Die Drohungen aus Washington laufen ins Leere: Das Europaparlament hat das Swift-Gesetz zur Weitergabe von EU-Bankdaten an die USA mit großer Mehrheit gekippt.
Das Europaparlament stoppt das umstrittene Swift-Abkommen - und brüskiert damit die Vereinigten Staaten von Amerika. Denn die USA hatten mit dem Verweis auf die Bekämpfung von Terroristen immer vehement darauf gedrängt, Zugriff auf europäische Bankdaten zu bekommen. Das Swift-Abkommen hat dies möglich gemacht.
Das Europaparlament hat entschieden: EU-Bankdaten werden nicht an die USA weitergegeben. (© Foto: Reuters)
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In Europa hielt sich die Begeisterung über diese Vereinbarung sehr stark in Grenzen. Viele Bürger und Verbraucherschützer hatten Bedenken wegen des Datenschutzes - und die Politiker waren alarmiert. Prompt haben die Mitglieder des Europäischen Parlaments die umstrittene Regelung wieder gekippt.
Drohungen aus den USA
Damit machen sie nun den US-Terrorfahndern das Überprüfen europäischer Bankkonten extrem schwer. Sie müssen nun in jedem Einzelfall einen Antrag beim belgischen Finanzdienstleister Swift stellen.
Entsprechend groß dürfte der Ärger westlich des Atlantiks sein. Denn vor der Abstimmung hatten die USA alles versucht, die Parlamentarier auf ihre Seite zu ziehen. Selbst Außenministerin Hillary Clinton und Finazminister Timothy Geithner hatten an den Präsidenten des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek, geschrieben. Das Swift-Abkommen sei ein erster großer "Testfall für die transatlantische Sicherheitskooperation nach dem Vertrag von Lisabon", hatte Adam Szubin gesagt, der im amerikanischen Finanzministerium für das Terrorist Finance Tracking Program zuständig ist. Die US-Regierung hat sogar damit gedroht, die Gespräche mit der EU abzubrechen und dafür einzelne Verträge mit den jeweiligen Mitgliedsstaaten auszuhandeln.
Alle Drohungen waren jedoch vergebens. Eine breite Mehrheit von Sozialisten, Grünen und Liberalen stimmte mit 378 zu 196 Stimmen gegen das Abkommen. Ein Antrag der Christdemokraten, in letzter Minute die Abstimmung zu verschieben um das Abkommen nachzubessern, wurde abgelehnt. Das Parlament sprach von einem "historischen Moment".
Das Swift-Abkommen galt ursprünglich seit dem 1. Februar. Hinter dem Kürzel Swift steckt ein belgischer Finanzdienstleister, der neun von zehn Auslandsüberweisungen der EU-Bürger abwickelt. Seit Jahren zapfen die USA dort sensible Daten wie Name, Empfänger und Höhe von Überweisungen an. Doch seit Januar ist der Zugriff unterbrochen, da Swift die Rechner nach Europa verlegt hat. Ohne Zustimmung des EU-Parlaments will Swift keine Daten weitergeben.
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(sueddeutsche.de/dpa/Reuters/tob)
Moderne Verwaltung
"Ich finde es unglaublich das man über Datenschutz für die Deutschen mit Schweizer Bankkonten so hysterisch diskutiert und mit SWIFT werde ALLE internationalen Geld-Transaktionen der beteiligten Banken und das sind eigentlich alle, den Amerikaner zur Verfügung gestellt und niemand schreit auf.... "
Hysterisch sind offensichtlich nur die Schweizer, da sie befürchten müssen, daß ihnen ein wirtschaftlicher Nachteil entsteht. Ich sehe das ganze recht entspannt. Bei den CDs geht es um Handel mit Daten, die nach Auskunft der Banken nicht bei diesen gestohlen wurden, also gehts die Schweiz überhaupt nichts an. Deutsche Schwerfälligkeit unterstellt, kann man auch davon ausgehen, daß die Daten beim Käufer auch nur zu dem befürchteten Zweck verwendet werden.
Bei SWIFT wurde aufgeschrien (haben die meisten wohl vergessen) und nun wurde aus dem Schrei eine Handlung, was wiederum dem europäischen Selbstverständnis zuträglich ist. Die USA kennen keine Trennung zwischen Terrorbekämpfung und Wirtschaftsspionage und die muß man ihnen nicht auch noch leicht machen. Das erledigen dort nämlich die gleichen Dienste, eben eine effizientere Form des Personaleinsatzes, als wir sie kennen.
Wie ein anderer Kommentator schon ganz richtig schrieb.. wer brüskiert hier bitteschön wen ?
Der Journalismus könnte sich hierbei gerne mal zu einem Statement dazu hinreissenlassen, daß es eine verdammte Frechheit ist von einem ganzen STAATENBUND sämtliche Kontodaten der Einwohner einfach einzufordern ! Und wie jetzt sich dann auch noch enttäuscht darüber zeigen, als ob es das normalste der Welt wäre nur für Prävention von Einzelverbrechen solche Datenschutzverstösse zu begehen ! Die Amerikaner sollten erst mal bei uns lernen was Rechtsstaatlichekit bedeuted..hmmm.... oder besser nur in Skandinavien, denn dort wäre man wenigstens niemals so dumm seine eigenen Wertmodelle für ein paar Steuermillionen über den haufen zu werfen.. die Deutschen sind halt doch schon zu stark des Geistes Kind der von jenseits des Atlantiks weht..
empfehle die Totalüberwachung......äh Prävention......
@ cj calva
Vollkommen richtig. Strafverfolgung um jeden Preis ist willkommen. Prävention nicht.
Die Mehrheit versteht die Struktur und Notwendigkeit eines freiheitlichen Staates nicht. Hier im Blog sind die meisten sozialistisch und verstehen das Bankkundengeheimnis gerade gegenüber dem Staat nicht.
Letztlich geht es dem EU-Parlament darum, dass nicht die gesteuerten und politisch kontrollierten Staatsanwaltschaften in Europa von den USA aufgefordert werden können, bei Manipulationen in europäischen Unternehmen ermitteln zu müssen.
z.B. der Kirch-Kredite, Kartellvergehen, .....
Hier liegt nämlich sehr viel im Argen in der BRD insbesondere.
Hoffentlich hat die EU das Rückgrat, bei dieser Entscheidung zu bleiben...
Es ist jedoch anzunehmen, dass genau das passiert, was in dem Artikel erwähnt wird. Die USA werden wohl Abkommen über die Weitergabe der Daten mit den einzelnen Ländern schließen.
Paging