Der Hedgefonds-Manager John Paulson sah die US-Immobilienkrise voraus und kassierte vergangenes Jahr 2,3 Milliarden Euro - so viel verdiente an der Wall Street noch nie jemand.
Im Nachhinein erscheint es fast unglaublich, wie lange so viele kluge Menschen an Wunder glauben konnten. Die Helden der Stunde sind jene, denen der Wunderglaube abging, denen also rechtzeitig klar war, dass die Preise für Häuser und Grundstücke auch in Amerika nicht ewig weiter steigen konnten.
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Im Jahr 1994 gründete Paulson seine eigene Firma und legte einige Hedgefonds auf. Paulsons Fonds liefen gut, aber sie erregten in keiner Weise Aufsehen. Doch dann entdeckte er die "Subprime Mortgages". (© Foto: Reuters)
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Einer dieser Helden ist John Paulson. Der Hedgefonds-Manager aus New York hat auf den Zusammenbruch des Immobilienmarktes spekuliert und damit im vergangenen Jahr schätzungsweise 3,7 Milliarden Dollar verdient. Das ist mehr, als ein einzelner Mensch je zuvor innerhalb eines Jahres an der Wall Street verdient hat.
Das Magazin Trader Monthly, das Paulson soeben zum Sieger auf seiner Liste der Top 100 erklärte, schreibt sogar, es könne der größte Jahresgewinn in der Geschichte der Menschheit sein. Das ist zwar ein wenig kühn, schließlich gab es zu den Zeiten von König Midas, Jakob Fugger und John D. Rockefeller noch keine anständige Statistik, aber ganz unplausibel ist die Behauptung eben auch wieder nicht. Paulson selbst ist, wie die gesamte Branche, ziemlich verschwiegen. Daher gibt es keine offizielle Bestätigung für die 3,7 Milliarden Dollar, doch die Schätzungen, bei denen Experten die unter Hedgefonds üblichen Honorierungsmodelle zugrunde legen, dürften ziemlich verlässlich sein.
John Paulson ist 52 Jahre alt und lebt zurückgezogen mit seiner Frau und zwei Töchtern in einem fünfstöckigen Stadthaus an der Upper East Side in Manhattan. Das 2600-Quadratmeter-Anwesen hat er vor vier Jahren in einer Zwangsversteigerung erworben - durchaus standesgemäß für jemanden, der durch die Immobilienkrise zum Milliardär wurde.
Und es ist nicht irgendein Haus. Erbaut wurde es 1916 für den Banker William Woodward, dessen Familiengeschichte die Vorlage lieferte für Truman Capotes Romanfragment "Erhörte Gebete".
Im Gegensatz zu vielen eher flippigen Angehörigen der Hedgefonds-Szene kleidet Paulson sich konservativ und wird in New York nur mit dunklem Anzug und Krawatte gesehen. Geboren wurde er im New Yorker Stadtteil Queens, er studierte zuerst an der New York University und dann in Harvard. Den Umgang mit Geld lernte er anschließend bei dem legendären Finanzgenie Leon Levy in dessen Private-Equity-Firma Odyssey Partners. Später arbeitete er für Bear Stearns, der inzwischen untergegangenen New Yorker Investmentbank, und für den Finanzinvestor Gruss Partners.
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mündiger Bürger offenbar nicht in der Lage war, ihre Finanzausstattung und ihr -vermögen den Kaufwünschen anzupassen. Die Verantwortung vollständig vom Kreditnehmer zu lösen, widerspricht doch jeder sonstigen Forderung nach Individualität und Unabhängigkeit ? Wenn es schief geht, bitter, muss man für seine Fehler geradestehen und die Wetten von Paulson waren in aller Einfachheit erfolgreich.
"Wer auf die Obdachlosigkeit breiter Bevölkerungsteile wettet, verhält sich zwar vielleicht wirtschaftlich, aber im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit schädlich und mindestens verzichtbar. "
Das klingt ja gerade so, als ob die US Hausbesitzer völlig unschuldig in diese Krise gestürzt wären. Letztendlich sind aber gerade sie die Auslöser dieser Krise, da sie auf den steigenden Wert ihrer Immobilie immer neue Kredite aufgenommen haben.
Von daher finde ich es nicht verwerflich, gegen die Blindheit einer halben Nation zu wetten.
Im Gegenteil. Paulsen hat nicht an den Leuten verdient, die ihr Haus nicht mehr abbezahlen können, sonder an den Spekulanten und Banken, die an immer steigende Hauspreise glaubten. Er hat auf fallende Grundstückpreise spekuliert, sie aber nicht verursacht.
Kapitalismus in seiner hier gezeigten Form ist menschenverachtend, schlimmer vermutlich als die Herstellung von Massenvernichtungswaffen, mit denen ja nur gedroht werden soll (wenn wir den ebenso menschenverachtenden Bellizisten glauben).
Da kommt einer, macht mal eben zwo komma sieben bis drei komma zwo oder wieviel halt noch, billions natürlich, und die Finanzkommentatoren verfallen in zitternde Anerkennung statt mit vielleicht chirurgischen Vergleichen deutlich zur Amputation des offensichtlich verrückt gewordenen Gewebsteils anzuhalten, wenigstens zum Schutz des Gesamtsystems.
Wer auf die Obdachlosigkeit breiter Bevölkerungsteile wettet, verhält sich zwar vielleicht wirtschaftlich, aber im Sinne der gesellschaftlichen Verantwortlichkeit schädlich und mindestens verzichtbar.
Im Falle vom Drogenhandel ist derartiges Verhalten (Gewinne aus einer zum Zwecke der Gewinnerzielung erst geschaffenen Abhängigkeit zu schlagen) zu recht mit Strafe bedroht, obwohl es probate Möglichkeiten der Entziehung vom Stoff gibt.
Wie und wo die in Frage stehenden zigtausend Wohnraumkäufer sich gegen das Wohnen therapieren lassen sollen, vermisse ich in der Schreibe hier.
Vom Wohnen kuriert sind aber erst die Obdachlosen, und der Pieper schreibt den Kerl auch noch hoch, der davon schamlos profitiert.
O tempora, o mores.
"Im Nachhinein erscheint es fast unglaublich, wie lange so viele kluge Menschen an Wunder glauben konnten. Die Helden der Stunde sind jene, denen der Wunderglaube abging, denen also rechtzeitig klar war, dass die Preise für Häuser und Grundstücke auch in Amerika nicht ewig weiter steigen konnten. "
Wie der Artikel gut zeigt, ist es ganz so einfach ja eben doch nicht. Ich denke vielen Experten war schon vor Jahren klar, dass es diese Blase gibt. Geld verdienen kann man mit dieser Einsicht aber eben nur, wenn man erstens sehr tiefe Taschen hat (um eingangs unweigerlich eintretende Verluste wegstecken zu können), und wenn zweitens ein Gespühr für den richigen Moment hat.
Vielleicht wäre Mr Paulson, wenn er einige Monate früher eingestiegen wäre, nun nicht mehr als einer von vielen, die in der Blase ihr Geld verloren haben.