Für Ministerpräsident Günther Oettinger (CDU) ist die Vertragsunterzeichnung ein großer Erfolg. "Es ist ein Projekt, von dem alle profitieren", sagte Oettinger. Ob es ihm die Wähler danken werden, ist eine andere Frage. "Stuttgart 21" ist bei den Bewohnern der Landeshauptstadt umstritten. Manche wollen einfach nur ihre gutbürgerliche Ruhe bewahrt wissen und haben keine Lust auf Tausende Lkw, die in ein paar Jahren das ganze Geröll wegfahren.
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BUND und Grüne halten den alten, unter Denkmalschutz stehenden Bahnhof für ein architektonisches Meisterwerk, die Untertunnelung für Gigantonomie. Sie wollen den Kopfbahnhof restaurieren lassen - billiger und schöner sei das. Die Station unter der Erde wird ziemlich futuristisch sein. Ein Durchgangsbahnhof mit acht Gleisen, die Betonträger in der großen Halle gehen in Bullaugen über, durch die Tageslicht einfließt.
Umstrittene Zukunft der bisherigen Fläche
Vom Stuttgarter Hauptbahnhof aus fuhren die Züge bisher in gemächlichem Tempo durch das Neckartal und krochen dann mit 80 Kilometern die Schwäbische Alb hinauf. Künftig rasen die Reisenden durch lange Tunnel unter der Innenstadt bis zum Flughafen, danach verläuft die neue Schnellbahntrasse entlang der A 8 bis nach Ulm. Die Fahrzeit zwischen Stuttgart und Ulm soll sich im Schnellzug auf knapp 30 Minuten halbieren.
In Stuttgart beginnt nun die Diskussion darüber, wie die bisherige Gleisfläche in Zukunft aussehen soll, hier werden noch einmal vier Milliarden investiert. Die Stadt ist bereits in Vorleistung gegangen und hat der Bahn die meisten Grundstücke für 500 Millionen Euro abgekauft. Das garantiere eine Gestaltung im Sinne der Bürger, sagt Oberbürgermeister Wolfgang Schuster (CDU). Der hohe Kaufpreis zwinge zu enger Bebauung und hohen Mieten, befürchten die Gegner des Projekts. Sie verweisen auch auf den Transrapid in München, für den es viele Zusagen gab. Und der dennoch kippte. Vielleicht lässt aber auch die Ausdauer nach. Als Tiefensee in das Staatsministerium fuhr, da standen noch fast 100 Demonstranten davor und pfiffen. Kaum waren die Verträge unterschrieben, waren auch die Gegner weg.
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- Stuttgart 21 In acht Minuten am Flughafen 02.04.2009
- Bahnhofausbau in Stuttgart Der Diskussions-Bahnhof 29.01.2009
(SZ vom 3. 4. 2009/als)
Eurovision Song Contest
Die Kölner haben es gezeigt:
Wertvolle Gebäude versinken in U-Bahn-Baustellen !!!!
Unsere Journalisten sollten einmal die Historie von Stuttgart studieren :
Der Talkessel von Stuttgart galt lange als unbewohnbar. Lediglich die
damaligen Landesherren hatten den Mut, sich in einem Sumpfgebiet anzusiedeln.
Deshalb stehen viele Gebäude wegen des problematischen Untergrunds
deshalb auf Pfählen. Früher waren dies Eichenpfähle, heutzutage nimmt man
Beton. Eichenholz hat die Eigenschaft, unter Luftabschluss, also im Wasser
hart wie Eisen zu werden und auch zu bleiben. Wird der Grundwasserstand jedoch
abgesenkt und das Eichenholz ist nicht mehr durch Wasser gegen den zerstörerischen Sauerstoff geschützt, dann verliert dieses Holz seine Tragfähigkeit.
Das Bahnhofsgebäude, der Hindenburgbau und viele andere Gebäude im Zuge der Königstraße sind also durch die Bauarbeiten hochgradig gefährdet.
Mit hoher Wahrscheinlichkeit ist auch mit einer negativen Beeinflussung der Cannstatter Mineralquellen zu rechnen. Angeblich ist der genaue Verlauf der Quellen nicht feststellbar aber die Wahrscheinlichkeit, dass diese unter dem Talkessel Stuttgarts verlaufen ist sehr hoch.
Ein münchner Architektur Büro hat für diesen Bau die Kosten weit höher errechnet. Was von der Landesregierung als Unhaltbar abgewiesen wurde.
Der Bundesrechnungshof kam bei einer Neuberechnung - durch steigende Baukosten, Materialkosten ebenfalls auf einen weit höheren Betrag, als die Landesregierung. Die sich von dieser "Aktion" des Bundesrechnungshofs dupiert zeigte und es als wenig hilfreich nannte, das solche Zahlen veröffentlicht werden...
Es stellt sich wirklich die Frage ob man hier nicht auch einmal die Konten der Entscheidungsträger und den Emailverkehr untersuchen sollte. Welche Gelder flossen hier schon, das gegen die Bürger und den gesunden Menschenverstand entschieden wird?
sorry "... gar nichts im Artikel." muss es richtigerweise heißen.
"nun ist plötzlich die Finanzierung gesichert,"
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Herr Dörries - wieso lese ich genau darüber, inwiefern die Finanzierung gesichert ist, nichts, aber auch rein gar nichts über die Finanzierung???
Schon wieder wird so getan, als ob die Gegner dieses Projektes versprengte Irre wären, die sich vor Veränderungen fürchten.
"Sie wollen den Kopfbahnhof restaurieren lassen - billiger und schöner sei das." Ja Herr Dörries. So einfach kann man es sich machen und sich einfach der Ignoranz der Befürworter anschließen. Haben Sie sich denn mal die Argumente der Gegner angeschaut?
Stuttgart 21 wird einen modernen Fahrplan mit einem integrierten Taktfahrplan auf ewig verbauen, weil so etwas mit den acht Gleisen schlicht nicht leistbar ist. Überall werden steigende Verkehrsleistungen prognostiziert, auch im Personenverkehr. Nur bei Stuttgart 21 soll es gehen, deutlich an Infrastruktur rückzubauen und damit mehr zu leisten.
Bis heute liegt kein belastbares Betriebskonzept vor, geschweige denn ein grober Zielfahrplan. Außerdem ist absehbar, dass der Tiefbahnhof zum Nadelöhr wird. Erst mal bauen, dann sehen wir schon, oder wie?
Für mich ist das reiner Gefälligkeitsjournalismus. Und einer der Gründe weshalb ich die SZ schon lange nicht mehr abonniere, sondern nur noch gelegentlich am Kiosk erwerbe.
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