Tagesgeldkonten Zu Recht einen guten Ruf

Zinsen, Online-Banking, Ein-und Auszahlungen - das sind wichtige Kriterien bei der Wahl eines Tagesgeldkontos. Finanztest hat 57 Konten bei 19 Banken geprüft.

Vier Prozent Zinsen sind möglich

Wie gut die Kontoeröffnung sowie Ein- und Auszahlungen funktionieren wurde auch geprüft.

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Die besten Zinsen für Geld auf dem Tagesgeldkonto bieten häufig Direktbanken, die nur über Internet oder telefonisch erreichbar sind.

Zwar gehen die Zinsen im Moment nach unten, weil die Europäische Zentralbank den Leitzins viermal in Folge herabgesetzt hat, doch sind gut vier Prozent für Tagesgeld - vor allem für Neukunden - immer noch drin.

15 Banken bekommen "gut"

Finanztest wollte wissen, wie gut die Kontoeröffnung sowie Auszahlungen und Einzahlungen funktionieren, wie sicher das Online-Banking ist und wie die Haftung im Falle eines möglichen Schadens geregelt ist.

Die Tester haben bei 19 Banken insgesamt 57 Konten eröffnet, Geld überwiesen und zurückgeholt. 15 Anbieter haben das Qualitätsurteil "gut" erhalten, zwei "befriedigend" und zwei "ausreichend". Die beste von den "guten" Banken ist die Comdirect Bank gefolgt von ICICI Bank und der Netbank.

Mercedes-Benz Bank nimmt keine Neukunden mehr

Das Ergebnis bestätigt den guten Ruf von Tagesgeld, obwohl der Test genau in die heißeste Zeit der Finanzkrise fiel, von September 2008 bis Januar 2009.

Auch die Mercedes-Benz Bank erhielt ein "gut". Aber seit Anfang Februar stoppte sie die Kontoeröffnungen für Tagesgeld und Festzinsprodukte sowie Depots bis auf weiteres.

Die Autobank-Mitarbeiter konnten die massenhaften Kontoeröffnungsanträge nicht abarbeiten, da die Bank mit einem guten Festgeldangebot auf sich aufmerksam gemacht hatte.

Kontoeröffnung dauert bis drei Wochen

Bei knapp der Hälfte der Anbieter dauert eine Kontoeröffnung länger als neun Tage. Eigentlich sollte die Eröffnung in weniger als sieben Tagen über die Bühne gegangen sein.

Den längsten Atem mussten die Tester bei der Denizbank haben: Sie brauchte mehr als drei Wochen für die Kontoeröffnung. Beim Schlusslicht des Tests, der Advanzia Bank, war bei zwei von drei Testern das Konto innerhalb von zwei Tagen freigeschaltet. Doch was wie ein einsamer Rekord aussieht, entspricht in der Abwicklung nicht dem in Deutschland geltenden Recht.

Die Advanzia Bank hat ihren Sitz in Luxemburg. In ihren Bedingungen vereinbart sie mit dem Kunden, dass luxemburgisches Recht gilt. Danach genügt es, wenn der Sparer eine Kopie seines Personalausweises zusammen mit dem Antrag verschickt. Dann schaltet die Advanzia Bank ein Konto für ihn frei.

Identität des Kunden

In Deutschland muss bei der Kontoeröffnung die Identität des Kunden zweifelsfrei festgestellt werden. In Filialbanken legt der Kunde dafür einem Mitarbeiter seinen Personalausweis vor.

Für Direktbanken ist das Post-Ident-Verfahren vorgeschrieben. Das kann nur entfallen, wenn derjenige, der ein Tagesgeldkonto eröffnen will, bereits Kunde bei der Bank ist.

Das Geld ist sicher

Bei allen Banken im Test ist das Geld bei einer Pleite geschützt. Anleger müssen aber bei einigen ausländischen Banken Grenzen beachten. Für Einlagen bei deutschen Banken gilt zuerst die gesetzliche Einlagensicherung. Sie schützt 90 Prozent einer Kundeneinlage, maximal 20.000 Euro.

Zusätzlich ist das Spargeld durch den Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands deutscher Banken oder die Sicherungssysteme der Sparkassen und Genossenschaftsbanken in Millionenhöhe abgesichert. Im Ernstfall würden sie für die Einlagen gerade stehen, die die 20.000-Euro-Grenze übersteigen. Seitdem Herbst des vergangenen Jahres besteht zudem eine weitreichende Bürgschaft des Bundes für Sparer.