so teuer geworden.
Bei den Amis ist er wohl 5mal so teuer geworden, somit haben die auch eine etwas höhere Inflationsgefahr.
Wie der Preis in so kurzer Zeit plötzlich explodieren kann, weiß ich auch nicht. Da ist aber sicherlich nicht alles koscher weil die Nachfrage auch nicht explodiert ist und weniger wird auch nicht gefördert. Da ist was faul.
Würde man die Mineralölsteuer abschaffen, würde der Liter an der Tankstelle vielleicht 70 oder 80 cent kosten und der Weltuntergang in Deutschland würde wegen gutem Wetter abgesagt. Wenn der Staat wirklich gezwungen wäre, ohne dieses Geld auszukommen, dann würde er es auch schaffen. Ist er dazu nicht gezwungen, schafft er es natürlich auch nicht.
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