Von Alfred Dürr

Chronik eines angekündigten Umzugs: Schon im Jahr 1993 gab es erste Überlegungen, neben der Druckerei am Stadtrand ein Hochhaus zu bauen.

Der Weg in die Zukunft zeichnete sich im März 2002 das erste Mal konkret ab: Damals wurde klar, dass dieser Weg die SZ-Redakteure nicht mehr in die Sendlinger Straße führen würde - sondern in ein Hochhaus an der östlichen Peripherie Münchens. Der Architektenwettbewerb war gerade entschieden worden, und damit waren die Pläne für einen Umzug nicht mehr im Stadium reiner Überlegungen.

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Jetzt wusste man, dass in Zamdorf ein Büroturm für den Süddeutschen Verlag entstehen wird. Die Begründung: Der (teure) Standort in der Innenstadt wird auf Dauer zu klein. Außerdem sollten die über das Stadtgebiet verstreuten SV-Unternehmen unter einem Dach zusammengefasst werden.

Bereits 1993 stimmte der Stadtrat grundsätzlich zu, dass der Verlag neben seiner Druckerei an der Autobahn in Richtung Messestadt Riem Baurecht für ein Hochhaus erhält. Man prüfte zwar Alternativstandorte, aber am Schluss blieb es bei dem Grundstück an der Hultschiner Straße. 2001 beschäftigte man sich intensiv mit diesem Grundstück, was ein Jahr später in die Ausschreibung eines internationalen Architektenwettbewerbs mündete. Aus diesem ging nach einer Überarbeitungsrunde das Berliner Büro Gewers, Kühn und Kühn als Sieger hervor (heute: GKK+Architekten).

Verkauf des Stammsitzes

Auch Umstrukturierungen des Stammgeländes an der Sendlinger Straße und die Chance auf eine städtebauliche Entwicklung waren Gegenstand von Stadtratsdebatten, zum Beispiel Anfang 1996. Konkrete Planungen wurden allerdings nicht eingeleitet. Das Verfahren ruhte.

Die Diskussionen über Umstrukturierungen, einen Neubau und über den Umzug wurden im Juni 2004 mit einer Entscheidung beendet: Die Eigentümer des Süddeutschen Verlags verkauften den Stammsitz an das Heidelberger Unternehmen FOM Future Office Management und an die LEG Baden-Württemberg, deren Hauptgesellschafter die Landesbank Baden-Württemberg ist. Die LEG hat sich später umbenannt in LBBW Immobilien Development GmbH. Der Süddeutsche Verlag mietete das Gelände für die kommenden vier Jahre zurück - also bis zum Umzug in das neue Domizil.

Die Entscheidung über den Abschied von einem Areal, das mit der Geschichte des Verlags und der Redaktion untrennbar verbunden ist, sei weder den Gesellschaftern noch der Geschäftsführung leicht gefallen, verlautete aus der damaligen Verlagsleitung. Emotionale Bindungen an das Stammhaus hatten am Ende jedoch keine Rolle gespielt. Es stand das gute Geschäft für die damaligen Gesellschafter im Vordergrund.

Die Medienkrise, die zu dieser Zeit gerade auch ein Blatt wie die Süddeutsche Zeitung in finanzielle Probleme stürzte, wurde als Begründung für die weiteren Schritte angeführt. Die Liquiditätslage des Unternehmens habe sich bedrohlich verschlechtert, verkündete die einstige Geschäftsführung. Wenn ein Unternehmen über stille Reserven verfüge, sei es notwendig, diese zu verwenden.

Freilich legte die Politik der damaligen Gesellschafter und der Verlagsleitung bereits vor der Medienkrise den Schwerpunkt auf Kostenersparnis und Effizienzsteigerung. Es sei schon länger klar gewesen, dass es betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll sei, die Zentrale des Unternehmens dauerhaft in der Innenstadt zu belassen. Denn alle Mitarbeiter der SV-Tochterunternehmen bringe man nicht auf dem Areal an der Sendlinger Straße unter. Also müsse man für viel Geld zusätzliche Büroflächen anmieten und ständig weite Wege zurücklegen.

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