Die Bankenbranche verkündet eine Einigung für die Gebühren an Geldautomaten - doch es ist eine Mogelpackung: Die geforderte Preisobergrenze scheitert an den Sparkassen.
Noch am Dienstag hatte Verbraucherschutzministerin Ilse Aigner den Banken und Sparkassen mit der Gesetzeskeule gedroht, falls sie sich bei den Abhebegebühren an Bankautomaten nicht auf eine verbraucherfreundliche gemeinsame Regelung einigen würden. Es scheint nicht gefruchtet zu haben: die Branche verkündete jetzt eine Vereinbarung, die das Verbraucherschutzministerium umgehend als unzureichend bewertete.
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Die deutsche Bankenbranche hat sich zwar auf ein neues System für die Gebühren beim Abheben an fremden Geldautomaten geeinigt. Doch diese Vereinbarung dürfte eine Luftnummer bleiben. Das Kartellamt und das Verbraucherschutzministerium sind erbost. (© dpa)
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Ausgerufen wurde die sogenannte Einigung von den drei Branchenverbänden DSGV (Deutscher Sparkassen- und Giroverband), BVR (Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken und dem BdB (Bundesverband der deutschen Banken). Kunden von Instituten dieser drei Verbänden sollen demnach künftig direkt über die fälligen Gebühren beim Abheben an fremden Geldautomaten informiert werden.
Gleichzeitig sollen die Gebühren wegfallen, mit denen sich bisher Privat- und Volksbanken sowie Sparkassen gegenseitig belasten. Das könnte die Preise für die Kunden womöglich reduzieren.
"Problem völlig überzogener Gebühren nach wie vor ungelöst"
Eine Obergrenze für die vom Kartellamt und der Politik als überhöht kritisierten Kosten soll es aber nach wie vor nicht geben. Die Neuregelung soll zum 15. Januar 2011 in Kraft treten.
Dem Verbraucherschutzministerium war das zu wenig: Dass Banken und Sparkassen den Kunden künftig vor dem Abheben den dafür zu entrichtenden Preis anzeigen wollten, sei zwar ein Schritt in die richtige Richtung, sagte ein Sprecher Aigners. Geldautomaten dürften aber nicht länger Kostenfallen sein. "Leider ist das Problem der zum Teil völlig überzogenen Gebühren beim Fremdabheben nach wie vor ungelöst", kritisierte der Sprecher. Hier hätten sich die Bankenverbände nicht zu einer Einigung durchringen können.
Der Sprecher verwies auf die Prüfung des Bundeskartellamtes dazu. Die Verbraucher hätten Anspruch auf eine rasche Lösung. "Wir erwarten von allen Banken, dass sie auch den Fremdkunden ein angemessenes und transparentes Preismodell anbieten. Abhebegebühren von zum Teil 20 Euro sind nicht akzeptabel", sagte der Sprecher.
Privatbanken preschen vor
Dabei war der Bundesverband deutscher Banken (BdB) bereits vorgesprescht: Er will die Gebühren für Fremdkunden auf 1,95 Euro senken.
BdB-Präsident Andreas Schmitz sagte der Bild-Zeitung: "Die privaten Banken werden als erste und bisher einzige den Preis für Kunden von anderen Instituten auf höchstens 1,95 Euro begrenzen." Gleichzeitig übte er Druck aus auf die anderen Institute: "Wir fordern Sparkassen und Volksbanken auf, sich unserer Gebühr anzuschließen!"
Die Verstoß des BdB kam allerdings nicht überraschend. Im Gegensatz zu den Sparkassen haben die Privatbanken ein Interesse an niedrigeren Gebühren, wenn ihre Kunden an fremden Automaten Geld abheben. Denn die Privatbanken und vor allen Dingen die Direktbanken unterhalten nur wenige Geldautomaten und sind daher auf Fremdautomaten angewiesen, um ihre Kunden mit Bargeld zu versorgen. Die Sparkassen hingegen, die ein großes Netz von Geldautomaten unterhalten, hatten die Abhebegebühren für Kunden anderer Institute extra angehoben, um die eigene Kundschaft vom Wechsel zu den preisgünstigen Direktbanken abzuschrecken. Die Einigung in dem Streit hängt daher entscheidend von der Haltung der Sparkassen ab.
Das Bundeskartellamt hatte für Ende August ein neues Gebührenmodell von den Banken gefordert und eine Prüfung eingeleitet.
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(sueddeutsche.de/Reuters/pak)
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"Ach la die Versicherungen. Sind das nicht die, die laufend versuchen Gerichtsentscheidungen zu ignorieren oder zu umgehen?"
Ihre Antwort passt nicht!!! Es ist zwar richtig, dass auch einige Geschäftspraktiken von Versicherungsunternehmen rechtlich und moralisch fragwürdig sind. Nur was hat das mit der Tätigkeit von Versicherungsmaklern zu tun? Ich, sowie meine Kollegen (also keine Pseudomakler) stehen rechtlich auf der Seite des/der Versicherungskunden als deren Auftragnehmer. Wir sind also weder für eine noch für mehrere Versicherungsunternehmen tätig, daher nicht von vorgenannten Geschäftspraktiken betroffen. Was aber durchaus nicht für die Sparkassen zutrifft, da diese als Versicherungsvertreter dieser von Ihnen angesprochenen Unternehmen tätig sind. Womit wir wieder, zumindest teilweise, beim eigentlichen Thema wären.
kattwald hat total recht. Ich gebe den Rotsünder(n) ein Beispiel: Wir verkaufen den österreichischen Energieunternehmen zu schwachen Auslastungszeiten billigen A-Strom. Die füllen in dieser Zeit ihre Stausehen auf und wir in Bayern kaufen dann sauberen Ökostrom aus den Kraftwerken der Stauwehrbetreiber.
Statt 10 Euro Gebühren nur noch 9,99Euro!
Das ist ein Erfolg auf dem Weg zur Demokratie und der Abzocke!
Ich bin Sparkassenkunde und auch einer zu den Billigheimern gehörenden Bank. Daher gibt es für mich keine Probleme. Aber ich kann die Stadtsparkassen auch verstehen, wenn die sich gegen ein gewisses schmarotzerhaftes Benehmen anderer Banken wehren. Es steht nirgendwo geschrieben - und auch die Justiz wird dies durchsetzen können - dass eigener Besitz von anderen benutzt werden muss. Wenn die Politiker wollen, können sie staatliche Geldautomaten aufstellen. Es steht den Banken offen, Geldautomaten über das Land verstreut aufzustellen, wenn es wirklich so billig sein sollte.
Die Sparkassen bieten mit Abstand die größte Menge an Geldautomaten in Deutschland. Da sie im öffentlichen Auftrag handeln haben sie auch im kleinsten Kuhdorf einen Automaten stehen. Fahrt doch mal aufs Land und sagt mir wen ihr da noch findet? Sparkassen und hin und wieder ne Volksbank. Die Privaten haben sich in die Städte zurückgezogen. Ein Automat am Land ist fast genauso teuer wie ein viel frequentierter in der Stadt, er muss aber auch mitfanziert werden. Deswegen zahlen Kunden bei den Sparkassen in der Regel Kontoführungsgebühren, welche auch dafür da sind dieses Netz zu erhalten. Warum sollte die Sparkassen ihr Netz den Kunden von Deutsche Bank, Postbank und Konsorten öffnen? Wenn ich Deutsche Bank Kunde bin kann ich halt nur bei der Cash Group mit Ihren Automaten kostenlos abheben. Das hat mit Verbraucherschutz nichts zu tun. Mann kann doch auch nicht erwarten wenn der Nachbar einen Wihrlpool hat, das man diesen auch benutzen kann?
@laVictoria: Du bist bei einer Direktbank, oder? Die übernimmt deine Gebühren, deswegen zahlst du nichts, nur durch deine versteckten Kosten natürlich.
@steve54e: In österreich halten sich die Geldautomaten der verschiedenen Banken auch in etwa die Wage, also hat jeder ein Interesse daran. In Deutschland sieht das anders aus auf etwa 17.000 Automaten der Sparkassen kommen blos 5000 der Privaten, die dann auch nur in Ballungsräumen sind.
Ich hoffe hier mal ein bißchen aufgeklärt zu haben!
Paging