Der Branchendienst Verivox rät den Verbrauchern zu erhöhter Aufmerksamkeit. Denn die neueste Preiswelle der Strom- und Gasanbieter ist unauffällig, kann aber die Jahresrechnung um bis zu 200 Euro in die Höhe treiben.

Die Verbraucher in Deutschland müssen sich einmal mehr auf steigende Energiekosten einstellen. So wollen 182 lokale Gasversorger zum 1. April ihre Preise um durchschnittlich 6,6 Prozent erhöhen, wie der Branchendienst Verivox berichtet.

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Die Aufmerksamkeit der Verbraucher ist gefordert, denn die Preiswellen bei den Strom- und Gasanbietern sind zwar unauffälliger, lassen die Jahresrechnungen aber teilweise deutlich steigen. (© Foto: ddp)

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Beim Strom planen mehr als 50 Anbieter bis zum 1. Mai eine Anhebung, im Durchschnitt soll Energie um 5,9 Prozent teurer werden.

Die deutlichste Erhöhung trifft die Gaskunden der Stadtwerke Reichenbach/Vogtland in Sachsen, wie die Verivox-Tabelle zeigt. Diese wollten ihren günstigsten Tarif um 14,1 Prozent erhöhen. Beim durchschnittlichen Verbrauch eines Vier-Personen-Haushaltes von 20.000 Kilowattstunden steige die Jahresrechnung damit um 186 Euro.

"Die Aufmerksamkeit der Verbraucher ist gefordert"

Im hessischen Bad Vilbel solle ein Tarif um 13,2 Prozent teurer werden, im bayerischen Eichstätt steige ein Sondertarif um 13,1 Prozent. Das Portal riet Verbrauchern, die Preise zu vergleichen und einen Anbieterwechsel zu prüfen.

"Die Aufmerksamkeit der Verbraucher ist zunehmend gefordert, da die großen Preiswellen, über die informiert wird, ausbleiben", sagte Energieexperte Peter Reese von Verivox. Dabei bestehe nicht die Gefahr, von der Versorgung abgeschnitten zu werden.

"Da die Belieferung gesetzlich geregelt ist, kann es bei einem Anbieterwechsel niemals zu einer Unterbrechung der Versorgung kommen." Eine Verivox-Sprecherin betonte, der Gesetzgeber wisse um die Sorge der Verbraucher und habe entsprechende Regelungen getroffen.

Von den Strompreiserhöhungen sind den Angaben zufolge insgesamt 171 Angebote von 57 verschiedenen Anbietern in ganz Deutschland betroffen. Besonders stark sollten die Preise bei der Grundversorgung steigen, durchschnittlich um 7,4 Prozent. Die so genannten Wahlprodukte der lokalen Versorger würden um 5,3 Prozent teurer.

Preiserhöhungen bei Ökostrom geringer

Deutlich geringer fallen die Erhöhungen laut Verivox zudem bei Ökostrom aus - dort betragen sie durchschnittlich 3,9 Prozent. Angebote mit herkömmlicher Stromzusammensetzung verteuerten sich dagegen im Schnitt um 6,5 Prozent. Den größten Anstieg gebe es bei den Stadtwerken Schwabach in Bayern, sagte die Verivox-Sprecherin.

Der Grundversorgungstarif steige dort zum 1. April um 18,2 Prozent. Ein Durchschnittshaushalt zahle dadurch pro Jahr 136 Euro mehr als bisher. Deutliche Erhöhungen planten auch die Nürnberger N-Ergie mit 13,9 Prozent mehr im Grundtarif und die Stadtwerke Schlitz in Hessen mit 13,1 Prozent mehr.

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(sueddeutsche.de/AP/jkr/mel)