Die EU-Innenminister haben den Weg für das umstrittene Swift-Abkommen geebnet. Bis Herbst 2010 können die US-Ermittler noch auf europäische Kontodaten zugreifen.
Die FDP hatte sich gewehrt, doch Innenminister Thomas de Maizière hat auf die Befindlichkeiten des kleinen Koalitionspartners keine Rücksicht genommen. In Brüssel haben die Innenminister der EU beschlossen, dass amerikanische Terrorfahnder noch bis mindestens Herbst 2010 auf Bankverbindungsdaten europäischer Bürger und Unternehmen zugreifen können - de Maizière hat sich dabei der Stimme enthalten. Und das, obwohl Deutschland bislang immer zu den schärfsten Gegnern des Vorhabens gehörte.
Die EU-Innenminister haben den Weg für das umstrittene Swift-Abkommen frei gemacht. (© Foto: dpa)
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Damit haben die US-Ermittler weiter Zugriff auf Überweisungsdaten europäischer Privatbürger und Unternehmen, die das belgische Unternehmen Swift verwaltet. Swift wickelt täglich etwa 15 Millionen Transaktionen zwischen mehr als 8300 Banken weltweit ab. Die USA nutzen die Daten bereits seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 im Kampf gegen den internationalen Terrorismus. Diplomaten zufolge tritt der Vertrag am 1. Februar in Kraft und gilt zunächst übergangsweise für neun Monate. Danach soll ein ständiges Abkommen ausgehandelt werden.
De Maizière verteidigte seine Enthaltung bei der Abstimmung, die den Beschluss möglich machte. "Ein nicht vollständig befriedigendes Abkommen ist auch im Interesse des Datenschutzes für die europäischen und deutschen Bürger besser als kein Abkommen", sagte der Minister nach.
Insbesondere die FDP hatte in der Koalition massive Datenschutzbedenken geltend gemacht, da Bürger von dem Zugriff auf ihre Daten in der Regel nichts erfahren. Deutschland setzte nach Angaben de Maizières aber durch, dass innereuropäische Überweisungen nicht von dem Abkommen betroffen sind, sondern nur solche in Drittstaaten wie die USA oder die Schweiz.
Massive Kritik im Europaparlament
Demnach sollen die USA die Bank-Überweisungsdaten alleine zur "Verhinderung, Untersuchung, Aufdeckung oder Verfolgung des Terrorismus und der Terrorismus-Finanzierung" nutzen dürfen. Bei Anfragen der US-Behörden sollen die EU-Staaten Daten wie den Absender einer Banküberweisung, den Empfänger, die Kontonummer, die Adresse und die Personalausweis-Nummer an Washington übermitteln. Wenn die Anfrage nicht präzise ist, soll eine Übermittlung der Daten "im Paket" erfolgen.
Im Europaparlament wurde nach dem Ratsbeschluss massive Kritik laut. Der FDP-Innenexperte Alexander Alvaro warf de Maizière einen "Alleingang" gegen die Interessen von Liberalen und Bürgerrechtlern vor. Das CSU-Präsidiumsmitglied Manfred Weber sprach von einem "Fehlstart" für den Lissabon-Vertrag, der am Dienstag in Kraft tritt. Der Vertrag gibt dem EU-Parlament erstmals ein Mitspracherecht in Innen-Fragen - im Fall der Swift-Debatte ist die Volksvertretung jedoch mit der Entscheidung vom Montag erst einmal außen vor.
Das neue Abkommen wurde nötig, weil die europäischen Swift-Daten ab Ende dieses Jahres auf einem Server in den Niederlanden und der Schweiz liegen und nicht mehr in den USA.
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(sueddeutsche.de/AFP/tob/hgn)
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Und Deutsche, besonders Innenminister, handeln auch noch gerne nach der Maxime:
"Führer befiel, wir folgen dir!
Dieses Verhalten hat einen einzigen, für Vasallen aber besonders wichtigen Vorteil:
Sie, die Funktionäre der Vasallen, machen sich damit "Lieb Kind" beim Hegemon!
Dass sie der Mehrheit derjenigen, denen sie ihre Positionen zu verdanken haben, die Wähler, mit derartigen Handlungen eindeutig SCHADEN zufügen und damit ihren Amtseid brechen(!), ist für diese feigen Befehlsempfänger nebensächlich!
Auch wissen sie und verhalten sich entsprechend:
Das Wahlvolk ist viel zu dumm, um sich bei der nächsten Wahl in einigen Jahren noch daran zu erinnern!
Pfui, Herr de Maiziere, schämen Sie sich. Sie haben geschworen, Schaden vom deutschen Volk abzuwenden. Stattdessen führen Sie die Traditon Ihrer Vorgänger fort, und bekämpfen die eigenen Bürger und kassieren munter weitere Bürgerrechte ein. Vermutlich kam Ihnen die Aufregeung um die Schweizer Abstimmung gerad recht. So hat kaum jemand mitbekommen, dass sie deutsche Bürgerrechte unter Umgehung sämtlichen Datenschutzes verschleudert haben. Schämen Sie sich, aber ich bin mir sicher, dass die Kategorie Scham in Ihrem Kopf nicht existent ist.
Schämen soll sich auch die SZ, die diesen Artikel so gut es geht versteckt und auf der Startseite geht es an exponierter Stelle um verkaufoffene Sonntage, Entsorgung von Medikamenten und (der Knaller) eine Lifestyle-Zeitschrift. Ja, ihr wißt, was wichtig ist. Kein Wunder, dass Politker mittlerweile weitestgehend machen, was ihnen gefällt. Eine Kontrolle durch die sogenannte vierte Macht, ist ja kaum mehr gegeben. (Gilt im Übrigen auch für die restliche Presse)
....es hat sich doch etwas geändert denn auf die inner-europäischen Swift Daten haben die USA jetzt noch, aber ab Februar 2010 keinen Zugriff mehr.
Die europäischen Fahnder aber sehr wohl.
Bei der ganzen Diskussion wird nicht berücksichtigt, dass ja alle europäischen Fahnder in der EU den Zugriff auf diese Daten haben. Das stört offenbar Niemanden ?
Keine Rede von Datenschutz und die FDP stört das auch nicht.
Außerdem hatte sich ja die FDP Ministerin bereits vorher mit dem Innen Minister auf die Enthaltung geeinigt. Also, alles nur gespielte Aufregung und die FDP rückt immer mehr von ihrem sog. 20 Punkte Programm ab. Papier Tiger nennt man so etwas !
Und der BDI fängt jetzt, aber hinterher, erst an von möglicher Industrie Spionage zu reden.
Das haben die USA doch jahrelang so gemacht und Niemanden hat es im BDI gestört.
Ein Skandal ist es auch dass die USA diese Daten auch an Dritte wie Rußland und China weitergeben. Stört anscheinend auch Niemanden hierzulande ?
So wie zahlreiche andere Lügen (die EU würde das Bankgeheimnis schützen, für mehr Arbeitsplätze und mehr Geld im Börsel sorgen, ohne Zustimmung Deutschlands nichts machen können usw.) ist es auch eine feste Lüge, dass die EU für mehr Selbständigkeit gegenüber den USA sorgen würde.
In Wirklichkeit ist es genau umgekehrt. Hätten die USA früher etwas gewollt, hätten sie sich mit den Ländern einzeln einigen müssen. Jetzt brauchen die USA nur mehr zur EU zu gehen, um ihre Wünsche durchzusetzen: Sei es bei der Gentechnik, sei es beim Personen- und Warenverkehr (Pässe, Datenschutz usw.), sei es im Bank- und Finanzwesen, wobei übrigens auch niemand so viel wertlosen Finanzschrott der USA gekauft hat wie die EU-Länder. Ohne dann wegen der unglaublichen Verluste Schadenersatzforderungen zu stellen! Kann jemand erklären, warum? Wäre noch mehr Unterwerfung gegenüber den USA überhaupt möglich?
Und sollte einmal eine gemeinsame EU-Verteidigung mit der NATO als "Rückgrat" eingerichtet sein, darf jeder raten (aber nur einmal), wohin die USA gehen werden, wenn sie wieder einen Krieg (auch ohne UNO) führen wollen. Und die EU-Zentrale wird dann anordnen, wohin die Mitgliedsländer (für die USA) zu marschieren haben.
Bekommen die Europäer dann auch Zugriff bzw. Einsicht auf die amerikanischen Konten? Wär doch nur fair! Oder?
So gehts mit der Freiheit und den Bürgerrechten dahin. Eine Enthaltung von Deutschland - eine Schande!
Paging