Von Melanie Ahlemeier

Teures Gera, günstiges Landshut: Zwischen den 100 größten deutschen Städten gibt es teils massive Preisdifferenzen bei Strom, Gas und Wasser. Ein Überblick, in welchen Kommunen Privathaushalte besonders viel zahlen.

Singles, Paare und Familien in den 100 größten deutschen Städten müssen mit teils eklatanten Preisunterschieden für Strom, Gas und Trinkwasser leben. Daten des unabhängigen Verbraucherportals Verivox.de, die sueddeutsche.de vorliegen, zeigen, dass die Differenzen dabei bis zu 500 Euro betragen.

(© Foto: ddp)

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So zahlen Singlehaushalte in Gera den Berechnungen zufolge pro Jahr durchschnittlich 1032 Euro für Strom, Gas und Trinkwasser, und auch in Zwickau kommen Ein-Personen-Haushalte mit durchschnittlich 1022 Euro kaum günstiger davon. Deutlich billiger hingegen lässt es sich in Landshut leben - mit 746 Euro Jahreskosten für Strom, Gas und Wasser die günstigste Stadt im Verivox-Ranking.

Durchschnittlich betrachtet zahlen Singlehaushalte in den 100 größten deutschen Städten 878 Euro pro Jahr für die jeweils günstigsten Stom-, Gas- und Trinkwassertarife der jeweiligen lokalen Versorger, wobei Strom (356 Euro) und Gas (357 Euro) deutlich stärker zu Buche schlagen als die Ausgaben für Trinkwasser. Zur Kostenermittlung hat Verivox einen Jahresstromverbrauch von 1500 kWh, einen Gasverbrauch von 4000 KWh und einen Trinkwasserverbrauch von 125 Liter pro Tag zugrunde gelegt.

Von wegen Landshut

Drei- oder Vier-Personen-Haushalte kommen in Lübeck am günstigsten davon: Dort zahlt eine Kleinfamilie den Berechnungen zufolge mit 2249 Euro fast 500 Euro weniger als ein vergleichbarer Haushalt in Dresden - der mit durchschnittlich 2720 Euro teuersten Kommune für Kleinfamilien. Kaum günstiger lebt es sich in Leipzig (2638 Euro), Minden (2637 Euro) und Dessau-Roßlau (2632 Euro). Und während Landshut für Singlehaushalte die günstigste Stadt ist, leben Familien dort nicht wirklich billiger: Kleinfamilien berappen im Durchschnitt 2469 Euro jährlich für Strom, Gas und Wasser.

Auch bei den Stromkosten einer Durchschnittsfamilie hat Verivox teils massive Differenzen ermittelt: Während in Nürnberg 733 Euro fällig werden, zahlt ein gleich großer Haushalt in Jena für den günstigsten Stromtarif 924 Euro - rund 25 Prozent mehr. Auch beim Trinkwasser gibt es eklatante Preisunterschiede: In Essen gibt ein Singlehaushalt dafür jährlich 256 Euro aus - fast viermal so viel wie ein Ein-Personen-Haushalt in Landshut, wo 70 Euro fällig werden.

Kleinfamilien mit drei oder vier Personen zahlen im Jahr durchschnittlich 2456 Euro für Strom, Gas und Wasser. Mehr als die Hälfte - 1309 Euro - wird für Gas (20.000 kWh pro Jahr) ausgegeben. Für Strom (4000 kWh) werden 822 Euro fällig, für Trinkwasser (375 Liter pro Tag) 324 Euro.

Einfach wechseln

"Beim Trinkwasser ist aktuell kein Anbieterwechsel möglich. Verbraucher sollten jedoch unbedingt prüfen, ob es nicht günstigere Strom- und Gastarife gibt", rät Verivox. Ein Anbieter- oder Tarifwechsel sei einfach und risikofrei, Familien könnten häufig mehrere hundert Euro pro Jahr sparen.

Seit dem Jahreswechsel zahlen Verbraucher nahezu bundesweit deutlich mehr Geld für Strom und Gas. Jeder dritte Stromversorger drehte an der Preisschraube, teilweise wurden die Preise um mehr als 30 Prozent erhöht. Gas verteuerte sich mancherorts um mehr als zehn Prozent.

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(sueddeutsche.de/jkr)