Sie reden, immerhin - aber unter ungünstigen Vorzeichen. Bankenvertreter und Vertreter der Gewerkschaft Verdi wollen im Tarifstreit weiter verhandeln. Sollten die dritte Gesprächsrunde scheitern, wird es wohl Streiks geben.

Mit einer Streikdrohung hat die dritte Verhandlungsrunde im Tarifstreit der Bankenbranche begonnen. Verdi-Verhandlungsführer Uwe Foullong bekräftigte im Interview mit der Frankfurter Rundschau die Forderung, die Arbeitgeber müssten ein verhandlungsfähiges Angebot vorlegen. Wenn das nicht auf den Tisch komme, "werden aus den stundenweisen Warnstreiks Tagesstreiks", sagte Fullong.

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Aufgeheizte Stimmung: Der Tarifstreit bei den Banken wird erbittert geführt. (© Foto: dpa)

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Verdi fordert für die Beschäftigten acht Prozent mehr Geld, mindestens aber 260 Euro pro Monat mehr. Dabei verweist die Gewerkschaft auf die hohe Inflation in Deutschland. Zudem verlangt die Arbeitnehmervertretung unter anderem den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen.

Die Arbeitgeber lehnen diese Forderungen ab und haben bislang kein Angebot vorgelegt. Zentraler Knackpunkt in den Gesprächen dürfte die Beschäftigungssicherheit im Falle von Fusionen sein. Verdi befürchtet bei Zusammenschlüssen deutscher Großbanken den Abbau Zehntausender Stellen.

Druck durch Warnstreiks

Dagegen wollen die Arbeitgeber den Ausschluss betriebsbedingter Kündigungen nicht tariflich festschreiben. Der Arbeitgeberverband des privaten Bankgewerbes und der Bundesverband Öffentlicher Banken Deutschlands kündigten an, auch bei der dritten Verhandlungsrunde nicht über eine Gehaltserhöhung allein zu diskutieren, sondern nur über ein Gesamtpaket verhandeln zu wollen. Zudem pochen sie auf eine flexiblere Vergütung für Vertriebsmitarbeiter - und beißen bei Verdi damit auf Granit. "Die Gegenforderungen müssen vom Tisch", sagte Foullong.

Die Gewerkschaft werde nicht akzeptieren, dass ein noch größerer Anteil des gesicherten Tarifentgelts riskiert werde. Bereits jetzt könnten bis zu acht Prozent der Lohnsumme in Leistungszulagen fließen.

Mit Warnstreiks hatte Verdi in den vergangenen Wochen versucht, den Druck auf die Arbeitgeber zu erhöhen. Vor einer Woche hatten in Frankfurt mehr als 800 Bank-Mitarbeiter für mehr Geld demonstriert. Am Montag beteiligten sich in Berlin 700 Mitarbeiter an einer Aktion.

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(sueddeutsche.de/Reuters/AP/tob/jkr)