Tagesgeld und Festgeld Hier gibt's noch hohe Renditen

Die EZB senkt stetig den Leitzins und die Banken folgen. Sparer merken das an niedrigeren Zinsen bei Tages- und Festgeldkonten. Einige Institute bieten trotzdem attraktive Angebote - doch es gibt auch Fallen. Finanztest hilft weiter.

Schlechte Nachrichten für Sparer: Für Einlagen auf dem Tagesgeld- oder Festgeldkonto zahlen die Kreditinstitute immer weniger Zinsen. Die Banken halten beim Absenken ihrer Sparzinsen Schritt mit der Europäischen Zentralbank. Sie hat in mehreren Etappen den Leitzins für die Eurozone auf 1,5 Prozent zurückgenommen. Vor Ausbruch der Finanzkrise im September 2008 lag der Leitzins noch bei 4,25 Prozent.

Die Banken senken die Zinsen, doch vereinzelt gibt es noch hohe Renditen.

(Foto: Foto: istock)

Tagesgeldkonto gibt Trend an

Besonders deutlich lässt sich die Zinspolitik der Geldhäuser an den Konditionen für Tagesgeld ablesen. Viele Top-Anbieter haben den Zins im zurückliegenden Vierteljahr um ein bis zwei Prozentpunkte gesenkt. Beim Tagesgeld darf die Bank täglich den Zinssatz verändern. Die Santander Direkt Bank sticht positiv hervor. Trotz nochmaliger Zinssenkung bietet sie mit 3,75 Prozent, effektiv sogar 3,82 Prozent, den besten Tagesgeldzins unter den Banken mit deutscher Einlagensicherung.

Hohe Zinsen nur Aushängeschild

Bei vielen überzeugend klingenden Zinsversprechen der Banken sollten Sparer misstrauisch sein. Denn entweder gelten sie nur für kurze Zeit oder sind an mehrere Bedingungen geknüpft. Die Postbank etwa bietet ihren Kunden das "Gewinnsparen" an. Dabei handelt es sich im Grunde um ein Sparbuch, für das die Bank laut Werbebotschaft Ende Februar bis zu 5,6 Prozent Zinsen zahlte.

Den angepriesenen Prozentsatz gab es jedoch nur, wenn Anleger mindestens 50.000 Euro mitbrachten und jeden Monat das Glück hatten, dass bei der Ziehung der Lotterie "Aktion Mensch" eine passende Nummer gezogen wurde (siehe Tabelle). Nur so erhielt der Sparer neben einem fünfprozentigen Basiszins einen Bonus von 0,6 Prozent für einen Monat. Doch diesen Zins gibt es aktuell gar nicht mehr. Mitte März hat die Postbank den Basiszins für die Mindestanlagesumme von 50.000 Euro auf vier Prozent abgeschmolzen, bis 5000 Euro gibt es nur drei Prozent.

Tagesgeldschnäppchen befristet

Die GE Money Bank zahlt Neukunden für das Tagesgeld Flex 5,0 Prozent effektiven Jahreszins bis zu einem maximalen Anlagebetrag von 100.000 Euro. Einen solchen Zinssatz gewährt auch die Advanzia Bank ihren Neukunden. Aber schon am 1. April sind die Lockangebote Geschichte. Dann sind bei Advanzia Bank Zinsen von derzeit effektiv 3,6 Prozent und bei der GE Money Bank von 3,15 Prozent zu erwarten. Achtung! Bei der Advanzia Bank greift die luxemburgische Einlagensicherung im Insolvenzfall. Finanztest empfiehlt, nicht mehr als maximal 20.000 Euro anzulegen. Dieser Betrag ist auf jeden Fall vollständig abgesichert.

Koppelprodukte nicht ratsam

Koppelangebote aus attraktivem Festzins und Wertpapiergeschäften gehören zu den Klassikern des Bankgewerbes. Beispiel: Sechs Prozent Zinsen gewährt Cortal Consors für ein halbes Jahr und für maximal 25.000 Euro.

Der eigentliche Haken ist aber die Verbindung mit einer Depoteröffnung. Anleger, die auf die sechs Prozent scharf sind, müssen parallel dazu Wertpapiere im Wert von mindestens 6000 Euro zu Cortal Consors übertragen oder kaufen und ein halbes Jahr lang im neu eröffneten Depot halten. Es ist aber nicht ratsam, langfristige Geldanlagen von kurzfristigen Zinsschnäppchen abhängig zu machen. Anleger sollten so gut wie immer die Finger von diesen Koppelgeschäften lassen.

Auf welche Punkte Sparer besonders achten müssen, zeigen die Finanztest-Tipps.