Studie des Umweltbundesamtes Deutsche tauschen Elektrogeräte immer schneller aus

Eine Studie des Umweltbundesamts zeigt: Immer mehr Elektrogeräte gehen nach fünf Jahren kaputt.

(Foto: Alessandra Schellnegger)
  • Verbraucher tauschen ihre Elektrogeräte schneller aus als früher - das zeigt eine Studie des Umweltbundesamtes.
  • Die Lebensdauer von großen Haushaltsgeräten hat sich zwischen 2004 und 2012 im Schnitt um ein Jahr verkürzt - auf insgesamt 13 Jahre.
  • Bislang kann das Umweltbundesamt nicht beweisen, dass Hersteller Schwachstellen "gezielt" in Produkte einbauen, um Kunden zu einem Neukauf zu bewegen.

Hinweise auf frühzeitige Defekte bei Haushaltsgeräten

Verbraucher tauschen Produkte schneller aus als früher. Es gebe einen Trend zu immer kürzerer Nutzungsdauer elektronischer Geräte, teilte das Umweltbundesamt (UBA) mit. Sie führt derzeit eine sogenannte Obsoleszenz-Studie durch, die klären soll, ob Hersteller die Lebensdauer von Produkten gezielt verkürzen.

Hinweise auf frühzeitige Defekte gibt es etwa bei Haushaltsgeräten. "Wir können sagen, dass mehr Wachmaschinen, Kühlschränke und Wäschetrockner innerhalb von fünf Jahren defekt sind als noch vor zehn Jahren", teilte das Umweltbundesamt mit und fordert die Regierung auf, das Gewährleistungsrecht zu überarbeiten.

Ein Viertel der Verbraucher ersetzt TV wegen technischer Mängel

Vor allem bei Flachbildfernsehern sei die "Erst-Nutzungsdauer" kurz. Dem Zwischenbericht der Studie zufolge tauschte 2012 ein Viertel der Verbraucher seinen Flachbildschirm wegen technischer Mängel aus, der Großteil - über 60 Prozent - ersetzte sein funktionierendes Gerät durch ein noch besseres. Im Durchschnitt war das ersetzte Gerät 2012 laut der Studie 5,6 Jahre alt. Zwischen 2005 und 2012 lag die durchschnittliche Erst-Nutzungsdauer eines Röhrenfernsehers noch bei zehn bis zwölf Jahren.

Auch in der Küche oder im Waschkeller wechselten Verbraucher ihre Geräte schneller aus als noch vor einigen Jahren. Von 2004 bis 2012/2013 verringerte sich die Erst-Nutzungsdauer von Waschmaschinen, Trocknern und Kühlschränken um ein Jahr auf durchschnittlich 13 Jahre. Im Gegensatz zu Fernsehern tauschte aber nur ein Drittel der Verbraucher ein funktionierendes Gerät gegen ein besseres ein - zwei Drittel kauften ein neues, weil das alte kaputt war.

Fast annähernd gleich geblieben ist der Studie zufolge dagegen die Erst-Nutzungsdauer von Notebooks. Zwischen fünf und sechs Jahren tippen und surfen Verbraucher mit ihrem Gerät. Die Gründe für den Austausch haben sich dagegen grundlegend geändert: Wurden 2004 noch 70 Prozent der funktionsfähigen Geräte wegen einer technischen Neuheit und dem Wunsch nach einem besseren Notebook ausgetauscht, sei dies 2012/2013 "nur noch bei etwa einem Viertel der Fälle" so gewesen, heißt es in der Studie.

Keine Belege für Einbau "gezielter" Schwachstellen

Der Zwischenbericht beruht dem Bundesumweltamt zufolge vorwiegend auf Ergebnissen von repräsentativen Verbraucherbefragungen der Gesellschaft für Konsumforschung. Auf Basis der Zwischenergebnisse ließen sich noch keine Belege dafür finden, dass Hersteller "gezielt" Schwachstellen in ihre Produkte einbauten. Die Erst-Nutzungsdauer berücksichtigt nicht eine mögliche spätere weitere Nutzung von Geräten durch andere Konsumenten, die diese zum Beispiel gebraucht erwerben.

"Beim Gebrauch von Elektro- und Elektronikgeräten ergibt sich ein sehr differenziertes Bild. Dass Geräte kürzer verwendet werden, hat unterschiedliche Ursachen", erklärte UBA-Präsidentin Maria Krautzberger. "Inwieweit ein geplanter Verschleiß dafür verantwortlich ist, klären wird jetzt in der zweiten Hälfte der Studie." Auf jeden Fall sollten sich Strategien, um die Nutzungsdauer von Geräten zu verlängern, sowohl an die Hersteller als auch an die Verbraucher richten.

Die Wegwerfkultur führe zu einer immer größeren Verschwendung von Rohstoffen, heißt es in einer Mitteilung. Der Ressourcen-Verbrauch müsse durch eine bessere Reparaturfähigkeit, Sammlung, Weiterverwendung und das Recycling von Produkten verringert werden.