Strom und Gas werden teurer Fast 300 Anbieter erhöhen die Preise

Millionen Haushalte müssen im nächsten Jahr womöglich mehr Geld für Strom und Gas zahlen: Manche Anbieter verdoppeln ihre Preise sogar fast.

285 Anbieter hätten zum 1. Januar oder zum 1. Februar Tariferhöhungen angekündigt, teilte das Verbraucherportal Preisvergleich mit. Strom werde demnach im Schnitt 4,5 Prozent teurer. Für einen Drei-Personen-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden bedeute dies eine Anhebung um 41 Euro im Jahr. Von den Erhöhungen seien rund 8,5 Millionen Haushalte betroffen. Für eine Familie in einem Einfamilienhaus mit einem Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden bedeutet dies demnach eine Preiserhöhung von 104 Euro im Jahr.

Über 500 der knapp 850 Gasversorger haben bereits in diesem Jahr ihre Preise erhöht, etwa 70 von ihnen haben nun für Anfang 2012 weitere Erhöhungen angekündigt. Dabei geht es im Durchschnitt um acht Prozent nach oben. Die Erlanger Stadtwerke zum Beispiel heben ihre Gaspreise gar um 45 Prozent an.

Die Bundesnetzagentur hatte in den vergagenen Wochen immer wieder betont, die von vielen Versorgern zum Jahreswechsel angekündigten Preiserhöhungen beim Strom seien zu hoch. "Bei all den Anbietern, die höhere Kosten für den Stromtransport als Grund für die Preiserhöhung angeben, wird dieser Grund zumindest teilweise wieder entfallen", sagte der Präsidenz der Netzagentur, Matthias Kurth. Die Preiserhöhungen hätten dann keinen Bestand.

Durch eine von Bundestag geplante Gesetzesänderung könne die Netzagentur bei der Genehmigung der Netzentgelte künftig den Produktivitätsfortschritt der Netzbetreiber berücksichtigen, sagte Kurth. Dies werde zu einer Entlastung der Verbraucher von mehr als einer Milliarde Euro führen. Ohne das neue Gesetz wären nach Berechnungen der Netzagentur zusätzliche Belastungen von bis zu 2 Milliarden Euro auf die Verbraucher zugekommen. "So dürften die Netzbetreiber nach meinen Schätzungen höchstens noch einen Restbetrag aus der Vergangenheit in Höhe von 500 Millionen Euro auf die Kunden abwälzen", sagte Kurth.